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Frankfurt will weniger wegwerfen

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Von: Thomas Stillbauer, Steven Micksch

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Ein Kebap in der To-Go-Verpackung aus dem Frankfurter Restaurant Dominion Food Revolution. Privat
Ein Kebap in der To-Go-Verpackung aus dem Frankfurter Restaurant Dominion Food Revolution. Privat © privat

„Städte gegen Food Waste“-Initiative ist noch am Anfang.

Noch ist die Zahl der deutschen Städte, die sich in der Initiative gegen Essensverschwendung engagieren, überschaubar: Bochum, Bonn, Dresden, Essen, Kassel, Kiel, Köln, Mainz, Saarbrücken und eben Frankfurt. Zehn Städte, die im Netzwerk die Lebensmittelrettung auf lokaler Ebene maßgeblich vorantreiben wollen.

„Ist eine Banane mit braunen Flecken automatisch schlecht? Ist eine krumme Möhre weniger gut als eine gerade? Nein, natürlich nicht!“, sagt die Frankfurter Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) zur Motivation, dem Bündnis „Städte gegen Food Waste“ beizutreten. Doch oft würden beide, Banane und Möhre, Opfer von Foodwaste. „Lebensmittelverschwendung ist aus vielerlei Gründen ein großes Problem.“

In der aktuellen Phase des Projekts erarbeiten die Städte gerade mit dem Initiator „Too Good to Go“, wie das im Detail funktionieren soll. Das dänische Unternehmen versucht seit 2015, mit seiner App überschüssige, aber noch gute Lebensmittel und Menschen, die diese noch nutzen wollen, zusammenzubringen. Auch in Frankfurt machen bereits einige Restaurants, Hotels und Lebensmittelgeschäfte mit.

Mit der Initiative soll die Lebensmittelrettung noch umfangreicher werden. Es geht um Aufklärung in der Bevölkerung, aber auch konkret darum, überschüssige Lebensmittel im Handel und bei der Außer-Haus-Verpflegung stärker umzuverteilen.

Gemeinsam mit anderen lokalen Lebensmittelretter:innen will die Stadt Frankfurt konkrete Maßnahmen innerhalb dieses Aktionsrahmens erarbeiten und umsetzen. Denn die Lebensmittelverschwendung ist neben einer sinnlosen Vergeudung von Ressourcen auch klimaschädlich. Das weggeworfene Essen wurde unnötig transportiert, verpackt, gekühlt – Vorgänge, die schließlich CO2 produzieren.

Darauf verweist auch Dezernentin Heilig. Neben der sinnlosen Vergeudung von Ressourcen schade Lebensmittelverschwendung dem Klima: „Laut Schätzungen der Umweltschutzorganisation WWF ist Lebensmittelverschwendung für zehn Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und damit ein Haupttreiber der Klimakrise“, sagt sie. Dagegen wolle Frankfurt auf lokaler Ebene vorgehen.

Der überwiegende Teil jener zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel, die in Deutschland jährlich im Abfall landen, komme aus privaten Haushalten. Heilig: „Leider ist noch zu wenigen Menschen bekannt, dass ein sorgsamer Umgang mit Lebensmitteln und damit auch mit wertvollen Ressourcen wie Wasser, Boden, Energie, die zur Herstellung von Lebensmitteln benötigt werden, ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz ist.“

Als Teil der stadtweiten Strategie zur Abfallvermeidung wolle sich Frankfurt aktiv um eine Bewusstseins- und Verhaltensveränderung bemühen. „Das beginnt schon beim Einkaufen: Wie viel benötige ich wirklich?“ Auch mit Resten lasse sich noch etwas anfangen. Vernichtet würden zudem Lebensmittel, lange bevor sie uns erreichten. Die Lebensmittelversorgungskette, so Heilig, müsse „von der Landwirtschaft über den Handel bis zu uns als Verbraucher:innen so gestaltet werden, dass Abfälle auf jeder Stufe vermieden werden – dafür braucht es Verhaltensänderungen bei allen Akteuren“.

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