1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt „Wir fühlen mit der Ukraine“

Erstellt:

Von: Anja Laud

Kommentare

auf den Römer fällt diesmal wegen des Krieges in der Ukraine aus.Der Sturm auf den Römer fällt diesmal wegen des Krieges in der Ukraine aus.
auf den Römer fällt diesmal wegen des Krieges in der Ukraine aus.Der Sturm auf den Römer fällt diesmal wegen des Krieges in der Ukraine aus. © Michael Schick

Uwe Forstmann, der Pressesprecher des Großen Rats der Frankfurter Karnevalvereine, spricht im FR-Interview über die Absage des Rathaussturms.

Der Große Rat der Frankfurter Karnevalvereine hat wegen des Kriegs in der Ukraine kurzfristig den Sturm auf den Römer abgesagt und ruft seine Mitglieder zum Protest gegen die russische Invasion auf. Pressesprecher Uwe Forstmann erläutert im FR-Gespräch die Entscheidung.

Herr Forstmann, am Fastnachtssamstag wollten die Frankfurter Närrinnen und Narren zum traditionellen Rathaussturm ansetzen. Warum hat der Große Rat ihn abgesagt?

Der Große Rat war der Meinung, dass angesichts des Kriegs in der Ukraine niemand in Frankfurt sorgenfrei Fastnacht feiern kann. Deswegen haben wir in enger Abstimmung zwischen unserem Präsidenten Axel Heilmann und Oberbürgermeister Peter Feldmann sowie den Verantwortlichen der Stadt den Rathaussturm kurzfristig abgesagt.

Fühlen die Frankfurter Närrinnen und Narren mit den Menschen in der Ukraine?

Natürlich. Wir sind fassungslos und wütend über den Angriff auf einen souveränen europäischen Staat. Unser Respekt und Mitgefühl gilt den ukrainischen Bürgerinnen und Bürgern, die in ihrem Heimatland direkt von den Kämpfen betroffen sind, und allen ukrainischen Landsleuten, die in Frankfurt und der Region leben und ihre Familien und Freunde in absoluter Gefahr wissen.

Sie gehen noch einen Schritt weiter, Sie rufen ihre Mitglieder zur Teilnahme an Demonstrationen und Mahnwachen auf.

Ja. Die Fastnachtsvereine stehen für Demokratie, Freiheit, Solidarität und für ein friedliches Miteinander. Wir unterstützen die Solidaritätsbekundungen, die es in der kommenden Zeit geben wird. Wir rufen alle unsere Mitglieder auf, Flagge für Recht, Freiheit und ein friedliches Miteinander zu zeigen.

War es aus organisatorischen Gründen schwierig, den Rathaussturm mehr oder weniger in letzter Minute abzusagen?

Nicht wirklich. Wegen der Pandemie hatten wir ohnehin den Rathaussturm in abgespeckter Form geplant. Nur etwa 500 Teilnehmende wie Gardistinnen und Gardisten sollten Oberbürgermeister Feldmann nach einem Zwiegespräch mit unserem Präsidenten den Rathausschlüssel abnehmen, damit die Abstandsregeln gewahrt bleiben. Eine solche Zahl hätte sich gut auf dem Römerberg verteilt.

Haben Sie noch weitere Veranstaltungen abgesagt?

Nein. Das war nicht notwendig. Den Fastnachtsumzug, der immer etwa 350 000 Zuschauerinnen und Zuschauer anzieht, und den Kinder-Fastnachtszug hatten wir bereits Ende vergangenen Jahres abgesagt, ebenso alle Saal-Veranstaltungen, die Kinder- und Jugendsitzung sowie die großen Tanzturniere.

Krieg und Pandemie – was bleibt in dieser Kampagne von der Frankfurter Fastnacht übrig?

Wir machen online auf der Homepage des Großen Rats Angebote. Dort sind Filme abrufbar, beispielsweise einer „Zum Frankfurter Bock“, eine Veranstaltung nach dem Vorbild des berühmten „Blauen Bocks“, und ein anderer über unseren Malwettbewerb für Kinder, die aufgerufen wurden, einen Fastnachtszug zu malen. Wer für kurze Zeit nicht an Pandemie und Krieg denken möchte, kann sich dort gerne fastnachtlich ablenken.

Interview: Anja Laud

Uwe Forstmann, Pressesprecher des Großen Rats der Frankfurter Karnevalvereine.
Uwe Forstmann, Pressesprecher des Großen Rats der Frankfurter Karnevalvereine. © Großer Rat der Karnevalvereine

Auch interessant

Kommentare