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Frankfurt: Wie die Stadt weiter wachsen will

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Von: Christoph Manus

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In Frankfurt sind zuletzt sehr viele Hochhäuser, hier: das One Forty West, entstanden. Nun ebbt die Entwicklung langsam ab.
In Frankfurt sind zuletzt sehr viele Hochhäuser, hier: das One Forty West, entstanden. Nun ebbt die Entwicklung langsam ab. © Oeser

2023 wird ein Jahr der Entscheidungen für die Frankfurter Planungspolitik. Die beschäftigt sich unter anderem mit neuen Hochhausstandorten und den Mieten bei der ABG.

Können in den kommenden Jahren östlich der Autobahn 5 im Nordwesten Frankfurts neue Quartiere für mehr als 20 000 Menschen entstehen? Das ist eine der wichtigsten Fragen, mit denen sich die Frankfurter Stadtpolitik und die Regionalversammlung Südhessen in den nächsten Monaten beschäftigen werden. Gut fünf Jahre nach Beginn von Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme in dem überwiegend landwirtschaftlich genutzten Areal spricht alles dafür, dass das Stadtparlament bald mit den Stimmen der Koalition von Grünen, SPD, FDP und Volt die Weichen für das mit Abstand wichtigste Stadtentwicklungsprojekt seit dem Bau des Riedbergs stellt.

Die größere Hürde dürfte die Zustimmung der Regionalversammlung sein. Denn gerade die CDU, die in dem Gremium mit der SPD eine große Koalition bildet, hat in den vergangenen Jahren nie einen Hehl aus ihrer Ablehnung des Frankfurter Wohnungsbauprojekts gemacht – und das unter anderem ökologisch begründet. Ob die Beschränkung auf die Flächen östlich der Autobahn, die der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) als Entgegenkommen an die Region verkauft, den Widerstand bröckeln lässt, ist noch offen.

Weniger strittig dürfte die Entscheidung über den neuen Hochhausentwicklungsplan für Frankfurt sein, der nach jahrelanger Arbeit so gut wie fertig ist. Noch läuft die Abstimmung zwischen den Fraktionen der Römer-Koalition. Die Grundzüge des Plans, der bestimmt, wo neue Hochhäuser entstehen dürfen und wo nicht, sind aber seit langem weitgehend gesetzt. Neue Standorte will die Stadt im Bankenviertel, im Bahnhofsviertel und im Bereich Ostbahnhof/Osthafen ausweisen und damit etwa ein Dutzend neuer Türme ermöglichen. Schon vor Jahren hatte die Stadt klargemacht, dass die Skyline nur noch behutsam wachsen soll. Die Zeiten, in denen es als Ziel galt, Frankfurt immer „amerikanischer“ zu machen, sind vorbei.

Warten auf Entlastung

Gerade Mieterinnen und Mietern hatte das Römer-Bündnis in seinem im Mai 2021 vorgestellten Koalitionsvertrag viel versprochen. 1000 neue Sozialwohnungen pro Jahr sollten entstehen, der Baulandbeschluss, mit dem die Stadt Investoren Vorgaben macht, zu diesem Zweck noch deutlich verschärft werden. Für viele Haushalte bei der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG, die Anspruch auf eine geförderte Wohnung haben, sollten die Mieten sinken. Die AGB sollte zudem zu noch mehr gefördertem Wohnungsbau verpflichtet werden. Doch bislang hat die Römer-Koalition nicht einmal einen Antrag dazu eingebracht.

Und auch dass im neuen Jahr schnell Entscheidungen für mehr günstigen Wohnraum getroffen werden, ist nicht zu erwarten – schon weil zunächst die Oberbürgermeisterwahl am 5. März alles überlagern wird. Außerdem ist nicht klar , ob die Koalition bereit ist, ihre Versprechen trotz Widerstands der Wohnungswirtschaft und der ABG-Geschäftsführung, einzulösen.

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