Greenpeace-Studie über getrennte Radwege

„Protected Bike Lanes“ in Frankfurt und Wiesbaden: Machbar und günstig

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
    schließen

Eine Greenpeace-Studie hat 30 Städte untersucht, darunter Frankfurt und Wiesbaden, und schlägt den Bau von „Protected Bike Lanes“ vor. Platz dafür gäbe es genug.

  • Protected Bike Lanes" sind farblich markierte und vom Autoverkehr getrennte Radwege.
  • Die von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass ausreichend Fläche für die „Protected Bike Lanes" zu Verfügung steht.
  • Die Kosten für die „Protected Bike Lanes“ sind vergleichsweise günstig.
„Protected Bike Lanes“: Frankfurt setzt jetzt vor allem auf die rote Markierung von Radwegen.

Frankfurt - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat ermittelt, ob es möglich ist und was es kosten würde, baulich getrennte Radwege in den 30 größten Städten zu errichten, darunter auch in Frankfurt und in Wiesbaden. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es rund 105 Millionen Euro kosten würde, ein 105 Kilometer langes Radnetz in Frankfurt mit „Protected Bike Lanes“ auszustatten.

„Protected Bike Lanes“: In Frankfurt setzen Verkehrsplaner auf rot markierte Radwege

Protected Bike Lanes“ sind farblich markierte und vom Autoverkehr getrennte Radwege, wie es sie seit den 2000er Jahren zuhauf in New York, Chicago, Seattle und anderen US-amerikanischen Städten gibt, dort in Grün und mit Pollern begrenzt. In Frankfurt setzen die Verkehrsplaner auf die Farbe Rot, um die Radwege optisch zu gestalten. Baulich getrennt sind sie derzeit nur an einigen Gefahrenstellen.

In Wiesbaden sind laut Greenpeace rund 28 Millionen Euro zur Einrichtung von „Protected Bike Lanes“ auf einem 28 Kilometer langen Radnetz nötig. Pro Einwohner würden 102 Euro für den Radverkehr ausgegeben, in Frankfurt wären es 138 Euro pro Einwohner.

Ein Kilometer „Protected Bike Lanes" kostet eine Million Euro - 2,2 Kilometer A66 kosten 477 Millionen

Im Straßenverkehr getötete RadfahrerQuelle: Statista
2015383
2016393
2017382
2018445
2019445

Für den Bau von einem Kilometer geschütztem Radweg veranschlagt die Studie rund eine Million Euro. Zum Vergleich: Der Ausbau der Autobahn A66 auf 2,2 Kilometern Länge mit Riederwaldtunnel in Frankfurt kostet den Steuerzahler 477 Millionen Euro. „Für einen sicheren Radverkehr muss der Platz in Städten auf Kosten des Autos neu verteilt werden“, sagte Marion Tiemann, Verkehrsexpertin von Greenpeace. Die Bundesregierung müsse die Städte rechtlich und finanziell unterstützen.

Die Untersuchung basiert auf dem Berliner Mobilitätsgesetz von 2018, das Radfahrende mit dem Ausbau von Radwegen schützen will. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in allen untersuchten Städten ausreichend Platz für ein besseres Radnetz vorhanden ist.

„Protected Bike Lanes" benötigen nur ein Sechstel der Fläche, die Autos zum Parken brauchen

In der hessischen Landeshauptstadt stehen demnach knapp 1,5 Millionen Quadratmeter Abstellfläche für private Pkw zur Verfügung. In Frankfurt gibt es laut Studie für sie drei Millionen Quadratmeter Abstellfläche.

Die „Protected Bike Lanes“ sollen 2,5 Meter breit sein. Insgesamt benötigten sie in den 30 untersuchten Städten 14 Millionen m2 Fläche. Das sei ein Sechstel der Fläche, welche die zugelassenen privaten Pkw derzeit zum Parken beanspruchten.

Die Gesamtkosten der "Protected Bike Lanes" sind vergleichsweise günstig

Die Gesamtkosten für den Bau der „Protected Bike Lanes“ bis 2024 lägen den Angaben zufolge bei 2,75 Milliarden Euro. Die Bundesmittel für den Radverkehr betragen in den kommenden Jahren 1,4 Milliarden Euro. Allerdings stünden weitere acht Milliarden Euro pro Jahr im Bundesverkehrswegeplan für den Ausbau und Erhalt der Bundesfernstraßen bereit. (Von Florian Leclerc)

Rubriklistenbild: © Oeser

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare