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Es ist  zu begrüßen, dass die Frankfurter Uni sich überlegen will, wie sie mit rechtsextremer Ideologie umgeht. Der Kommentar. 

Ein paar rechtsextreme Sticker, die sowieso schnell wieder abgerissen werden. Eine Psychologie-Studentin, die wohl in der rechten Szene organisiert ist und mit einem T-Shirt der neofaschistischen italienischen Bewegung „Casa Pound“ auf dem Campus aufgefallen sein soll. Nein, aktuell sind Rechtsextreme an der Goethe-Universität keine große Gefahr – und es steht auch nicht zu befürchten, dass die rassistische „Identitäre Bewegung“ dort bald ebenso offensiv auftreten wird wie etwa an der Uni Halle.

Trotzdem ist es zu begrüßen, dass die Frankfurter Uni sich jetzt überlegen will, wie sie mit rechtsextremer Ideologie und ihren Anhängern umgeht. Denn die Hochschule ist gleich mehrfach von der erstarkten Rechten betroffen: Erstens treten Aktivisten der sogenannten Neuen Rechten, der etwa die „Identitären“ zuzurechnen sind, betont intellektuell auf und versuchen gerade im universitären Umfeld mit ihrer Ideologie zu punkten. Es ist Teil ihrer „metapolitischen“ Strategie, möglichst viele soziale Diskursräume zu kapern. Zweitens zielen Rechtsextreme immer auf die Freiheit der Forschung. Aufklärung, Liberalität und demokratischer Streit laufen ihrem autoritären Weltbild zuwider. Und drittens gibt es an der vielfältigen Goethe-Uni sehr viele Menschen, die potenziell von Rassismus betroffen sind.

Der nun zu bildenden Arbeitsgruppe des Senats ist daher zu wünschen, dass sie breiten Rückhalt aus allen Teilen der Hochschule erfährt. In ihrem Leitbild verpflichtet sich die Goethe-Uni der Demokratie und Vielfalt. In diesen Zeiten muss das auch bedeuten, sich mit der extremen Rechten zu befassen. Auch wenn sie derzeit noch ungefährlich wirkt.

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