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Frankfurt: Weniger private Investitionen in Wohnraum erwartet

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Von: Christoph Manus

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In Frankfurt ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Foto: Monika Müller
Private Eigentümer sind nach einer Umfrage derzeit sehr zurückhaltend beim Kauf neuer Wohnimmobilien in Frankfurt. Das hat auch mit dem sehr hohem Preisniveau zu tun. © Monika Müller

Der Eigentümerverein Haus & Grund Frankfurt sieht einen Rückgang der Investitionsbereitschaft unter seinen Mitgliedern – mit großen Folgen für den Wohnungsmarkt

Die hohe Inflation, die stark gestiegenen Zinsen und Regulierungen des Mietmarkts führen nach Beobachtung des Eigentümervereins Haus & Grund Frankfurt dazu, dass immer mehr private Bauherren und Vermieter:innen Investitionen in neue Wohnungen und Sanierungen verschieben. Als Folge könne sich die Situation am Wohnungsmarkt weiter zuspitzen, warnt der Vorsitzende des Vereins, Jürgen Conzelmann. „Die heute verschobenen oder gar ausgesetzten Investitionen privater Bauherren und Vermieter sind der Wohnungsmangel und die fehlenden energetischen Verbesserungen im Gebäudesektor von morgen.“

Conzelmann stützt seine Äußerungen auf eine vom Verein in Auftrag gegebene Onlinebefragung, an der etwa 900 Mitglieder teilnahmen. Dabei gab ein Drittel an, infolge verschärfter wohnungspolitischer Regelungen geplante Investitionen zu verschieben. Fast jeder Fünfte habe vor, geplante Investitionen eventuell zu unterlassen. Nach den vom Gewos-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnungsforschung erhobenen Ergebnissen wollen nur etwa 20 Prozent der Befragten derzeit in neue Vermietungsobjekte investieren – was der Verein mit dem derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, aber auch dem hohen Altersdurchschnitt der Mitglieder erklärt. Von den Investionsbereiten schauen nicht einmal 20 Prozent in Frankfurt. Das dürfte auch an den hier besonders hohen Prisen für Immobilien liegen. 44 Prozent der Befragten nennen das hohe Preisniveau als wichtigsten Grund, nicht in weitere Gebäude zu investieren.

Auch sonst sieht Conzelmann die privaten Vermieterinnen und Vermieter vor immer größeren Herausforderungen. In der Umfrage gab mehr als die Hälfte an, angesichts der gestiegenen Energiekosten mit Problemen bei den Nachzahlungen von Nebenkosten zu rechnen.

Aufstockung erleichtern

Die Kommunalpolitik fordert Conzelmann auf, die Anliegen der privaten Eigentümer:innen, denen 57 Prozent der Wohnungen in Frankfurt gehörten, stärker zu berücksichtigen. Haus & Grund drängt etwa auf Erleichterungen beim Ausbau von Dachgeschossen und Aufstockungen, mehr Möglichkeiten, auch in Gebieten mit Milieuschutzsatzungen zu investieren, und schnellere Genehmigungsverfahren. Die Stadt müsse die Grundsteuerreform zudem so umsetzen, dass Mieterinnen und Mieter sowie die Eigentümer:innen nicht stärker belastet werden.

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