+
Thema einer Sonderausstellung: Jim Avignon

Kultur

Wahrzeichen kehrt vor Museum in Frankfurt zurück

  • schließen

Die Reiterstatue „Pre Bell Man“ von Nam June Paik wird wieder vor dem Museum für Kommunikation aufgestellt - als Replik. Außerdem gibt es 2019 zahlreiche Ausstellungen.

Diese Frage hätten die Besucher des Museums für Kommunikation in Frankfurt am häufigsten gestellt, sagt Direktor Helmut Gold. „Wann kommt eigentlich der Paik zurück?“ Die Reiterstatue „Pre Bell Man“ des südkoreanischen Videokünstlers Nam June Paik war 1990 auf dem Vorplatz aufgestellt worden, als der Neubau des damaligen Postmuseums eröffnet wurde. „Sie wurde nie beschädigt, das ist ein Zeichen für die hohe Akzeptanz.“

Doch Schwankungen in Temperatur und Witterung machten der 4,10 Meter großen Videoskulptur zu schaffen, die mehrmals restauriert werden musste. Seit 2012 steht sie im Depot in Heusenstamm. Weil es unter restauratorischen Gesichtspunkten nicht möglich gewesen sei, den Roboter auf dem Pferd wieder im Außenbereich zu platzieren, habe sich das Museum eine andere Lösung überlegt: Mit Dubletten der Radios und Fernseher, die Paik für die Skulptur verwendet hatte, wurde eine Replik gefertigt. Sie wird ab Mitte Mai vor dem Gebäude am Schaumainkai stehen.

Neben der Dauerausstellung zur Mediengeschichte sind derzeit Sonderschauen zu Freundschaft und Jim Avignon zu sehen. Danach nimmt sich das Museum in der Ausstellung „Elektro +- mobil“ die Verkehrswende vor – und geht dabei in die Geschichte zurück. Die Post sei schon früher „ein Pionier der Elektromobilität“ gewesen, sagt Kurator Joel Fischer. Mit den batteriebetriebenen „Bergmann“-Fahrzeugen seien in den 1920er Jahren Pakete in deutschen Städten, auch in Frankfurt, ausgeliefert worden. Bis zum Zweiten Weltkrieg seien rund 3000 elektrische Fahrzeuge unterwegs gewesen; Ende der 1950er Jahre wurde beschlossen, aus Kostengründen keine weiteren Fahrzeuge zu kaufen. Heute stelle die Deutsche Post mit dem Streetscooter wieder Elektrofahrzeuge her. Die Ausstellung wolle eine Debatte über die Vor- und Nachteile von Elektromobilität anstoßen, sagt Direktor Gold.

Mit dem digitalen Wandel in den Kommunikationsmedien beschäftigt sich das Museum in der Dauerausstellung und ab März in einem Podcast; außerdem wird der sogenannte Debatten-Dienstag fortgeführt, so etwa am 26. Februar zur Frage: „Stirbt 2019 das Internet? Die Europawahl und das Urheberrecht“.

Wissenschaftler diskutieren bei einer Tagung am 14. März unter anderen darüber, inwieweit die originalgetreue Replik der Reiterstatue von Nam June Paik an das Original heranreicht.

„Daumen hoch“ habe in den römischen Arenen den Tod der Gladiatoren bedeutet, sagt Kuratorin Monique Behr; diese und weitere Gesten beleuchte die Ausstellung „Gesten. Gestern, heute, morgen“ ab Herbst. Zum Jahresende werde „Das Geheimnis“ im digitalen Zeitalter untersucht.

Frankfurt: Museum für Kommunikation - Ausstellungen

Mit „Elektro+- Mobil. Geschichte einer Zukunftstechnologie “ (21.3.-13.10.19) eröffnet das Museum für Kommunikation am Schaumainkai 53 in Frankfurt die neuen Ausstellungen in diesem Jahr.

Die Reiterstatue „Pre Bell Man“ von Nam June Paik kehrt Mitte Mai als Replik auf den Platz vor dem Museum zurück. Eine begleitende Ausstellung läuft vom 13.6. bis Ende 2019. Die Ausstellung „Gesten“ führt von 25.9. bis August 2020 durch Geschichte, Gegenwart und Zukunft dieser Form nonverbaler Kommunikation.

Teilnehmer des „Docma Awards“ für Bildbearbeitung stellt das Museum vom 24.10. bis 1.12. aus. Am 12.12. eröffnet die Ausstellung „Das Geheimnis. Ein gesellschaftliches Phänomen“.

Laut Museum kamen 2018 rund 112 600 Besucher und damit 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Wegen der Sanierung der LED-Leuchten war das Haus im September geschlossen. fle

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare