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Frankfurt: Zentrum der Künste wird geteilt

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Kulturdezernentin Ina Hartwig will zunächst Domizil für „Frankfurt LAB“ neben der neuen Musikhochschule bauen. Ein weiterer Bau könnte später neben dem Bockenheimer Depot entstehen.

Zur Zukunft des Kulturcampus, der auf dem alten Frankfurter Universitätsgelände in Bockenheim geplant ist, hat die Stadt eine wichtige Richtungsentscheidung gefällt. Das „Zentrum der Künste“, in dem Kultureinrichtungen von Weltrang unter einem Dach konzentriert werden sollten, wird geteilt. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) will, wie sie der FR sagte, zunächst einen „südlichen Teil“ entwickeln, der mit der geplanten neuen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) verzahnt werden soll.

Hier biete sich die große Chance, „eine Zukunftsspielstätte für das Frankfurt LAB“ entstehen zu lassen. Das Frankfurt LAB befindet sich heute auf dem Gelände der Kommunikationsfabrik im Gallusviertel, Schmidtstraße 12. Die vor zehn Jahren gegründete Einrichtung bietet Produktions- und Aufführungsmöglichkeiten für darstellende Kunst, Tanz und Musik. Heute gibt es im Gallus eine knapp 800 Quadratmeter große Szenenfläche und eine 300 Quadratmeter große Studiobühne.

Während die Kulturdezernentin jetzt einen Neubau des Frankfurt LAB neben der neuen Musikhochschule vorantreiben will, stellt sie den nördlichen Teil des „Zentrums der Künste“ zurück. Er soll auf der Freifläche neben dem Bockenheimer Depot, dem dreieckigen sogenannten Tortengrundstück entstehen.

Dieser Bau solle erst in einem zweiten Schritt verwirklicht werden. Unter anderem sollen hier das Ensemble Modern und die Junge Deutsche Philharmonie unterkommen.

Da alle Institutionen, die dort vorgesehen sind, derzeit gut untergebracht seien, bestehe kein dringender Handlungsbedarf, sagte die Kulturdezernentin.

Die künftige Bebauung auf dem Tortengrundstück soll deshalb auch unter dem Blickwinkel geprüft werden, dass dort eine Interimsspielstätte für die Städtischen Bühnen platziert wird. Am 30. Januar hatte das Stadtparlament die Weichen für einen Neubau der Bühnen gestellt. Während dieser Neubau entstehen wird, müssen Oper und Schauspiel an anderer Stelle untergebracht werden.

Hartwig möchte das in Ruhe und „gemeinsam mit dem Land besprechen“. Möglicherweise ergebe sich „ein Nutzungskonzept, das für alle Akteure gewinnbringend ist und darüber hinaus Baukosten einspart.“

Einzelheiten ihres Konzepts will die Kulturdezernentin am Donnerstag nächster Woche bei einer Podiumsdiskussion der SPD im Titania in Bockenheim unter dem Titel „Vom Unicampus zum Kulturquartier“ darlegen.

Mit ihr auf dem Podium sitzen werden der Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Elmar Fulda, sowie der Geschäftsführer des Ensemble Modern, Christian Fausch. Fulda hatte schon 2019 in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau darauf gedrängt, dass sich Land Hessen und Stadt Frankfurt über den Bau der neuen Musikhochschule und des „Zentrums der Künste“ verständigen.

Das Land ist Bauherr der Hochschule, die Stadt müsste das „Zentrum“ verwirklichen. Doch bisher konnten sich die zuständigen Akteure noch nicht auf einen gemeinsamen Architektenwettbewerb für beide Projekte verständigen.

Auch über die Finanzierung des „Zentrums der Künste“ wird gestritten. Die Frankfurter Kulturdezernentin möchte, dass sich das Land an der Finanzierung des „Zentrums“ beteiligt.

Von Claus-Jürgen Göpfert

CDU-Politiker in Frankfurt kritisiert SPD: Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU in Frankfurt, macht Kultur-Dezernentin Ina Hartwig (SPD) Vorwürfe - im Haushalt sieht er "keinen Cent" für den Kulturcampus.

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