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Frankfurt: Weniger Frauen in den Sportvereinen

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Von: Timur Tinç

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Die Handballerinnen der FTG Frankfurt haben keine Mitgliedersorgen.
Die Handballerinnen der FTG Frankfurt haben keine Mitgliedersorgen. © Michael Schick

Der Frankfurter Sportkreis zieht Bilanz: Fast 10 000 Neuanmeldungen in den Vereinen im Jahr 2021. Allerdings gibt es 12,6 Prozent weniger Frauen als im Jahr 2020.

Die gute Nachricht nannte Roland Frischkorn zuerst. „Wir haben wieder 260 000 Mitglieder in Sportvereinen“, sagte der Vorsitzende des Sportkreises Frankfurt am Mittwoch. Ein Plus von fast 10 000 Menschen. Das sind nur noch ein Prozent weniger, als vor der Coronavirus-Pandemie. „Das zeigt, dass sich die Kreativität und Flexibilität der Vereine, die Bereitschaft, in der schwierigen Zeit noch einen Zahn zuzulegen, gelohnt hat“, lobte Frischkorn. Damit steht Frankfurt deutlich besser da als andere Großstädte wie Hamburg, die laut Frischkorn 2021 ein Mitgliederminus von 4,2 Prozent in den Sportvereinen verzeichnen.

Allerdings fällt in der vorläufigen Auswertung der Mitgliederzahlen ins Auge, dass die Zahl der Frauen in Sportvereinen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen ist. „Das ist der Wermutstropfen“, sagte Frischkorn. In der Altersgruppe zwischen 19 und 26 Jahren um 12,56 Prozent. In der Altersgruppe 27 bis 46 Jahre etwa 13,6 Prozent. Bei den 41- bis 60-Jährigen um drei Prozent und bei den über 61-Jährigen um 1,1 Prozent. Dany Kupczik, die zweite Vorsitzende des Sportkreises, berichtet, dass schon ein Seminar begonnen hat zum Thema: Wie bekommen Frauen den Spagat zwischen Familie, Beruf und Sport hin? „Das ist nur der Anfang von vielen Aktionen, die wir vorhaben“, sagt sie.

Bei den Männern fällt besonders das Mitgliederplus von zehn Prozent bei den Senioren über 61 Jahren auf. Einen Zuwachs von sechs Prozent gibt es auch bei den 41- bis 60-Jährigen. Nur in den jüngeren Altersgruppen 19 bis 26 (minus zwei Prozent) und 27 bis 40 (minus 1,2 Prozent) ist der Trend leicht rückläufig. Dafür gab es im Jahr 2021 insgesamt einen großen Zuwachs unter Kinder und Jugendlichen.

Die meisten Neuanmeldungen gab es in den Sportarten Fußball, Segeln, Tennis, Golf und Reiten. Die Rückgänge betrafen den Behinderten- und Rehasport, „bei den Menschen, die es am meisten benötigen“, sagte Frischkorn. Außerdem Turnen und Kampfsport. „Die Verluste sind insbesondere bei den großen beziehungsweise Mehrspartenvereinen“, erläuterte Frischkorn. Die Ausnahme bildete Eintracht Frankfurt. In den Top Ten der Vereine mit den meisten Neumitgliedern: der Höchster Schwimmclub, der Tennisclub Europaviertel, Makkabi Frankfurt, der FSV Frankfurt, der SC Safo, der Riedberger SV, Griesheim Tarik, die Spvvg. Oberrad und der SC Riedberg.

Mit dem Abklingen der Omikron-Welle fordert der Sportkreis „weitestgehende Öffnungen“ für den Sport unter Einhaltung von Mindestmaßnahmen, was die Hygienevorschriften betrifft. Aktuell sind Vereine zum Beispiel bei der Nutzung von Umkleiden noch eingeschränkt.

Dass das Sportdezernat nun im Planungsdezernat angesiedelt ist, hält Frischkorn für einen klugen Schritt. „Sport muss Teil der Stadtplanung sein“, sagt er. Dass der zuständige Dezernent Mike Josef (SPD) das gleiche Parteibuch wie der Sportkreisvorsitzende hat, dürfte Frischkorn als weiteren Vorteil empfinden.

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