Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Am Dienstag war auch der Andrang bei einem Coronatestzentrum auf der Berger Straße überschautbar. Foto: Monika Müller
+
Am Dienstag war auch der Andrang bei einem Coronatestzentrum auf der Berger Straße überschautbar.

Frankfurt

Frankfurt: Weniger Andrang bei Schnelltests

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
    schließen

Seit den kostenpflichtigen Corona-Tests machen die Testcenter und Apotheken in Frankfurtunterschiedliche Erfahrungen. Einige Testcenter sollen bleiben, andere sollen bis Ende des Jahres schließen.

Nur eine Handvoll an Menschen steht am Dienstagmittag vor einem Corona-Testcenter auf der Frankfurter Zeil. Ein Herr bucht sich gerade entnervt über sein Smartphone einen Termin für den Test. „Ich muss bei der Handelskammer eine Prüfung ablegen und brauche dafür den Test. Ich habe Respekt vor der Impfung, deswegen lasse ich mich nicht impfen. Es ist eine Fehlentscheidung der Politik, dass die Schnelltests jetzt Geld kosten.“ Es ist Tag zwei, an dem es eben keine kostenlosen Bürgertests für alle mehr gibt. Ausnahme sind bis Ende des Jahres unter anderem Menschen unter 18 Jahren oder Schwangere.

Ein Kollege des Mannes vor dem Testcenter ist auch empört. Auch er muss den Corona-Test für die Prüfung machen. Aber abgesehen vom Beruflichen: Wird er auch für Restaurantbesuche oder fürs Kino einen Test zahlen? „Nein, ich koche zu Hause. Und dann gehe ich eben nicht ins Kino“, sagt er. 14,90 Euro muss er zahlen. 15 Euro kostet der Schnelltest auch bei den meisten anderen Testzentren in der Stadt, aber auch in einer Apotheke auf der Zeil. Eine Mitarbeiterin der Apotheke sagt: „Also bislang merken wir noch keinen Rückgang an Menschen, die sich testen lassen. Gestern war noch viel zu tun. 80 Prozent, die sich bei uns testen lassen, sind Ungeimpfte. Sie wollen beispielsweise zur Massage. 20 Prozent sind Kinder und Jugendliche, die eben nichts zahlen müssen. Und dann kommen auch einige Geimpfte, die einen Test für eine Flugreise brauchen.“

Und was sagen die großen Anbieter? Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betreibt fünf Testzentren in Frankfurt und zwei im Main-Taunus-Kreis. Auch hier kostet ein Schnelltest 15 Euro. „Momentan läuft die Nachfrage an Schnelltests stabil, aber wir müssen abwarten“, sagt Referent Lutz Kleinwächter. Am Wochenanfang sei die Nachfrage nach Tests immer etwas geringer. „Die meisten lassen sich am Wochenende testen, wenn sie ausgehen. Deswegen ist es noch zu früh zu sagen, wie hoch die Nachfrage bleibt.“

Ausnahmen

Menschen unter 18 und Schwangere können noch bis zum 31. Dezember mindestens einen Schnelltest pro Woche kostenlos machen.

Darüber hinaus gilt der kostenlose Bürgertest auch für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben und noch nicht geimpft werden dürfen. Kostenlos bleiben die Tests auch für Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen. rose

Kleinwächter glaubt auch, dass wieder mehr Schüler:innen zum kostenlosen Test kommen, sobald die Herbstferien vorbei sind. „Und ich glaube auch, dass sich mit dem Start der Erkältungssaison auch viele Geimpfte testen lassen werden, bevor sie beispielsweise die Oma besuchen.“ Momentan würden sie keine Zentren schließen, solange der Bedarf noch da sei. Ihr Testzentrum in der ehemaligen Sportarena an der Hauptwache mussten sie nur aufgeben, weil das Gebäude abgerissen wird.

Ganz anders plant Rüdiger Keith, Geschäftsführer der vier Medicare-Testzentren in Frankfurt: „Das an der Hauptwache am Kaufhof wird Ende Oktober geschlossen, die anderen wie das am Karstadt schließen wir Ende des Jahres.“ Mit der steigenden Impfquote sei der Bedarf an Schnelltests schon länger gesunken. „Im Juni hatten wir täglich 300 bis 400 Tests, in den vergangenen Wochen waren es 100 bis 200 am Tag. Und am Montag hatten wir in unserem Testcenter in der Allerheiligenstraße 40 kostenlose und nur zwölf bezahlte Tests.“

Keith glaubt, dass der Bedarf an Tests zu Weihnachten, wenn Menschen ihre Familien besuchten, noch mal extrem anziehen werde. Aber die Zeiten, wo man mit Testzentren Profit erzielen könne, seien vorbei.

Der stellvertretende Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, Antoni Walczok, sagt: „Der Bedarf an Testungen wird allein wegen der steigenden Impfquote weiter abnehmen.“ Stichprobenartig kontrolliere das Gesundheitsamt die Testzentren. Seit Juni hat das Amt fünf Testzentren die Zulassung entzogen und sie geschlossen.

Die Gründe neben Hygienemängeln? „Wenn beispielsweise das Testzentrum angibt, dass nach zehn bis 15 Minuten das Ergebnis da ist, es aber nach zwei Minuten schon mitgeteilt wird. Das negative Ergebnis ist dann falsch, weil die Reaktionszeit zu kurz war“, so Walczok.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare