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Das Landgericht in Frankfurt.

Zeilsheim

Freundin mit Stromkabel erdrosselt

Ein 27-jähriger Mann hat seine Freundin in Frankfurt-Zeilsheim erdrosselt. Nun wurde er zu zehn Jahren haft verurteilt. 

Weil er seine Lebensgefährtin mit einem Stromkabel erdrosselt hat, ist ein 27-jähriger Mann am Montag in Frankfurt zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts ging von Totschlag und Körperverletzung aus - schon Wochen vor dem Tod der Frau an Ostern 2018 hatte der Marokkaner die 36-Jährige mit der Faust geschlagen.

Der Gewalttat in Frankfurt-Zeilsheim war ein Streit vorausgegangen: Die Frau hatte den Mann aus der Wohnung geworfen, er ließ die Frist verstreichen. Nach einer lautstarken nächtlichen Auseinandersetzung flüchtete die Frau ins Badezimmer und schloss sich ein. Der Angeklagte zerschlug mit einer Hantel das Türschloss und tötete die Frau mit dem Kabel. „Sie haben den Tod des Opfers nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern bewusst herbeigeführt“, sagte der Vorsitzende Richter. Strafmildernd wurde ihm sein enormer Alkohol- und Drogenkonsum angerechnet.

Der Angeklagte bestritt die Tat bis zur Urteilsbegründung vehement und unterbrach dabei mehrfach den Richter. Die Verteidigung hatte eine Selbstmordversion ins Spiel gebracht. Sie hatte deshalb auch einen Teil des Badezimmers im Gerichtssaal aufbauen lassen. Nach Überzeugung der Richter sprach die Indizienlage jedoch eindeutig zu Lasten des Angeklagten. Dazu gehörte unter anderem das Verletzungsbild am Hals des Opfers.

Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft beantragt, die Verteidiger Freispruch. Die Rechtsanwälte kündigten Revision beim Bundesgerichtshof an. (dpa) 

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