Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Eisenbahn-Reiner“ an seinem Platz an der Neuen Kräme.
+
„Eisenbahn-Reiner“ an seinem Platz an der Neuen Kräme.

Obdachlosigkeit

Frankfurt: Wieder Ärger für „Eisenbahn-Reiner“

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
    schließen

Der Obdachlose Reiner soll seinen Platz an der Frankfurter Neuen Kräme abends verlassen. Das verlangt Bruder Paulus von der Franziskustreff-Stiftung.

Frankfurt - Fünf Jahre, nachdem „Eisenbahn-Reiner“ die Erlaubnis zum Lagern auf der Neuen Kräme erhalten hat, wird der Obdachlose erneut zum Politikum. Anlass ist ein Passus in der Genehmigung, wonach „Eisenbahn-Reiner“, der mit bürgerlichem Namen Reiner Schad heißt, seinen Platz abends verlassen muss. Insbesondere Bruder Paulus Terwitte, Vorstand der Franziskustreff-Stiftung, treibt die Kontrollen voran – zum Unverständnis von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD): „Ich wundere mich schon, dass ein Frankfurter Pater nichts Besseres zu tun hat, als einem Obdachlosen ständig die Ordnungspolizei auf den Hals zu hetzen.“

Bereits 2016 gab es Diskussionen um Schad, der auf seinem Platz in der Neuen Kräme sein Spielzeug ausstellt – darunter eine Eisenbahn. Auf Betreiben von Bruder Paulus, der im Liebfrauenkloster an der Neuen Kräme lebt, ging die Stadt gegen ihn vor. Zeitweise musste der Obdachlose seinen Platz verlassen. Nach einer massiven Protestwelle kam es zur Kehrtwende. Das Straßenverkehrsamt erteilte Schad eine Ausnahmegenehmigung.

Frankfurt: Bruder Paulus fordert regelmäßige Kontrollen des Obdachlosen

Diese sieht aber vor, dass der Obdachlose abends seine Sachen einpackt und den Platz in Frankfurt verlässt. Auf diese Regelung besteht Bruder Paulus jetzt. In den vergangenen Jahren habe Schad regelmäßig auf der Neuen Kräme geschlafen, sagte Paulus Terwitte im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Die Fläche rund um Schads Platz sei ständig mit Kot und Urin verunreinigt. Der Obdachlose lebe unter menschenunwürdigen Bedingungen, obwohl er regelmäßig Geld von Passant:innen zugesteckt bekomme. Zudem geht es Bruder Paulus um Gerechtigkeit. „Liebe braucht Ordnung“, sagte er.

Mittlerweile ist Paulus auch rechtlich gegen die Stadt vorgegangen. Er legte Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Frankfurter Magistrat ein. Die Regelung, wonach Schad seinen Platz abends räumen muss, werde nicht kontrolliert, monierte der Kapuziner, der für sein soziales Engagement am heutigen Freitag in Wiesbaden das Bundesverdienstkreuz erhält.

Das Innenministerium, das die Beschwerde prüfte, habe keine Pflichtverletzung der Stadt festgestellt, sagte Oesterling. Fakt ist aber, dass Reiner Schad in den vergangenen Tagen aufgefordert wurde, seinen Platz zu räumen. Oesterling sprach von „Ermahnungen“, die nötig gewesen seien. „Ich hätte mir aber nicht träumen lassen, dass wir uns jetzt nochmal mit dem Thema befassen müssen“, sagte der Dezernent.

Für den Verbleib von „Eisenbahn-Reiner“ – auch nachts – soll es von heute an immer vormittags Protestaktionen am Liebfrauenberg geben. Dazu ruft Peter Rubach auf, der sich ehrenamtlich für Obdachlose engagiert. Schad habe eine Absprache mit einem Geschäftsmann in der Neuen Kräme, dass er in dessen Hauseingang schlafen dürfte, sagte Rubach der Frankfurter Rundschau. (Georg Leppert)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare