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Willy-Praml-Theater bittet um Spenden

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Stadt stundet der Spielstätte zwar die Miete, doch für eine spätere Zahlung ist kein Geld da

Auf der Homepage des Theaters Willy Praml zeigt die Truppe um den Frankfurter Theatermacher Willy Praml derzeit Galgenhumor. „Hände hoch: Überfall! Spendenaufruf“ ist dort seit Mittwoch zu lesen. Das seit fast 30 Jahren bestehende Theater, das seit dem Jahr 2000 sein Domizil in der im Ostend gelegenen Naxoshalle hat, steckt wie so viele von der Corona-Krise schwer getroffene Kultureinrichtungen in finanziellen Nöten. Konkret geht es um die Miete, die die Theaterleute für die ehemalige Maschinenhalle zahlen müssen, und die Betriebskosten. Um die insgesamt 4200 Euro dafür monatlich weiter schultern zu können, sind sie jetzt auf Spenden angewiesen.

Die Stadt, der das seit 1992 unter Denkmalschutz stehende Industriegebäude in der Waldschmidtstraße gehört, stundet zwar dem Theater seit März zinslos die Mietzahlung für die Dauer von drei Monaten, wie das Amt für Bau und Immobilien den Theaterleuten mitteilte. Doch das ist für sie nur eine vorübergehende Hilfe in akuter Not.

„Wir waren zunächst davon ausgegangen, dass wir bis zur Öffnung keine Miete zahlen müssen. Nun wissen wir, dass die Zahlung nur gestundet ist. Das heißt, wir müssen den ganzen Batzen demnächst zahlen“, sagt Theater-Sprecherin Andrea Hagel. Und genau darin liege das Problem. Schon zu normalen Zeiten sei es dem Theater und seinem Kooperationspartner Studio-Naxos schwer gefallen, Mietzins und Betriebskosten aufzubringen. Nun nähmen beide, weil der Spielbetrieb ruhe, gar kein Geld ein. „Wir hoffen, dass es spätestens im September weitergeht“, sagt Hagel – jedoch am Donnerstagmorgen vor Bekanntgabe der Lockerungen.

Das Willy-Praml-Theater hat nach eigenen Angaben seine Ausgaben gleich zu Beginn der Krise auf null gesetzt. Das Geld, das durch feste Förderzusagen beispielsweise des Kulturamts eingehe, werde für die Auszahlung von Gehältern und Strom benötigt. Auf der Homepage und in einem Newsletter bitten Theater und Studio deshalb um Spenden. Erste Reaktionen gibt es. „Wir haben ein tolles Publikum“, sagt Hagel.

Spendenkonto: Kulturelle Erziehung e.V., Theater Willy Praml, Volksbank Dreieich, IBAN: DE45 5059 2200 0102 3447 77, BIC: GENODE51DRE

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