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Frankfurt: Wohnen wird noch teurer

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Von: Christoph Manus

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Längst sind nicht mehr nur Wohnungen im Frankfurter Westend für Menschen, die nicht kräftig geerbt haben, unerschwinglich.
Längst sind nicht mehr nur Wohnungen im Frankfurter Westend für Menschen, die nicht kräftig geerbt haben, unerschwinglich. © Oeser

Die Mieten und Preise für Wohnraum in Frankfurt und Region bleiben trotz Krise auf sehr hohem Niveau. Doch nun steigen auch noch die Nebenkosten stark an.

In Frankfurt und Region eine Wohnung zu kaufen, wird für Menschen, die nicht kräftig geerbt haben, noch schwieriger. Zwar steigen die Preise nach Beobachtung von Maklerhäusern unter anderem wegen des Zinsanstiegs nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Diese haben vor allem in Frankfurt aber ohnehin ein extrem hohes Niveau erreicht. Nach Zahlen des Maklerhauses JLL werden Wohnungen im Stadtgebiet derzeit im Schnitt für 7270 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Immowelt sieht den Preis für Bestandswohnungen in Frankfurt bei 6520 Euro pro Quadratmeter, drei Prozent über dem Vorjahreswert. Für Darmstadt sieht Immowelt einen Rückgang um ein Prozent auf 4600 Euro, für Wiesbaden dagegen ein Plus von neun Prozent auf nun 4920 Euro pro Quadratmeter. Auch im einst günstigen Offenbach sind dem Unternehmen nach inzwischen 4240 Euro pro Quadratmeter für Bestandswohnungen zu zahlen. Das entspricht einem Plus von elf Prozent. Neubauwohnungen sind in der Regel noch deutlich teurer.

Frankfurt: Die Kosten für die Finanzierung einer Wohnung steigen massiv

Zu den hohen Wohnungspreisen kommen deutlich gestiegene Finanzierungskosten. Die Bauzinsen sind in kurzer Zeit um etwa zwei Prozentpunkte gestiegen. Bei Immowelt rechnete man Mitte Juli aus, dass das für Menschen, die in Frankfurt eine gut 520 000 Euro teure Wohnungen kaufen wollen und zehn Prozent selbst beisteuern können, ein Plus von 760 Euro auf nun 2090 Euro bei der monatlichen Tilgungsrate bedeutet. Eine Folge: Immer weniger Menschen können über den Kauf einer Wohnung in Frankfurt nachdenken. Und das schlägt sich nach Angaben von Immowelt und anderen Marktbeobachtern bereits in einer sinkenden Nachfrage nach Kaufimmobilien nieder.

Dass diese sinkende Nachfrage auch die Preise sinken lässt, ist nicht ausgemacht. Das Institut Empirica weist etwa darauf hin, dass die für Bauherren steigenden Kosten und die derzeit große Unsicherheit zu weniger Neubau führen dürften – so dass auch das Angebot sinkt.

Viele Menschen in Frankfurt konnten sich die Mieten schon vor der Energiekrise kaum leisten

Für Haushalte, die in Frankfurt und Umgebung eine Mietwohnung suchen, ist die Lage nicht besser. Für Frankfurt sehen Maklerhäuser und andere Immobilienunternehmen ein Stagnieren der Angebotsmieten auf sehr hohem Niveau. JLL sieht diese im Schnitt bei 15,90 Euro pro Quadratmeter. Nach einer Auswertung von Immowelt, in die keine Neubauten einfließen, liegen sie bei 13,80 Euro pro Quadratmeter. Gleichzeitig steigen aber die Nebenkosten für sehr viele Haushalte in riesigem Umfang. Die Gesamtkosten für das Wohnen wachsen daher, nicht nur in Frankfurt, auf Rekordhöhen. Dabei wussten sehr viele Menschen in der Region schon vor der Energiekrise kaum, wie sie ihre Miete bezahlen sollen.

Für Offenbach sieht Immowelt ein Stagnieren der Angebotsmieten für Bestandswohnunen bei 10,60 Euro, für Wiesbaden einen minimalen Anstieg auf 10,70 Euro pro Quadratmeter. Wer in Darmstadt etwas sucht, wird dagegen mit Angebotsmieten konfrontiert, die mit zwölf Euro pro Quadratmeter im Schnitt sogar sieben Prozent über dem Vorjahreswert liegen.

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