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Frankfurt: Women’s Club ehrt Gerlinde Förster

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Von: Steven Micksch

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Der Elisabeth-Norgall-Preis geht 2022 an die gebürtige Dresdnerin Gerlinde Förster, die in Brandenburg künstlerisches Talent von Frauen fördert.

Seit Jahrzehnten prämiert der Frankfurter International Women’s Club außergewöhnliche Leistungen von Frauen für Frauen mit dem Elisabeth-Norgall-Preis. Die Auszeichnung ist nach der Clubgründerin und Frankfurter Lehrerin Elisabeth Norgall benannt. Der Preis wird immer im Wechsel an eine deutsche und eine ausländische Preisträgerin verliehen. Die diesjährige 44. Auszeichnung erhielt Gerlinde Förster.

Die 69-Jährige gründete den brandenburgischen Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden (Gedok) zur Förderung künstlerischer Talente von Frauen, dessen langjährige Vorsitzende sie auch war. Förster setzte sich maßgeblich für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kunst ein. Bei der Preisverleihung sagte sie: „Diese persönliche Ehrung ist auch eine Ehrung der Arbeit der Gedok.“ Der gemeinnützige Verein wurde bereits 1926 als „Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Kunstvereine aller Kunstgattungen“ in Hamburg von der jüdischen Mäzenin Ida Dehmel (1870-1942) gegründet.

Förster baute von 1994 an den brandenburgischen Landesverband auf. „Ich wollte etwas für die Künstlerinnen um mich herum tun“, sagt sie. Nach dem Ende der DDR hatten sich die Strukturen der Kunstszene verändert. Vielen Frauen fiel es schwer überhaupt Fuß zu fassen.

1998 wurde der brandenburgische Verband Träger der Galerie „Kunstflügel“ in Rangsdorf im Süden von Berlin. Dort haben Künstlerinnen einen Anlaufpunkt, um ihre Werke der Öffentlichkeit bekanntzumachen. Die Arbeiten kommen aus verschiedenen Sektionen: bildende Kunst, angewandte Kunst/Art Design, Literatur, Musik, interdisziplinäre Kunst/darstellende Kunst.

Durch Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Aufführungen oder auch Kinderwerkstätten habe Förster stets auch die breite Öffentlichkeit eingebunden. Die Gedok Brandenburg entwickelte sich zum größten Landesverband in den neuen Bundesländern. 2019 wurde die gebürtige Dresdnerin mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

In ihrem Grußwort unterstrich Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) die Bedeutung des International Women’s Club. „Sie sind wichtig für Frankfurt und für Frauen.“ Die Stadt sei stolz auf den Club. Er stehe für ein friedliches Miteinander und Völkerverständigung – beides sei wichtiger denn je.

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