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Finanzspritze für die Kultur? Im Kern hatte die Performance durchaus Wahres. Monika Müller
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Finanzspritze für die Kultur? Im Kern hatte die Performance durchaus Wahres. Monika Müller

Frankfurt

Frankfurt: Wenn die Kultur am Boden liegt

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Falsche Berliner Volksbühne zeigt skurrile Performance am Frankfurter Opernplatz. Der Blick soll dabei aber auch auf die gebeutelte Kunst fallen.

Einige Leute auf dem Opernplatz schauen sich verunsichert um, ob des schreienden Mannes dort am Brunnen. „Ah, Hilfe. Die Kunst stirbt“, ruft er lauthals. Auch seine Mitstreiterin und seine Mitstreiter fangen zu brüllen an und winden sich offensichtlich vor Schmerz am Boden. Ein Mann mit Vogelmaske trommelt monoton zur Musik.

Eine Kunstperformance der etwas anderen Art präsentierten die vier Männer und eine Frau am Samstag nahe der Alten Oper. Volksbühne Berlin steht auf einem der Plakate. Aber steckt auch Volksbühne drin, wo Berlin draufsteht? Wohl eher nicht. Titanic-Chefredakteur Moritz Hürtgen hat eine Handvoll Menschen um sich geschart und die Satirekiste geöffnet.

Dabei schlüpft Hürtgen flugs mal schnell in die Rolle von Virologe Christian Drosten und bietet den Umstehenden an, die Inzidenz für einen Obolus von einem Euro um zehn Punkte sinken zu lassen. Sein Kollege wird unterdessen zum Theaterhaus und ruft „Sperr’ mich ab, sperr’ mich ab“. Gesagt, getan. Das Absperrband flattert im Wind und wird für den einen oder die andere gar zur Stolperfalle.

Verschwendete Kultur

„Wir wollen extreme Gefühle provozieren und verstören“, sagt Hürtgen hinterher. Daran dürfte zumindest wenig Zweifel bestehen. Und die Performance verfehlt ihre Wirkung nicht. Immer wieder bleiben Menschen stehen. Mal lachen sie, mal schütteln sie den Kopf. Einige Fahrradfahrer:innen lässt das Ganze sogar so kalt, dass sie mitten durch das abgesperrte „Bühnenbild“ fahren. Mit Ignoranz hat die Kunst wohl auch in diesen Zeiten zu kämpfen.

Danach wird es wild. Hürtgen fleht die Umstehenden an: „Hallo ich bin Künstler. Können Sie meine Miete bezahlen?“ Danach öffnet der Mann mit Vogelmaske einen kleinen gelben Benzinkanister (mit Wasser), auf dem Kultur steht. Er verschüttet das kostbare Gut, wird selbst damit übergossen, wälzt sich am Boden. Am Ende, als der Kanister leer ist, fällt der Satz „Kultur ist alle“. „Alles ist Kultur“, erwidert einer der Mitstreiter. Da darf man ruhig mal lachen.

Im Gespräch droht Hürtgen, dass Wiesbaden, Köln und Stuttgart als Nächstes auf dem Tourplan stünden. Man wünscht den Hauptstädten, dass die Protagonisten nicht kommen. Wobei etwas Klamauk in dieser Zeit nicht schaden kann. Und dann kommt da doch noch so ein Satz vom Chefredakteur: „Es ist ja nicht nur das Geld, manche leiden auch darunter, nicht auftreten zu können.“

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