Umweltschutz

Frankfurt: Wohnungen kommen, Bäume fallen

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Der BUND beklagt die Abholzung von zunächst rund 80 Stämmen am Schönhof für ein Neubaugebiet. Hunderte Baumfällungen sollen dort noch folgen.

Alarmglocken schrillen beim Frankfurter BUND: Im Baugebiet Schönhof/südlich der Rödelheimer Landstraße sollen 80 gesunde Bäume gefällt werden, beklagt die Umweltorganisation. Hintergrund ist der Bebauungsplan 834, der rund 2000 Wohnungen auf dem ehemaligen Siemens-Areal bringen soll.

„Die Fällung wäre eine ganz schlimme Sache, denn wenn die Sommer immer heißer werden, brauchen wir für die Klimatisierung mehr statt weniger Bäume in der Stadt“, sagt der BUND-Kreisvorsitzende John Dippell.

Aus diesem Grund wendeten sich die Umweltschützer auch mit einer Stellungnahme beim Stadtplanungsamt gegen den Planentwurf. Sie kritisierten außer den geplanten Baumfällungen – insgesamt müssten laut BUND 470 Bäume fallen –, dass Konzepte etwa zu Klimaschutz-, Energie-, Mobilitäts- und Nachhaltigkeitsfragen fehlten.

Vor allem aber nennt es Wolf-Rüdiger Hansen vom BUND einen Skandal, dass nun die Fällgenehmigung erteilt worden sei, ohne dass die Stadt die Einwände geprüft und den Bebauungsplan beschlossen habe: „Das kann nicht richtig sein.“ Die Frist für die Stellungnahmen endete demnach am 15. Januar.

Zuständig für die Gesamtprojekt ist das Planungsdezernat; was Baumfällungen angeht, muss die Untere Naturschutzbehörde ihre Zustimmung geben. Sie ist beim Umweltamt angesiedelt, dessen Sprecher Martin Müller sagt: „Es gab keine andere Möglichkeit.“

Laut Müller geht es um 85 Bäume aus gut einem Dutzend Arten, darunter 30 Ahorn, zwölf Platanen, elf Eichen, neun Pappeln. „Junge und mittelalte Bäume, teils geschädigt“, sagt Müller. Zwei Fachleute des Umweltamts und ein unabhängiger Sachverständiger hätten die Bäume begutachtet und seien nach eingehender Prüfung zu dem Schluss gekommen: „Es gibt nach Paragraf 34 des Baugesetzbuchs keine rechtlich belastbaren Gründe, das zu verbieten.“ Auflage sei, für alle Bäume direkt auf dem Areal Ersatz zu pflanzen. Müller: „Uns tut jeder Baum weh, der gefällt wird, aber diese Gehölze waren nicht besonders geschützt.“

Der BUND hat, um die Fällung zu stoppen, Kontakt mit der Stadt aufgenommen und verlangt zur Prüfung Einsicht in die Verwaltungsakte. Hansen kritisiert die Pläne scharf: „Und dann heißt es immer ,Green City‘ und ,Stadtplanung vom Grün her denken‘!“

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