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Frankfurt: „Wir wollen eine Gleichberechtigung für alle spanischsprechenden Kinder“

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Von: Timur Tinç

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Lateinamerikanische Familien berichtetn der FR in den Räumen vom Verein Aba darüber, dass es keinen Herkunftssprachlichen Unterricht Spanisch für ihre Kinder gibt.
Lateinamerikanische Familien berichtetn der FR in den Räumen vom Verein Aba darüber, dass es keinen Herkunftssprachlichen Unterricht Spanisch für ihre Kinder gibt. © Renate Hoyer

Lateinamerikanische Frauen berichten im Diversitätsausschuss, dass es keinen Sprachunterricht für ihre Kinder gibt. Dabei war die Sitzung eigentlich schon beendet. Es wurde eine besondere Aussprache.

Eigentlich hatte Sylvia Kunze (SPD) die Sitzung des Ausschusses für Diversität, Beteiligung, Zusammenhalt und Europa am Donnerstag nach drei Stunden gerade für beendet erklärt. Da schaltete Adriana Maximino Santos ihr Mikrofon ein. Sie ist Mitglied in der Frankfurter Kommunalen Ausländerinnen- und Ausländervertretung und war davon ausgegangen, dass sie jetzt über den „herkunftssprachlichen Unterricht Spanisch“ mit den Stadtverordneten sprechen könne.

Dafür war sie zusammen mit vier Frauen aus der lateinamerikanischen Gemeinschaft gekommen und hatte extra gewartet. Normalerweise ist dafür die Bürger:innenrunde zu Beginn vorgesehen. Hinterher konnte niemand mit Gewissheit behaupten, ob Kunze tatsächlich gefragt hatte oder nicht, ob jemand etwas sagen wolle. Zumindest hatten die meisten es nicht mitbekommen.

„So läuft das immer, wir werden nie gehört“

Als die Stadtverordneten gerade gehen wollten, meldete sich auch Marilú Huertas de Schneider zu Wort. „So läuft das immer, wir werden nie gehört“, beklagte sie sich. Nach einigem Hin und Her – auch durchaus emotional – kamen die Stadtverordneten dann auf die Frauen zu, setzten sich neben sie oder stellten sich zu ihnen, um ihnen zuzuhören.

Das Problem ist, dass Kinder von Eltern mit nichtspanischem Pass nicht am „Herkunftssprachlichen Unterricht Spanisch“ in Hessen teilnehmen können. Die FR berichtete. Dieser wird vom spanischen Staat nur für Kinder mit Eltern aus Spanien organisiert. Kinder von Eltern aus Süd- und Mittelamerika oder den karibischen Inseln schauen in die Röhre. „Warum geht das in Leipzig, aber nicht hier?“, fragte Huertas de Schneider.

Landtagsfraktion der Grünen ist am prüfen

Die Römer-Koalition aus SPD, Grünen, FDP und Volte hatte den Antrag bereits während der laufenden Sitzung zurückgestellt. Emre Telyakar, diversitätspolitischer Sprecher der Grünen, berichtete, dass er das Thema an die Landtagsfraktion weitergegeben habe. „Die prüft nun, welche Sprachen von diesem Problem eventuell noch betroffen sind.“ Der SPD-Stadtverordnete Omar Shehata bot den anwesenden Frauen an, mit Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) in Kontakt zu treten, „um auf dem kurzen Dienstweg“ etwas zu erreichen.

„Wir wollen eine Gleichberechtigung für alle spanischsprechenden Kinder“, forderte Huertas de Schneider. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen trägt das Land die Kosten für den Spanischunterricht für Eltern nichtspanischer Kinder. „Wir werden bis zur nächsten Sitzung eine Antwort haben. Versprochen“, sagte Telyakar. Gelöst werden kann das Problem ohnehin nur auf Landesebene.

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