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Frankfurt: Wohnraum für Studierende

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Von: George Grodensky

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Visualisierung des Varinia-Projekts. Das Wohnheim für Studierende ist das langgestreckte Gebäude unten rechts.
Visualisierung des Varinia-Projekts. Das Wohnheim für Studierende ist das langgestreckte Gebäude unten rechts. © GWH

Land Hessen fördert Wohnheim im GWH-Projekt Varinia am Ben-Gurion-Ring. Gleichwohl fehlt es noch an Unterkünften.

Schnell vergriffen: 118 neue Wohnheimsplätze für Studierende hat die Wohnungsgesellschaft GWH am Ben-Gurion-Ring in Frankfurts Norden im März angeboten. Vom Ein-Zimmer-Apartment bis zur 6er WG. Ein Zimmer ist noch frei. Etwa 500 Studierende haben sich um einen Platz bemüht. „Grob geschätzt“, sagt Vanessa Cote, kaufmännische Immobilienmanagerin bei der GWH und für das neue Wohnheim zuständig.

Das liegt am Ben-Gurion-Ring und gehört zum Komplex „Varinia“. Der Name steht für „variabel“ und „vielseitig“, weil das Bauprojekt verschiedene Bevölkerungsgruppen ansprechen soll. Auf dem früheren Areal der SEB-Bank errichtet die GWH seit 2019 zwölf Gebäude mit Mietwohnungen, Kita, Apartments für Studierende und Tiefgarage.

Am gestrigen Mittwoch hat Jens Deutschendorf, hessischer Staatssekretär unter anderem für Wohnen, die Anlage besucht und Förderbescheide des Landes übergeben. Zum Studierendenwohnheim hat das Land eine Million Euro zugeschossen. Dazu noch einen fünf-Millionen-Euro-Kredit zu günstigen Konditionen.

Das ermöglicht der GWH, Zimmerpreise ab 370 Euro im Monat in der 6er WG anzubieten. Bis 435 Euro in der 23-Quadratmeter Einzimmerwohnung reichen die Preise. Die Pärchenwohnung kostet 845 Euro. Es gibt Gemeinschaftsräume, Einbauküchen, Multimediaanschlüsse in allen Zimmern, manche Wohnungen haben Balkon, Waschsalon ist im Erdgeschoss, Dachterrasse oben, Fahrradabstellraum im Keller.

„Der Ben-Gurion-Ring ist das Quartier mit dem höchsten Investitionsvolumen der GWH“, sagt Geschäftsstellenleiter Michael Back. Rund 120 Millionen Euro stecke die Wohnungsgesellschaft dort in Bestand und Neubauten. 331 neue Einheiten entstehen alleine auf dem ehemaligen SEB-Areal. Der Ben-Gurion-Ring bekomme so ein neues, attraktives Gesicht.

Auch Deutschendorf ist voll des Lobes. Das Bauprojekt sei modern, weil es das Thema Klimaschutz mitdenke. Die Gebäude sind nach KfW 55-Standard gedämmt, das spart Heizenergie. Das Quartier ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, es gibt Fahrradstellplätze. Frei- und Grünflächen sind eingeplant, Geschäfte für die Nahversorgung. Und es werde keine neue Flächen versiegelt, sondern Büroräume revitalisiert.

Ansonsten ist Deutschendorf bewusst, dass es noch größerer Anstrengungen bedarf, mehr Unterkünfte für Studierende zu schaffen. Das Land sehe dafür zwei Möglichkeiten. Einmal baut es darauf, dass „unsere Förderkonditionen sehr attraktiv sind“. So, wie sie die GWH für ihr Projekt genutzt hat.

Eine andere Möglichkeit biete das Sondervermögen aus dem Verkauf des alten Frankfurter Polizeipräsidiums. „Da sind noch Mittel übrig“, sagt Deutschendorf. 200 Millionen Euro hatte das Land von der Gerch Group erhalten. Die wollte man reinvestieren – etwa die Hälfte in den Bau einer neuen Unibibliothek, die andere in Wohnungsbau und Städtebauförderung.

„Es gibt Gespräche, Grundstücke zu kaufen und den Studentenwerken Geld für Wohnbau zur Verfügung zu stellen“, sagt Deutschendorf. Gleichwohl seien das „schwierige Verhandlungen“ da Grundstücke rar gesät seien. Aber: „Es sind sehr konkrete Verhandlungen.

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