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Frankfurt: Wirtschaft sucht trotz Krise dringend Arbeitskräfte

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Von: Christoph Manus

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In Frankfurt gab es Ende Juni 616 000 sozialversicherungspflichtige Jobs, so viele wie nie.
In Frankfurt gab es Ende Juni 616 000 sozialversicherungspflichtige Jobs, so viele wie nie. © Renate Hoyer

Der Arbeitsmarkt in Hessen und Frankfurt ist trotz aller Krisen stabil. Die Arbeitslosigkeit bleibt relativ gering, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt auf Rekordniveau.

Die Energiekrise hat die Situation für Menschen, die in Frankfurt eine Arbeit suchen, bislang nicht verschlechtert. Obwohl die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs etwa der Industrie und dem Baugewerbe kräftig zusetzen und viele Menschen aus der Ukraine in Frankfurt Zuflucht gesucht haben, ist die Arbeitslosigkeit im Dezember sogar leicht zurückgegangen. Mit 5,7 Prozent liegt die Quote im Stadtgebiet einen Zehntelprozentpunkt unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Die Zahl der Beschäftigten steigt nach Zahlen der Agentur für Arbeit Frankfurt nach einem Rückgang in der Corona-Pandemie inzwischen wieder deutlich an. Zum Stichtag 30. Juni hatten mehr als 616 000 Menschen einen sozialversicherungspflichtigen Job in Frankfurt. Das sind so viele wie noch nie.

Wenige Insolvenzen

Und viele Unternehmen suchen trotz der Krise dringend Beschäftigte. Allein in Frankfurt sind derzeit etwa 10 100 offene Stellen gemeldet. Schon in den vier Monaten zuvor lag der Stellenbestand jeweils im fünfstelligen Bereich. Offenbar profitieren auch Langzeitarbeitslose inzwischen von dieser Entwicklung. Im Dezember waren 8180 Menschen in Frankfurt mindestens seit einem Jahr arbeitslos gemeldet. Das waren fast 15 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Auch hessenweit ist der Arbeitsmarkt trotz der Krisen weiterhin stabil. Die Arbeitslosigkeit liegt zwar etwas höher als vor einem Jahr, mit 4,9 Prozent aber immer noch auf einem im historischen Vergleich niedrigen Niveau.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent zu und erreichte im Oktober mit 2,724 Millionen Menschen einen Rekordwert. Anders als in Frankfurt ist die Entwicklung bei den offenen Stellen allerdings rückläufig.

Für das neue Jahr zeigt sich die Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur dennoch durchaus zuversichtlich. „Der stetige Rückgang der Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld und die Tatsache, dass die Unternehmensinsolvenzen auf einem sehr niedrigen Niveau liegen, lassen auch für das Jahr 2023 auf eine gute Entwicklung hoffen“, sagt Joav Auerbach, Geschäftsführer „Operativ“.

Die größte Herausforderung bleibe es, angesichts der demografischen Entwicklung den Fachkräftebedarf zu decken. Auch deshalb lege die Agentur für Arbeit einen starken Fokus auf die Qualifizierung und Weiterbildung arbeitsloser Menschen.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände fordert angesichts eines Fachkräftemangels, der „seine Wucht von Jahr zu Jahr mehr entfalten“ werde, eine „sozialpolitische Kehrtwende“. Er dringt auf eine längere Lebensarbeitszeit. Die abschlagsfreie Frührente müsse endlich beendet werden, fordert der Verband.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen fordert die Unternehmen auf, angesichts der gestiegenen Preis für Energie und Lebensmittel kräftigen Lohnerhöhungen zuzustimmen.

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