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Frankfurt: Wieder Autos auf dem Mainkai

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Von: Florian Leclerc

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Auf dem Mainkai in Frankfurt dürfen von 5. September an wieder Autos fahren. Foto: Rolf Oeser
Auf dem Mainkai in Frankfurt dürfen von 5. September an wieder Autos fahren. Foto: Rolf Oeser © Rolf Oeser

Die temporäre Mainkai-Sperrung in Frankfurt ist vorbei. Die Diskussion über die Umwidmung geht weiter. SPD und Volt im Römer wollen die Straße schon vor 2026 umwidmen.

Auf dem Mainkai, der nördlichen Mainuferstraße, fahren seit Montag wieder Autos und Lastwagen. Acht Wochen lang war die Straße am Mainufer gesperrt. Bespielt wurde der Mainkai mit dem städtischen Programm „Sommer am Main“. Es ging am Wochenende mit Konzerten und Werkstattgesprächen zu Ende.

„Das niedrigschwellige Angebot der überwiegend ehrenamtlich mitwirkenden Akteure wurde sehr gut angenommen. Es wurden unterschiedlichste Zielgruppen erreicht, die sich den öffentlichen Raum angeeignet haben“, resümierte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Reisezeiten nicht signifikant gestiegen

Bei der Umleitung des Autoverkehrs gab es laut Verkehrsdezernat keine größeren negativen Überraschungen. „Nach ersten Auswertungen lassen sich bis auf Ausnahmen auf einzelnen Routen in den Spitzenstunden auf den meisten betrachteten Routen keine signifikanten Steigerungen der mittleren Reisezeiten feststellen“, teilte das Dezernat mit. Die Verkehrsdaten für den gesamten Zeitraum der Sperrung würden bis Mitte Oktober ausgewertet und den fünf beteiligten Ortsbeiräten und der Öffentlichkeit vorgestellt. In der Innenstadt sei das Verkehrsaufkommen mit Kraftfahrzeugen seit Jahren rückläufig, während mehr Radverkehr oder nun auch mehr E-Scooter unterwegs seien.

Die Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt im Römer wollte den Mainkai zunächst über die Sommerferien hinaus an den Wochenenden und nachts sperren lassen. Der Magistrat in Frankfurt lehnte das ab, weil der Wechsel von Öffnungen und Sperrungen der Straße nicht zu vermitteln sei und es zusätzlicher Veranstaltungen bedürfe, um temporäre Sperrungen zu rechtfertigen. Anders verhalte sich das mit einer dauerhaften Umwidmung. Diese ist im Koalitionsvertrag für die Zeit ab 2026 vorgesehen.

Volt im Römer will die Umwidmung nun schon früher umsetzen. „Ich möchte eine Umwidmung und Beginn der Umbaumaßnahmen bereits im Jahre 2024“, sagte der Fraktionsvorsitzende Martin Huber. Er lobte das Programm „Sommer am Main“ und die Straßenbemalung. „Für die nächste temporäre Sperrung fordere ich mehr Beschattungselemente und mobile Sitzgelegenheiten“, sagte er. Das Konzept für die dauerhafte Sperrung sollte jetzt entwickelt werden.

„Der ‚Sommer am Main‘ war ein Vorgeschmack darauf, was es bedeutet, wenn öffentlicher Raum an die Einwohner:innen zurückgegeben wird. Ich wünsche mir eine schnelle Planung und den Umbau des Mainkais – am besten noch eine Fertigstellung während der Wahlperiode“, sagte Kristina Luxen, die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Auswertung gefordert

Aus Sicht der FDP im Römer fällt die Bilanz der Sperrung durchwachsen aus. „Die Staubildung in der Schweizer Straße morgens war erheblich, die Anzahl der Lkw nahm deutlich zu“, sagte Uwe Schulz, der verkehrspolitische Sprecher der FDP im Römer. Im Feierabendverkehr sei es zu einer starken Staubildung auf der Untermainbrücke gekommen. „Das Umleitungskonzept ist noch nicht in spürbarer Weise angenommen worden.“ Bevor es zu einer Umwidmung komme, sei ein Gesamtverkehrskonzept und eine verkehrswissenschaftliche Auswertung der Sperrung nötig, sagte Schulz.

„Der Verkehr muss nicht verlagert, sondern reduziert werden. Deswegen schlagen wir eine Umgestaltung des Mainkais mit zusätzlichen Grünflächen sowie einen neuen Platz am Eisernen Steg durch eine Verschwenkung der Mainkai-Straße vor“, sagte Frank Nagel, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, als Stimme aus der Opposition. Eine Sperrung ohne ganzheitliche Betrachtung der Verkehrslage sei zum Scheitern verurteilt.

Katharina Knacker, die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, hob für die Koalition die Aktivitäten beim „Sommer am Main“ hervor. Durch die temporäre Öffnung der Straße für die Menschen seien viele Wünsche und Daten gesammelt worden. Auf dieser Basis könne der Magistrat bei der nächsten Sperrung im Sommer 2023 nachsteuern.

Aus Sicht von Daniela Mehler-Würzbach aus der Opposition gab es bereits genug „temporäre Experimente, x-te Events, Ideensammlungen, iterative Evaluationsschleifen und Begleituntersuchungen“. Die verkehrspolitische Sprecherin der Linken im Römer sagte: „Nach dem bunten, lebendigen Sommer mit vielen Veranstaltung versteht niemand, warum der Mainkai nun wieder bis zu den nächsten Sommerferien den Autos gehören soll.“

Umfrage: Die Stadt Frankfurt bietet Bürgerinnen und Bürgern noch bis zum 25. September Gelegenheit, sich an einer Umfrage zur Mainkai-Sperrung zu beteiligen: ffm.de

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