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Frankfurt: Wieder ein paar Ladesäulen mehr

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Von: Florian Leclerc

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In der Straße am Weingarten in Bockenheim kann man sein E-Auto nun gegen Gebühr laden.
In der Straße am Weingarten in Bockenheim kann man sein E-Auto nun gegen Gebühr laden. Foto: Renate Hoyer © Renate Hoyer

Die Zahl der Ladestationen für Elektroautos in Frankfurt soll bis Jahresende auf 380 steigen. Fünf Anbieter machen beim „Open-Market-Modell“ mit.

In Frankfurt hat die Zahl der Ladestationen für Elektroautos und Hybride in diesem Jahr zugenommen. Gab es zum Jahresbeginn 319 Ladesäulen im öffentlichen Raum, sind es laut Bundesnetzagentur mittlerweile 350.

„Bis zum Jahresende wollen wir 380 Ladepunkte im öffentlichen Raum haben“, kündigte Wolfgang Siefert, Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne), an. Zähle man den teil-öffentlichen Raum dazu, also zum Beispiel die Parkplätze von Supermärkten, gebe es jetzt schon etwa 400 Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge.

Anlass war ein Pressetermin in der Straße am Weingarten in Bockenheim, wo das Münchner Unternehmen Qwello seine ersten drei Ladesäulen in Frankfurt aufgestellt hat.

Eine Kilowattstunde für 37 Cent plus Infrastrukturgebühr

Es sind wahrhaftige Säulen, schwarz, schlank und übermannsgroß, die auf dem Bürgersteig stehen. An der Spitze leuchtet die Lampe grün, wenn die Säule frei ist. Bei Gelb ist die Säule reserviert; das Reservieren geht über die App des Unternehmens. Bei Rot ist die Säule belegt. Sensoren erkennen, wenn ein Auto auf dem Parkplatz parkt und keinen Strom tankt: Dann blinkt die Lampe rot. „Wir machen es den Ordnungshütern leicht, Falschparker zu entdecken“, scherzte Martin Kinne vom Unternehmen.

Der Strom für die Ladestationen am Weingarten kommt aus einem grauen Schaltkasten vor der Hausfassade. Eine Kilowattstunde kostet 37 Cent. Hinzu kommen zwei Cent pro Minute für das Bereitstellen der Infrastruktur, das sind 1,20 Euro pro Stunde. Gezahlt wird per Unternehmens-App, Karte oder digitalem Bezahlsystem.

Qwello ist eines von fünf Unternehmen, die in Frankfurt die Ladesäulen aufbauen. Die anderen heißen Mainova, Eze Network, On Charge, Chargemaker und Mainova. Die Stadt Frankfurt wiederum markiert die Flächen und stellt die Schilder auf. Die Stadt setze auf ein „Open-Market-Modell“, sagte Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP). Das heißt: Die Stadt investiert nicht selbst in Ladesäulen, sondern überlässt das dem Markt. Was nur bedingt zutrifft. Die Mainova ist ein städtisches Unternehmen - wie die Parkhaus-Betriebsgesellschaft. Im Jahr 2023 wolle die Parkhaus-Betriebsgesellschaft die Lademöglichkeiten in den Parkhäusern „massiv“ erweitern, kündigte Siefert an.

Auch Qwello wollte laut Geschäftsführer Henrik Thiele massiv in Frankfurt investieren, „Hunderte“ Standorte seien beantragt worden. Genehmigt wurden in diesem Jahr 40. Sie lägen im gesamten Stadtgebiet, mit Ausnahme der „engsten Innenstadt“, dafür auch am Stadtrand.

Der Bedarf an Ladesäulen ist nach Ansicht von Stadt und Unternehmen da. Nach Magistratsangaben sind etwa 35 000 Elektrofahrzeuge und Hybride in Frankfurt zugelassen. Das entspricht etwa zehn Prozent aller zugelassenen Kfz. Auch sei ein Drittel der Menschen laut einer Studie der Unternehmensberatung Bearing Point mittlerweile bereit, sich als Neuwagen ein E-Auto anzuschaffen, sagte Wüst.

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