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Alle willkommen, die summen und brummen: Wildwiese in Frankfurt.
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Alle willkommen, die summen und brummen: Wildwiese in Frankfurt.

Artenschutz in der Stadt

Frankfurt: Wilde Wiese, natürlicher Fluss

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Stadt und Zoll wollen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten das Überleben leichter machen. Der Frankfurter Zoll berichtet von traurigen Beispielen.

Am Mittwoch, dem „Welttag des Artenschutzes“, haben Politik und Behörden zu mehr Rücksicht auf gefährdete Pflanzen und Tiere aufgerufen. Die Umweltdezernentin versprach mehr Wildnis in der Stadt. Der Frankfurter Zoll lieferte traurige Beispiele aus jüngster Zeit.

So erschnüffelte Artenschutzspürhündin Nela am Flughafen Ende Januar eine Vielzahl von Steinkorallen in drei Reisekoffern. Herkunft: Barbados. Kollegin Greta fand im Februar in vier Hartschalenkoffern ebenfalls artengeschützte Muscheln, Schnecken und Korallenbruchstücke, die verbotenerweise von den Malediven mitgebracht wurden.

Frankfurt liegt vor allem wegen des Flughafens in der unrühmlichen Disziplin Tier- und Pflanzenschmuggel weit vorn: Bei bundesweit etwa 1400 Fällen im Jahr 2019 stellte das Hauptzollamt Frankfurt 824 Mal Schmuggelgut sicher – 51 643 artengeschützte Einzelexemplare, darunter 7702 lebende Tiere und 152 lebende Pflanzen.

Tägliche Verstöße

Häufig vertreten: Korallen, Zierfische, Schlangen, Schildkröten. Zudem beschlagnahmte der Zoll 43 789 Erzeugnisse aus artengeschützten Tieren und Pflanzen, meist Urlaubssouvenirs. Fast täglich finde man Nahrungsergänzungsmittel mit Bestandteilen geschützter Pflanzen und Tiere im Post- und Frachtverkehr, sagt die Frankfurter Zollsprecherin Isabell Gillmann. Diese Gesetzesverstöße machen es der gebeutelten Natur noch schwerer. 150 Arten verschwinden täglich für immer von der Erde, erinnert Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Sie will mit mehr Wildnis in der Stadt gegensteuern. „Artenschutz beginnt bei jedem von uns“, sagt sie. „Der Erhalt der Lebensräume von Pflanzen und Tieren ist eine zentrale Aufgabe der Stadtentwicklung.“

Dazu zählt die Renaturierung des Fechenheimer Mainbogens, die dem Fluss Auen, Altarme und Tümpel zurückgeben soll. Dazu zählen 400 Hektar Wildwiesen, die das Grünflächenamt mit Naturschutzverbänden und Biolog:innen angelegt hat; weitere 32 Hektar sollen bald gefährdeten Arten Lebensraum bieten.

Urban-Gardening-Projekte, so wirbt die Stadträtin, trügen zum Schutz der Tiere und Pflanzen bei, ebenso städtische Begrünungsprogramme. Nötig sei noch viel mehr: „Die größte direkte Gefahr der Biodiversität ist unser Hunger nach Land“, so Heilig. Aber Baurecht gehe immer noch vor Baumrecht. „Das müssen wir umkehren, bevor es zu spät ist.“

Wie der Artenschutz gelingen könne, zeige das Projekt „Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben“, an dem Frankfurt teilnimmt und wieder mehr die Natur machen lässt, was sie will. An anderer Stelle, im Palmengarten und im Botanischen Garten, sind – wenn Corona es wieder zulässt – Hunderte einheimischer und exotischer Arten zu sehen, die vom Aussterben bedroht sind. Heilig: „Biodiversität zu schützen wird uns helfen, uns an den Klimawandel anzupassen.“

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