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In der Rotlintstraße im Nordend gilt eine Milieuschutzsatzung. Foto: Rolf Oeser
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In der Rotlintstraße im Nordend gilt eine Milieuschutzsatzung.

Wohnungsmarkt

Frankfurt: Weniger Investitionen in Mietwohnungen

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Eigentümerinnen und Eigentümer wollen laut einer Umfrage weniger in Mietwohnungen investieren. FDP und Linke legen die Umfrage von Haus und Grund unterschiedlich aus.

Frankfurt – In Frankfurt sind Eigentümerinnen und Eigentümer bei Investitionen in neue Mietwohnungen derzeit zurückhaltend. Das geht aus einer Umfrage der Interessenvertretung Haus und Grund Frankfurt hervor, die etwa 1300 Mitglieder befragt hat. Die Mitglieder besitzen demnach durchschnittlich fünf Wohnungen.

Die Hälfte der Befragten will demnach gar nicht in weitere Wohnungen investieren, ein Viertel ist unentschlossen, 20 Prozent erklärten sich bereit, zu investieren. Von denen, die investieren wollen, erwägen vier von zehn einen Wohnungskauf im Umland von Frankfurt. Nur 16 Prozent der Befragten wollen eine Wohnung in Frankfurt kaufen.

Frankfurt: Vermieter in Angst vor Mietbegrenzung und Regulierung

Als Gründe werden die Sorge vor einer weiteren Regulierung des Mietmarktes und das hohe Preisniveau genannt. Bei der Regulierung sorgt die Befragten die Mietenbegrenzung und die Kappungsgrenze.

Mit Mietenbegrenzung ist gemeint, dass die Miete immer nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete erhöht werden darf. Die Kappungsgrenze legt fest, dass die Miete innerhalb von drei Jahren in Frankfurt um höchstens 15 Prozent steigen darf, aber nicht höher als die ortsübliche Vergleichsmiete.

Sechs von zehn Befragten gaben an, eine Mieterhöhung frühestens nach fünf Jahren zu prüfen. Zwei von zehn teilten mit, sie hätten Mieterhöhungen noch gar nicht geprüft, der Rest prüfe Mieterhöhungen nur bei Abschluss neuer Verträge. Allerdings gaben auch 20 Prozent der Befragten an, die Miete aus Sorge vor Verschärfungen vorsorglich erhöht zu haben.

Kritik an Milieuschutz – Haus und Grund Vorsitzender fordert Deregulierung

„Die zunehmenden Regulierungen bremsen nötige Investitionen aus“, sagte Jürgen H. Conzelmann, der Vorsitzende von Haus und Grund Frankfurt. Ohne private Investitionen in Wohnungen werde der Wohnungsmangel nicht reduziert und der energetische Zustand der älteren Gebäude nicht verbessert. Eine jährliche Begrenzung der Mieterhöhung auf einen Prozentpunkt mache Investitionen „völlig unwirtschaftlich“. Conzelmann forderte die Stadt dazu auf, die Milieuschutzsatzungen zu deregulieren.

Frankfurt hat in verschiedenen Gebieten Milieuschutzsatzungen eingeführt, um Luxussanierungen und Verdrängung zu verhindern, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zustimmungspflichtig zu machen und sich ein Vorkaufsrecht einzuräumen.

Frankfurt – FDP will runden Tisch mit Mietern und Vermietern

Die FDP im Römer reagierte besorgt auf die Umfrage von Haus und Grund. „Wir werden die Umfrageergebnisse sehr ernst nehmen“, sagte Sebastian Papke, der planungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion. Private Investoren müssten motiviert bleiben, in Frankfurt zu investieren. „Die Politik darf in diesem Zusammenhang keine weiteren Hemmnisse aufbauen“, sagte er.

Die FDP werde auf die Einrichtung eines runden Tisches mit Vertretern aus der Mieter- und Vermieterschaft und dem Magistrat drängen, um die Bau- und Milieuschutzsatzungen anzupassen. Die Reform der Grundsteuer in Hessen dürfe nicht zu einer Mehrbelastung von Mietenden und Vermietenden führen, sagte Papke. In Hessen soll ab 2025 bei der Grundsteuer die Fläche und die Lage berücksichtigt werden. Eine Grundsteuer C darf erhoben werden, wenn baureife Grundstück brach liegen.

Aus Sicht der Linken im Römer ist es „ein Trugschluss“ zu glauben, dass private Investitionen den Wohnraummangel lindern würden. „Die allermeisten Investitionen in den Wohnungsmarkt werden entweder getätigt, um Wohnungen im oberen Preissegment zu bauen oder Immobilien aufzuwerten und teurer weiterzuvermieten“, sagte Eyup Yilmaz, der planungspolitische Sprecher der Linken-Fraktion. Eine hohe Investitionsbereitschaft sei daher keineswegs eine gute Nachricht für Mieterinnen und Mieter. (Florian Leclerc)

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