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Frankfurt: Wohnen wird zum Luxusgut

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Von: Christoph Manus

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Neuer Wohnraum entsteht in Frankfurt durchaus. Doch der ist oft teuer, wie hier ein Apartment im Wohnturm „Eden Tower“.
Neuer Wohnraum entsteht in Frankfurt durchaus. Doch der ist oft teuer, wie hier ein Apartment im Wohnturm „Eden Tower“. © dpa

Eine Umfrage zeigt den weiter gestiegenen Frust von Beschäftigten über die Wohnungssituation in Frankfurt und Region. Etwas bezahlbares zu finden, gilt ihnen als „reine Glückssache“.

Immer mehr Beschäftigte im Rhein-Main-Gebiet sind mit der Wohnungssituation in Frankfurt und der Region unzufrieden. Das legt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC unter 400 Berufstätigen zwischen 18 und 65 Jahren nahe. 88 Prozent von diesen sind etwa der Ansicht, dass sich in den Städten der Region „eigentlich nur noch Topverdiener:innen eine Wohnung leisten“ können. Vor einem Jahr stimmten 81 Prozent der Aussage zu. Neun von zehn Befragten nennen es „eine reine Glückssache“ in Frankfurt und Region eine bezahlbare Wohnung zu finden. Auch hier liegt der Prozentsatz noch etwas über dem Vorjahreswert.

Mehr als ein Drittel der Befragten stellt sich unterdessen auf sogar stark steigende Mieten ein. Mit einem Rückgang rechnet trotz aller Krisen niemand. Auch bei PWC prognostiziert man angesichts der hohen Inflation und bereits stark gestiegener Zinsen für Baukredite eine weitere Verschärfung der Wohnungssituation. „Viele Menschen werden sich die ohnehin hohen Mieten in den Ballungszentren kaum mehr leisten können, wenn die Kosten für Strom und Heizung um ein Vielfaches steigen“, sagt Michael Burkhart, Standortleiter von PWC in Frankfurt. Der Kauf von Eigentum rücke selbst für Gutverdienende in weite Ferne. Und das habe weitreichende Folgen für den Arbeitsmarkt.

Miserable Wohnungssituation in Frankfurt wird auch für Unternehme zum Problem

Inzwischen gehen 79 Prozent der Befragten davon aus, dass es für Unternehmen in der Region angesichts der schlechten Wohnungssituation schwierig ist, Fachkräfte zu finden oder zu halten. Das ist ein deutlich höherer Wert als in den Vorjahren. Sieben Prozent haben wegen zu hoher Mieten bereits einmal ihren Job gewechselt. Drei von zehn Beschäftigten haben darüber zumindest schon nachgedacht, bei der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen sogar fast die Hälfte.

Dass es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt, liegt für 55 Prozent der Befragten an Investoren, die schwerpunktmäßig Luxuswohnungen bauten. Fast ebenso viele werfen der Politik vor, zu spät auf das Wohnungsproblem reagiert zu haben. Genau die Hälfte findet, dass die öffentliche Hand zu wenig für den sozialen Wohnungsbau tut. 49 Prozent sehen Auswirkungen einer Gentrifizierung, etwa der Verdrängung von Mieter:innen im Zuge von Sanierungen.

Umfrage: Beschäftigte in Frankfurt fordern mehr sozialen Wohnungsbau

Bei möglichen Lösungen sehen die Befragten vor allem die öffentliche Hand in der Pflicht. 87 Prozent halten Wohnungsbauprogramme mit einem stärkeren Fokus auf Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen für nötig. 79 Prozent wollen eine Verschärfung der Mietpreisbremse. Viele werben zudem für eine deutliche Ausweitung des Angebots. So fänden zum Beispiel 84 Prozent eine stärkere Umwandlung von Büros in Wohnraum sinnvoll.

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