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Bei Bauarbeiten in der Römerstadt kommen immer wieder römische Fundamente zutage. 

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Frankfurt: Wohnen zwischen römischen Funden

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Die CDU hält im Streit über ein Wohnungsprojekt der ABG in der Römerstadt einen Kompromiss für möglich. Einen „Römer-Park“ wird es aber nicht geben.

Die CDU im Römer hält es für machbar, auf einem früheren Militärgelände in der Römerstadt Mehrfamilienhäuser zu bauen und gleichzeitig die dort vorhandenen Bodendenkmäler aus der Römerzeit an Ort und Stelle zu bewahren. Pläne der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG, auf der mit einer alten US-Baracke bebauten Fläche 220 Wohnungen zu errichten, waren im Ortsbeirat 8 auf Widerstand gestoßen. Dieser kämpft schließlich seit mehr als 20 Jahren für eine Freilichtanlage auf dem Areal, die an die Römerstadt „Nida“ erinnern soll.

Da für das Gelände Baurecht bestehe, werde ein „Römer-Park“ an dieser Stelle nicht möglich sein, sagt der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas Dürbeck. Er sieht aber gute Chancen, die Fundamente der römischen Villa, Töpferöfen und andere Bodendenkmäler durch eine achtsame Platzierung der neuen Baukörper zu erhalten und für Interessierte zu öffnen. Auch konzeptionell könne die ABG an die römische Geschichte des Areals anknüpfen und in Zusammenarbeit mit dem archäologischen Museum, der historisch-archäologischen Gesellschaft Frankfurt und Stadtteilgruppen einen „Wohnpark Nida“ realisieren.

Geplant sei normaler Geschosswohnungsbau, keine Bebauung, die sich an historischen Vorbildern orientiert, sagt ABG-Geschäftsführer Frank Junker im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Es sei aber prinzipiell möglich, Bodendenkmäler in das Freiflächenkonzept einzubeziehen. Junker kann sich auch Lösungen vorstellen, bei denen Überreste der Römerstadt etwa in von außen einsehbaren Kellerräumen erhalten bleiben.

Kommendes Jahr begännen zunächst die denkmalpflegerischen Arbeiten auf den Grundstücken, die bisher dem Bund und der Stadt gehören. Dabei würden die Bodendenkmäler gesichert und dokumentiert, um diese später, wenn möglich, zugänglich zu machen. Die Bauarbeiten begännen 2021. Bei 50 Prozent der Wohnungen werde es sich um geförderten Wohnraum handeln, sagte Junker. Davon sei eine Hälfte Sozialwohnungen, die andere Mittelstandswohnungen. Für die freifinanzierten Wohnungen plane man mit Mieten von 12,50 Euro pro Quadratmeter.

Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), nannte es am Dienstag möglich, an der einen oder anderen Stelle Funde zugänglich zu machen. Von einer Freiluftpräsentation riet er aber ab, weil die römischen Überreste Schaden nehmen könnten. Deshalb habe die Stadt ja auch den archäologischen Garten am Dom überbaut.

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