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Mobilität

Weniger Verkehr im Lockdown

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Der neue Luftreinhalteplan für Frankfurt tritt in Kraft und ermöglicht Fahrverbote ab 1. Juli.

Der neue Luftreinhalteplan für Frankfurt soll dafür sorgen, dass die Luft sauberer wird und Fahrverbote vermieden werden. Der Plan tritt am heutigen Montag in Kraft, wie die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) mitteilte.

„Mit den Maßnahmen, die wir im Luftreinhalteplan vorgesehen haben, stellen wir sicher, dass die geltenden Grenzwerte für Stickstoffdioxid so schnell wie möglich eingehalten werden. Dadurch wird sich die Luftqualität in den von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Gebieten in Frankfurt künftig deutlich verbessern“, sagte sie.

Der Luftreinhalteplan ist 167 Seiten lang. Das Land Hessen listet darin auf, was getan wird, damit die Grenzwerte für Schadstoffe in Frankfurt eingehalten werden können. Dazu zählt Tempo 40 innerhalb des Anlagenrings, der Ausbau des Radnetzes, die Modernisierung der Busflotte, der Bau weiterer Busspuren, die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung, das Pilotprojekt mit 50 Elektrotaxis.

In Frankfurt wurden die Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickstoffdioxid jahrelang überschritten. Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel verurteilte das Land 2019, den Luftreinhalteplan für Frankfurt fortzuschreiben. Geklagt hatte die Deutsche Umwelthilfe.

Fahrverbote

Um die Qualität der Luft zu messen, wurden in Frankfurt Passivsammler an sechs neuen Standorte installiert. Vier sind in Unterliederbach und Höchst, jeweils eine im Anlagenring sowie auf der Mainzer Landstraße. Hier eine Liste mit allen Standorten: Börneplatz, Friedberger Landstraße, Gotenstraße, Hochstraße, Bahnhof Höchst, Kasinostraße, Königsteiner Straße, Lerchesberg, Mainkai, Mainzer Landstraße Niedwald, Nähe Hanauer Landstraße, Pforzheimer Straße, Pestalozzischule, Am Erlenbruch, Römerberg, Schwanheim.

Ein zonales Fahrverbot ist ab 1. Juli innerhalb des Anlagenrings möglich, zwischen Neue Mainzer Straße, Hochstraße, Bleichstraße, Seilerstraße, Lange Straße, Schöne Aussicht sowie am Mainkai zwischen Schöner Aussicht und Neue Mainzer Straße.

Streckenbezogene Fahrverbote sind möglich in Höchst/Unterliederbach, auf der Königsteiner Straße zwischen der Anschlussstelle Frankfurt-Höchst und Dalbergplatz; auf der Gotenstraße zwischen Gerlachstraße und Burgunderweg; auf der Zuckschwerdtstraße zwischen Kurmainzer Straße und Emmerich- Josef-Straße; auf der Emmerich-Josef-Straße zwischen Zuckschwerdtstraße und Andreasplatz; auf der Kasinostraße zwischen Andreasplatz bis Dalbergplatz; am Erlenbruch zwischen Lahmeyerstraße und Johanna-Tesch-Platz; auf der Mainzer Landstraße zwischen Platz der Republik und Taunusanlage sowie auf der Gutleutstraße zwischen Mainluststraße und Untermainanlage.

Internet: Luftreinhalteplan herunterladen unter umwelt.hessen.de/umwelt-natur/luft-laerm-licht/luftreinhalteplanung

Der neue „Luftreinhalteplan für den Ballungsraum Rhein-Main, 2. Fortschreibung, Teilplan Frankfurt am Main“ sieht vor, dass Fahrverbote nicht aufgrund von Berechnungen, sondern anhand tatsächlicher Messwerte verhängt werden. Maßgeblich ist der „gleitende Jahresmittelwert“. Er umfasst die vergangenen zwölf Monate, also zum Beispiel von April 2020 bis März 2021. Fahrverbote können frühestens zum 1. Juli 2021 angeordnet werden und dann jeweils zum 1. eines Quartals, also zum 1. Oktober, 1. Januar, 1. April.

Ausnahmen für Anwohner

Von März bis Mai 2020 kam es laut Luftreinhalteplan durch den Lockdown zu einem Rückgang des Verkehrsaufkommens in Frankfurt um 35 Prozent. Nach der Lockerung der Kontaktbeschränkungen stieg die Verkehrsmenge wieder an, bis sie im September 2020 die normale Höhe erreichte. Mit dem zweiten Lockdown ab November 2020 reduzierte sich das Verkehrsaufkommen wieder auf etwa 85 Prozent des Normalniveaus.

Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) rechnet daher nicht mit Fahrverboten ab Juli. Während der Lockdownmonate sei die Schadstoffbelastung entsprechend zurückgegangen, sagte er. Auf der Friedberger Landstraße liege die Belastung im Durchschnitt bei 33 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft. Fahrverbote werden ab durchschnittlich 41 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft verhängt. Priska Hinz sagte dazu: „Fahrverbote werden nur umgesetzt, wenn die Messwerte den Grenzwert für Stickstoffdioxid überschreiten und sie werden nur so lange gelten, bis der Grenzwert auch ohne Fahrverbote wieder eingehalten werden kann.“

Fahrverbote sind innerhalb des Anlagenrings möglich sowie streckenbezogen in Höchst, im Riederwald und auf einem Teil der Mainzer Landstraße. Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbetreibende gelten Ausnahmen.

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