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Frankfurt: Wirtschaft wartet auf Lockerungen

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Von: Christoph Manus

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Eigentlich sind die Industriebetriebe in Frankfurt mehrheitlich zufrieden. Aber die steigenden Energiekosten und Lieferkettenprobleme belasten zunehmend das Geschäft.
Eigentlich sind die Industriebetriebe in Frankfurt mehrheitlich zufrieden. Aber die steigenden Energiekosten und Lieferkettenprobleme belasten zunehmend das Geschäft. © ROLF OESER

Die Stimmung unter den Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt trübt sich leicht ein. Hohe Energiepreise belasten das Geschäft.

Die Wirtschaft in Frankfurt, Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis blickt nach einer Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Frankfurt etwas weniger optimistisch in die Zukunft als noch im Herbst. Immer noch rechnen aber deutlich mehr Unternehmen mit anziehenden Geschäften als mit einer Verschlechterung der Lage. Ihre derzeitige Situation bewerten 37 Prozent der 3000 befragten Betriebe als gut, 19 Prozent als schlecht.

Dabei sind die Unterschiede zwischen den Branchen allerdings riesig. Als sehr gut bewertet die Finanz-, Kredit- und Versicherungswirtschaft die Lage; auch die Industrie ist trotz steigender Energiekosten und Lieferengpässen zufrieden. Die Stimmung im Gastgewerbe dagegen hat sich laut IHK sogar weiter verschlechtert. 85 Prozent der von der IHK befragten Unternehmen in Frankfurt und dem Taunus bezeichnen ihre Lage als schlecht. Nicht viel besser schätzen die Betriebe in der Reise- und Veranstaltungsbranche sowie im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung ihre Situation ein.

Frankfurter IHK-Präsident fordert Lockerung der Corona-Regeln im Gastgewerbe

„Viele Betriebe befinden sich weiter in existenzbedrohender Lage“, warnt IHK-Präsident Ulrich Caspar – und fordert eine Lockerung der derzeitigen Zugangsbeschränkungen für das Gastgewerbe. Zudem müsse die Politik für Planungssicherheit bei der Überbrückungshilfe IV sorgen.

Die regionale Wirtschaft sieht Caspar „in Wartestellung“. Die Unternehmen hofften auf eine baldige Entspannung der Infektionslage und damit verbundene Lockerungen. Die etwas eingetrübte Stimmung erklärt der IHK-Präsident zudem mit Lieferengpässen und Kostensteigerungen. 42 Prozent der Unternehmen geben der Umfrage nach inzwischen an, dass die hohen Energie- und Rohstoffpreise ein Risiko für ihr Geschäft sind. Das ist der höchste Wert seit 2010.

Lieferengpässe und hohe Kosten machen der Industrie in Frankfurt und Region zu schaffen

Im Industriesegment nennen laut IHK sogar 75 Prozent der Betriebe das stark gestiegene Preisniveau als größte Gefahr. Jedes fünfte Unternehmen in dem Sektor habe so große Probleme mit Lieferengpässen und den hohen Kosten, dass es bereits übergangsweise die Produktion reduzieren oder stoppen musste. Stark machen die gestiegenen Preise laut IHK zudem Baugewerbe und Handel zu schaffen.

Caspar fordert die Politik auf, mehr zu tun, „damit der Wirtschaftsmotor wieder rundläuft“. Diese müsse etwa Maßnahmen ergreifen, damit die Energiekosten wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau sinken. Der IHK-Präsident wirbt zudem für einen Abbau von Bürokratie.

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