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Frankfurt: Wer grillt, muss zahlen

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Von: Thomas J. Schmidt

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Die Stadtpolizei machte bei Kontrollen klar: Picknicken ist erlaubt, grillen verboten.
Die Stadtpolizei machte bei Kontrollen klar: Picknicken ist erlaubt, grillen verboten. © Thomas J. Schmidt

Stadtpolizei kontrolliert in Frankfurter Parks und Wäldern, um Brände zu verhindern

Die Brandgefahr ist enorm. Fast täglich brennt es irgendwo. „Zurzeit brennt es gerade in Rodgau“, sagt Pascal. Er möchte, wie seine Kollegin Bianca, nur mit Vornamen in der Zeitung erscheinen. Die beiden gehören zur Stadtpolizei. Sie sind auch am Wochenende im Einsatz.

An diesem Samstagnachmittag tun sie, was sie oft in diesen Wochen tun: Sie kontrollieren die Parks und Waldspielplätze, damit dort niemand grillt. Dies ist seit dem 29. Juni, seit sechs Wochen also, verboten. Die Allgemeinverfügung ist auf der Homepage der Stadt zu sehen. Sie wurde auch über die Medien bekannt gemacht. Später an diesem Tag wird Pascal sagen: „Bis zum 11. August sind 150 Kontrollen durchgeführt worden und 31 Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Brandschutzverordnung haben wir ausgestellt.“ Am Ende dieses Nachmittags werden es 154 Kontrollen sein und 32 Anzeigen.

„Wir fahren hin, wenn wir einen Hinweis bekommen, aber wir kontrollieren auch sonst“, sagt der Stadtpolizist. Seine Kollegin steuert den Van der Stadtpolizei. „Wir haben gerade den Tipp bekommen, dass im Nordpark gegrillt wird.“ Zwanzig Minuten später hält der Van am Nordpark. Zu Fuß machen sich die beiden auf den Weg. In der Sonne am Rand des Sportfelds sitzt eine große Gruppe, befreundete Familien, Kinder springen herum. Ein entspanntes Szenario.

Wäre da nicht die Feuerstelle, von der Rauch aufsteigt. Nein, nein, sie grillten nicht, versichert ein Mann mittleren Alters in einem gelben T-Shirt. „Wir wissen, dass es verboten ist.“ Die Feuerstelle qualme noch, weil die Vorgänger gegrillt hätten: „Wir waren das nicht!“

Pascal schaut in die Taschen, die auf dem Boden stehen. Darin befindet sich Grillfleisch. Aber nach einer Ermahnung und nachdem der Mann zwei Flaschen Wasser auf die Feuerstelle gegossen hat, ziehen die Polizisten weiter. „Ich kann zwei und zwei zusammenzählen, aber ich muss es beweisen“, sagt Pascal. Und das heißt: Er muss die Täter in flagranti erwischen.

Die Fahrt geht weiter zum Lohrberg, Auf der Fahrt dorthin sieht man im Süden eine hohe Rauchwolke. Die beiden Polizisten schauen interessiert hin. „Donnerwetter. Das könnte Rodgau sein.“ Am Lohrberg, wie immer an sonnigen Wochenenden, steht eine lange Reihe von Fahrzeugen entlang des Zufahrtswegs. Als die beiden Polizisten ihr Auto geparkt haben und sich die vielen Gruppen im Vorbeigehen anschauen, fällt der Blick auf eine Packung Grillkohle, die auf einer der Grillstellen steht. Ein Mann versichert: „Wir wollten grillen, aber es war vorhin schon eine Streife hier, sie haben uns darauf hingewiesen, dass es verboten ist.“ Bianca und Pascal gehen zu dem Metallgrill, den die Gruppe mitgebracht hat. Er ist kalt. Alles in Ordnung.

Auch Shishas verboten

Alles in Ordnung ist auch auf dem Schwanheimer Waldspielplatz. Hier ist kein einziger der vielen kreisförmig angebrachten Grills heiß. „Die Leute sind vernünftig“, sagt Bianca.

Nur eine Anzeige muss an diesem Nachmittag geschrieben werden: Im Rebstockpark hat eine Frau eine Wasserpfeife entzündet. Drei Kohlestücke glühen oben auf dem Tabak. Die 21-Jährige erhält denn auch eine Anzeige und ihre Freundin löscht die Kohle mit Wasser aus der Flasche. „180 Euro ist sehr teuer“, ärgert sich die Ertappte. Aber es sei verständlich, angesichts der Brandgefahr. „Ich wusste nicht, dass das Verbot auch für Shishas gilt.“ Doch es gilt sogar für Zigaretten, wenn man sie wegwirft.

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