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Ein Hauch von Sizilien: Anisoara Astratini (l.) und Luca Fargetta an ihrem Gefährt.

Westend

Im Westend mit einer mobilen Getränkepresse unterwegs

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Luca Fargetta und seine Partnerin Anisoara Astratini sind mit einer mobilen Getränkepresse unterwegs. Der Wagen ist auch für Feste buchbar.

Eine Orange nach der anderen schiebt Luca Fargetta in die Presse. Dann heißt es ordentlich kurbeln. Damit der Saft aus der Frucht fließt, braucht es schon ein wenig Muskelkraft. Kein Problem für den Geschäftsmann. Schnell füllt er mehrere Becher, es riecht nach Sommer. Seit Mai radelt Fargetta, manchmal mit seiner Partnerin Anisoara Astratini, durch das Westend und verkauft das frische Getränk.

Das bunte Mobil zieht viele Blicke auf sich. Der Hinterkörper eines Fahrrades schiebt den Karren vor sich her, der Antrieb ist elektronisch, sonst ließe sich das Gefährt gar nicht fortbewegen. Auf dem gelben Dach, das sich hoch- und runterschieben lässt, prangen eine aufgeschnittene Orange und ein Granatapfel.

Darunter der Firmenname, L.A. Spremuta. Das heißt auf italienisch frischgepresster Saft. Die Buchstaben spielen außerdem auf die Vornamen des Paars an. Aus Italien, genauer gesagt Sizilien, kommen auch die Orangen - und Fargetta. Der 41-Jährige, der seit vier Jahren in Frankfurt lebt, kennt auf der Insel viele Obstplantagenbesitzer. Der Italiener führte dort mehreren Boutiquen die Luxusklamotten verkaufen. Nach Frankfurt kam er wegen der Liebe.

Wer den O-Saft-Wagen für sein Fest oder Firmenevents buchen oder wissen möchte, wo er unterwegs ist, kann unter l.a_spremuta(at) yahoo.com nachfragen.

Der Bauch des Wagens ist ebenfalls mit bunten Kästchen verziert, die Ludovica Cona, eine befreundete Künstlerin, entworfen hat. Sie hat sich vom Design sizilianischer Karren inspirieren lassen. Im Wagen-Inneren lagern die Orangen, mitunter rund 80 Kilogramm. Und auch ein kleines Becken mit fließendem Wasser gibt es. Den Saft verkaufen sie in drei Größen. Die kleinste Portion (0,25 Liter) kostet drei Euro, 0,4 Liter 4,50 Euro.

Auf einigen Veranstaltungen, wie einem Sommerfest der Europäischen Schule und der Bundesbank, seien sie mit ihrem Saft sehr gut angekommen, erzählt Astratini. Sogar Moderatorin Bärbel Schäfer und Bundesbankpräsident Jens Weidmann haben jeweils einen Becher frischen Saft getrunken.

Über letzteren Gast freute sich vor allem Astratini, die seit 18 Jahren als Bankangestellte arbeitet. Das Paar versucht, auch weitere Kunden an Land zu ziehen; einige Unternehmen haben schon Interesse angekündigt. Zuerst hatten Fargetta und Astratini überlegt, einen Laden zu mieten, aber das sei zu teuer gewesen. So kam die Idee mit dem Rad.

Bevor sie losradelten, mussten sie sich einige Genehmigungen besorgen. Und überall dürfen sie auch nicht stehen. Parks etwa sind tabu, aber auch andere Flächen, berichtet Astratini. Ein Hauptjob soll das Saftmobil erst einmal nicht werden. Fargetta hat einen Teilzeitjob. Astratani hilf am Wochenende mit.

Ab Oktober wollen die beiden auch Blutorangen- und Granatapfelsaft anbieten. Die Früchte stammen natürlich aus Sizilien. Und wenn es gut läuft, noch ein zweites Fahrrad besorgen, aber mit anderem Angebot. Welches, wollen sie noch nicht verraten.

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