Frankfurt

Freibäder verkaufen Online-Tickets - Wer früh kommt, hat Platz zum Schwimmen

Der Zugang zu den Freibädern wird durch Online-Buchung beschränkt. Auch das Rebstockbad führt jetzt elektronische Tickets ein.

  • Rebstockbad in Frankfurt führt elektronische Tickets ein
  • Einschränkungen in Freibädern durch die Corona-Pandemie
  • Trotz Online-Tickets besteht die Möglichkeit langer Wartezeiten in Freibädern

In das Rebstockbad kommen Besucher ab Samstag nur noch mit elektronischen Tickets. Damit folgt das Rebstockbad den Freibädern, die dieses Einlassverfahren zur Eindämmung des Coronavirus bereits am 15. Juni eingeführt haben. Grund dafür sei die große Nachfrage, vor allem während der Sommerferien, teilen die Frankfurter Bäder mit. Nur noch ein Drittel der normalerweise zulässigen Besucher sei derzeit im Rebstockbad erlaubt. Mit den neuen Einlassbedingungen sollen lange Schlangen am Eingang vermieden werden. Kunden können bereits beim Online-Buchungsverfahren sehen, ob zu den gewünschten Zeiten noch Tickets verfügbar sind.

Online-Tickets für das Rebstockbad in Frankfurt

Für drei verschiedene Zeitfenster können Tickets erworben werden: Von 9 bis 14 Uhr, von 15 bis 22 Uhr oder abends von 20 bis 22 Uhr. In der Zeit von 14 bis 15 Uhr sind keine Tickets verfügbar, weil Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen erfolgen.

Einschränkungen in Freibädern durch Corona

Auch sonst sind die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie in den Bädern deutlich zu spüren. Die Freibäder sind diesen Sommer leerer – „selbstverständlich“, sagt Boris Zielinski, Geschäftsführer der Bäderbetriebe. Man achte stark auf den Mindestabstand und müsse sich an die entsprechenden Vorgaben halten. „Tausende Besucher gibt es in diesem Jahr nicht.“ Von Anfang an habe man die Besucherströme stark reglementiert und gesteuert, auch an den heißen Tagen war das so. „Bis jetzt sind die ersten Wochen gut gelaufen. Wir haben viel Aufwand betrieben, zwei Slots eingeführt, damit mehr Gäste an einem Tag in die Bäder können.“

Eine Voraussetzung für den reibungslosen Ablauf seien die neuen Online-Tickets gewesen, die jeder Besucher vor dem Eintritt ins Bad kaufen muss. „Es war sowieso unser Plan die einzuführen, aber wegen der Coronakrise hatten wir jetzt so viel Druck, dass alles ganz schnell gehen musste.“ Zielinski sagt, dass es ihm und seinen Mitarbeitern wichtig sei, dass die Leute sich wohlfühlten. Bisher habe es nur wenige Beschwerden oder Probleme gegeben.

Kontrolle oder nicht?

Sportdezernent Markus Frank (CDU) macht mit Blick auf die bisherige Hitze-Periode noch einen Vorteil der Online-Tickets deutlich: Die Leute seien namentlich registriert, weswegen es zu erfreulich wenig unangenehmen Zwischenfällen käme.

Trotz Online-Ticket lange Wartezeiten im Freibad

Stefanie P., die ihren vollen Namen nicht in der Zeitung lesen will, hat eher negative Erfahrungen gemacht. „Ich werde künftig nur noch vormittags mit meinen Kindern ins Schwimmbad gehen“, sagt sie. Denn als sie an einem Sonntagnachmittag ins Stadionbad wollte, stand die vierköpfige Familie eine Dreiviertelstunde in der Schlange. Trotz Online-Ticket.

Und im Schwimmbad sei es genauso voll gewesen wie sonst auch, sagt sie. Im Kinderbecken hätten die Leute dicht an dicht gestanden, kontrolliert worden sei dort nicht. „Das hätte ich mir allerdings gewünscht“, sagt sie. Zumindest auf der Wiese hätten sich die Besucher aber an den Mindestabstand gehalten.

Wenn viele Menschen an einem bestimmten Zeitpunkt ins Schwimmbad wollen, könne es passieren, dass auch mal etwas nicht funktioniere, sagt Bäderchef Zielinski. „Wenn der Andrang erst mal durch ist, ist das normalerweise kein Thema. Aber wir hatten vor Freibädern schon immer ein großes Warteschlangen-Problem.“ Grundsätzlich seien aber alle Kassen besetzt, und die Karten funktionieren.

Weniger Gäste und mehr Platz für die, die da sind: schön und gut. Weniger Besucher bedeuten aber auch weniger Einnahmen. „Es ist zu früh, eine finanzielle Prognose abzugeben“, erklärt Zielinski. „Natürlich werden wir aber nicht die Einnahmen haben, die wir in den vergangenen Jahren hatten. Wir können in diesem Jahr bewusst keine 10 000 Leute in die Bäder lassen. Es gibt andere Prioritäten.“

Weniger Gäste in Freibädern seit Beginn der Corona-Pandemie

Weniger als die Hälfte der Besucher seien durchschnittlich in den Bädern. Die Kapazitätsgrenzen in den einzelnen Freibädern befänden sich im Durchschnitt bei 40 bis 50 Prozent der maximalen Besucher-Anzahl. Aber diese Zahlen seien dieses Jahr nicht entscheidend.

Schon öfter seien die Bäder in diesem Jahr ausgebucht gewesen, besonders an den heißen Tagen, so Zielinski. Einen Tipp hat Zielinski aber für die Badewilligen: „Der zweite Slot ist immer voller. Wenn jemandem die Uhrzeit egal ist, würde ich empfehlen, den ersten Slot zu nehmen. Da ist es ruhiger.“

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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