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Journalisten an der Apsperrung am Eisernen Steg.

Frankfurt

Frankfurt: Weltkriegsbombe im Main erfolgreich gesprengt, Sperrzone aufgehoben

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+++ Sperrzone ist wieder geöffnet +++ Große Fontäne steigt auf: Bombe ist gesprengt +++ Kleinere Sprengungen sollen Fische vertreiben +++ Die Ereignisse rund um die Weltkriegsbombe im Main zum Nachlesen.

  • Unter der Woche entdeckten Taucher in Frankfurt im Main eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.
  • Im Gebiet rund um die Alte Brücke waren rund 600 Menschen von der notwendigen Evakuierung betroffen.
  • Am Sonntag (14.4.2019) gegen 11:30 Uhr wurde die Bombe im Main gesprengt. Eine 30 Meter hohe Wasserfontäne stieg auf
  • Die Sperrzonen rund um die Fundstelle der Bombe sind wieder freigegeben, die Menschen können in ihre Häuser zurückkehren.

Liveticker:

14.42 Uhr: Damit beenden wir den Liveticker.

14:15 Uhr: Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei verschicken eine gemeinsame Pressemitteilung: Der Zünder ließ sich nicht aus der Bombe entfernen und wurde unter Wasser gesprengt. Die Wasserfontäne war mehr als 30 Meter hoch. Im Einsatz waren demnach rund 350 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz, Johannitern und DLRG.

12:50 Uhr: Der Sperrbereich darf nach Angaben der Polizei wieder betreten werden, die Straßensperrungen werden aufgehoben.

12:38 Uhr: Die Polizei bestätigt: Die Bombe stellt keine Gefahr mehr da, der Blindgänger wurde unschädlich gemacht. Statt nur den Zünder zu sprengen, ist der Sprengstoff der gesamten Bombe explodiert - das war jedoch einkalkuliert.

12:36 Uhr: Wir haben die ersten Bilder von den Aktionen rund um die Weltkriegsbombe in einer Fotostrecke zusammengefasst:

Kampfmittelräumdienst sprengt Weltkriegsbombe im Main

Weltkriegsbombe in Frankfurt/Main wird entschärft
Mitten in Frankfurt sprengt der Kampfmittelräumdienst eine Weltkriegsbombe, die im Main gefunden wurde. © dpa
Weltkriegsbombe in Frankfurt/Main wird entschärft
Die Explosion unter Wasser ist so gewaltig, dass eine meterhohe Wasserfontäne entsteht. © dpa
Weltkriegsbombe in Frankfurt/Main wird entschärft
Zuvor begutachteten Taucher die Bombe noch einmal und brachten sie im Main in Position. © dpa
Weltkriegsbombe in Frankfurt wird entschärft
Polizisten stehen vor dem Eisernen Steg an einer Absperrung am Mainufer. © dpa
Weltkriegsbombe in Frankfurt wird entschärft
Menschen, deren Wohnungen sich in der Sperrzone befanden, sitzen im Ratskeller des Römer. © dpa
Weltkriegsbombe in Frankfurt wird entschärft
Polizisten durchkämmen die Sperrzone und prüfen, ob alle Anwohner die Häuser verlassen haben. © dpa

12:16 Uhr: Die Bombensprengung macht manche Nutzer offenbar nachdenklich. „Man mag sich gar nicht ausdenken, was die Leute im Krieg mitmachten“, schreibt ein Twitter-Nutzer nach der Sprengung der Weltkriegsbombe im Main. 

11:44 Uhr: Um 11.30 Uhr ein Donner. Die Erde bebt und eine Fontäne schießt aus dem Wasser. Kurze Schreie vor Schreck am Mainufer. „Mein Herz“", ruft eine Frau, „das war schon richtig laut.“ Helmut Schmid ist zufrieden: „So hab ich mir die Fontäne vorgestellt.“ Und Enkel Marvin hat im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt. „Ich hab alles im Kasten“, sagt er.

11:41 Uhr: Auf Twitter berichten Nutzer von einer Druckwelle, die ihr Haus zum Wackeln gebracht hätte. Im Ostend und Westend hätte man es demnach deutlich gespürt.

11:40 Uhr: Jetzt prüft der Kampfmittelräumdienst, ob der Zünder erfolgreich gesprengt wurde. Die Sperrgebiete sind noch nicht freigegeben.

11:34 Uhr: Eben wurde die Bombe gesprengt. „Der Knall war deutlich zu hören“, schreibt die Polizei auf Twitter. „Die Weltkriegsbombe im Main ist nun nicht mehr.“ Auf Bildern ist eine hohe Wasserfontäne zu sehen:

11:02 Uhr: Am Mainufer nahe des Karmeliterklosters haben sich Schaulustige eingefunden. Vladimir Popravka schaut durch ein Fernglas und beobachtet das Boot zwischen Alter Brücke und Eisernem Steg. „Ein Taucher ist runter“, verkündet er. Er findet es „interessant, dass da noch eine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden wurde“. Und er ist in der Hoffnung da, „eine große Fontäne zu sehen“. Auch die Schmids aus Nieder-Eschbach sind gekommen, weil sie auf eine Sprengung der Bombe hoffen und die Fontäne dann sehen wollen. „20 Meter soll die dann hoch sein“, sagt Helmut Schmid. Seine Frau Sigrun würde sich allerdings wünschen, dass ein Brezelmann mal vorbeikommt. Schließlich warten sie schon seit neun Uhr. Den 17-Jährigen Enkel Marvin Völker haben sie auch mitgebracht. Eigentlich lebt er in Neu-Anspach, ist aber gerade zu Besuch und will sich die Bombenentschärfung auch nicht entgehen lassen. Als Nachwuchsfotograf und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist das für ihn „sehr spannend. Wir hätten nur Brötchen und Klappstühle mitnehmen sollen“.

Schaulustige am Main.

10:56 Uhr: Der Zünder der Bombe soll unter Wasser abgesprengt werden. Die Bombe wurde dazu in tieferes Wasser gezogen. Zunächst sollen mehrere kleine Sprengungen Fische vertreiben, wie die Polizei auf Twitter erklärt.

10:22 Uhr: Ein Hubschrauber kreist. Er prüft mit Wärmebildkamera, ob sich noch jemand in der Sperrzone am Main aufhält.

10:20 Uhr: 10 Uhr vor dem Dom: Die Menschen sind verwirrt. Eigentlich sollte um 10 Uhr Messe sein. Immer wieder versuchen Leute, die Domtür zu öffnen. Doch es hilft auch kein Rütteln. Der Dom ist geschlossen, liegt gerade so noch in der Evakuierungszone. "Warum hängen die denn da kein Schild an die Tür", ärgert sich ein Mann. Und die viel größere Frage: Wohin nun zur Messe? "Ist ja ein besonderer Sonntag", sagt eine Besucherin. Es ist schließlich Palmsonntag. Auf die Nikolaikirche will man da nicht ausweichen. Ist ja evangelisch. "Und so mit einer Bombenentschärfung in der Nähe ist das ja auch ein bisschen unheimlich", sagt eine junge Frau. Im Schaukasten an der Seite des Doms finden die Katholiken dann doch noch den Hinweis auf eine Alternative: 11.30 Uhr Palmsonntagsmesse mit Palmweihe und Prozession in Heilig Geist. "Und wo ist Heilig Geist?", fragt eine Frau. Schulterzucken um sie herum.

10 Uhr vor dem Dom.

9:50 Uhr: Die Nikolaikirche auf dem Römerberg liegt außerhalb der Evakuierungszone. Pfarrerin Andrea Braunberger-Meyers hält vor etwa 25 Leuten den Gottesdienst ab. „Es sind mehr als sonst“, flüstert ihr Mann Jeffrey Meyers. Ist auch schön warm in der Kirche, im Gegensatz zu draußen. Die Pfarrerin und ihre Familie sind selbst von der Bombenentschärfung betroffen, sie wohnen in der Evakuierungszone und haben um acht mit dem Hund das Haus verlassen. „Am Palmsonntag draußen zu sein, das passt eigentlich ganz gut“, sagt Meyers.

9:35 Uhr: Der Kampfmittelräumdienst beginnt jetzt mit seiner Arbeit. Die Fachleute werden nun entscheiden müssen, ob sie die Bombe entschärfen können oder ob sie unter Wasser gesprengt wird.

9:27 Uhr: Auch der Bahn-Babo, Frankfurts berühmtester Straßenbahnfahrer Peter Wirth, ist von der Evakuierung betroffen. Mit seiner Frau Heike vertreibt er sich die Zeit in der Betreuungsstelle im Ratskeller. Früher als sonst musste er aufstehen und: sein morgendliches Workout ausfallen lassen. "Die Bombenentschärfung hat mich völlig aus meinem Rhythmus gebracht", sagt er. Um 13.08 Uhr muss er zum Dienst antreten, dann fährt er auf der Strecke der Linie 18.

Bahn-Babo Peter Wirth mit seiner Frau Heike.

9:25 Uhr: Wer geplant hatte, heute das Historische Museum oder das Junge Museum in Frankfurt zu besuchen, muss umplanen: Beide Museen liegen in der Evakuierungszone und haben am heutigen Sonntag geschlossen, geplante Veranstaltungen fallen aus.

9:22 Uhr: In der Betreuungsstelle gibt es Kaffee, Tee und kalte Getränke. Anwohnerin Dorothea Ludwig trinkt einen Kaffee, sie ist das erste Mal im Ratskeller. „So kommt man hier auch mal rein“, sagt sie. „Ist ganz schön hier.“ Das mit den Evakuierungen erinnert die 84-Jährige „an die Kriegszeiten“. Damals als sie - noch in Thüringen lebend - in die Keller musste. „Aber da konnte man dann keinen Kaffee trinken“, sagt sie. Ohnehin habe es ja nur „Blümchenkaffee“, also Malzkaffee, gegeben.

Blick in den Ratskeller

9:20 Uhr: In der Betreuungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes im Ratskeller haben rund 30 Anwohner Zuflucht gefunden. Marion Scholl etwa. Etwas müde ist sie, schließlich ist sie erst gestern aus Lissabon zurückgekehrt. Scholl hat das Eintracht-Spiel am Donnerstagabend gesehen. „Es wäre schön gewesen, im eigenen Bett auszuschlafen - aber das hat sich ja direkt erledigt“, sagt sie. Sie hofft, dass die Bombe schnellstmöglich entschärft wird. Besondere Dinge hat sie nicht mit aus der Evakuierungszone genommen. Nur die Dauerkarte ihres Mannes hat sie eingesteckt. „Die Eintracht spielt ja heute noch“, sagt Scholl. Und wer weiß schon, wie lange alles dauern wird und ob man vor dem Spiel noch nach Hause kann.

9:15 Uhr: Nach Angaben der Frankfurter Polizei auf Twitter laufen die Evakuierungen nach Plan.

Im Ratskeller gibt es auch Brot, Marmelade und Würstchen.

9:10 Uhr: „Wir gehen davon aus, dass die Anwohner gegen 10 Uhr ihre Wohnungen verlassen haben. Dann beginnt der Kampfmittelräumdienst damit, die Bombe zu untersuchen“, so ein Polizeisprecher gegenüber dpa. Bisher ist noch unklar, ob die 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt oder entschärft wird.

8:45 Uhr: Wer während der Evakuierung eine Aufenthaltsmöglichkeit braucht, kann in den Ratskeller im Frankfurter Römer gehen.

8:20 Uhr: Der Bombenfund hat auch Auswirkungen auf den Gottesdienst am Palmsonntag. Die Messen im Kaiserdom fallen aus, stattdessen soll es in der Heiliggeistkirche einen Gottesdienst mit Palmweihe geben.

8:15 Uhr: Im Evakuierungsbereich prüfen Polizisten, ob alle Anwohner ihre Wohnungen verlassen haben.

8:00 Uhr: Die 600 Anwohner in der Nähe des Bombenfunds müssen ihre Wohnungen bis jetzt verlassen haben. Für die Buslinie 36 wurde eine Umleitung eingerichtet, Details finden Sie auf der Website des RMV.

7:00 Uhr: Das Bürgertelefon der Feuerwehr Frankfurt (069/212-111) ist heute von 6 Uhr bis zum Ende des Einsatzes zu erreichen. 

Update vom 13.4.: Nicht nur Frankfurt hat an diesem Wochenende mit dem vermeintlich explosiven Erbe des Zweiten Weltkriegs zu tun. In Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) machte der Kampfmittelräumdienst Worms  am Samstag eine 50-Kilo schwere Fliegerbombe unschädlich. Zuvor mussten nach Angaben der Stadt rund 2000 Menschen das Gebiet in der Umgebung des Fundorts der Bombe vorübergehend verlassen. Polizei und Feuerwehr kontrollierten nicht nur zu Fuß und mit Funkstreifen, ob sich tatsächlich keine Menschen mehr im evakuierten Gebiet befanden, sondern setzten auch vier Drohnen ein, teilte die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Update vom 12.4.: Der Kampfmittelräumdienst will die im Main in Frankfurt entdeckte Weltkriegsbombe am Sonntag womöglich unter Wasser sprengen. Ein Sprecher des Regierungspräsidiums in Darmstadt sagte am Freitag, dies sei aber nur eine Option, um die US-amerikanische 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich zu machen.

Die am Dienstag im Main nahe der Frankfurter Altstadt gefundene Bombe soll am Sonntag entschärft werden. Dafür müssen Teile der Altstadt und Sachsenhausens im Bereich der Alten Brücke evakuiert werden. Die Polizei geht davon aus, dass etwa 600 Bewohner betroffen sind. Die Sicherheitskräfte richteten für die Entschärfung zwei Schutzzonen ein. In der roten Zone müssen die Bewohner ihre Häuser bis Sonntagmorgen, 8 Uhr, verlassen haben. In der gelben Zone dürfen die Bewohner verbleiben, müssen aber Fenster und Türen geschlossen halten. Auch in Teilen der Altstadt dürfen sich zunächst keine Menschen im Freien aufhalten.

Die von der Evakuierung der Frankfurter Altstadt betroffenen Anwohner sollen laut Feuerwehr mit Flugblättern informiert werden. Für alle Betroffenen werde im Ratskeller des Römers eine Betreuungsstelle eingerichtet. Die Feuerwehr hat zudem ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Nummer 069/21 21 11 sollen sich auch Menschen melden, die für die Evakuierung Hilfe benötigen.

Nahverkehr betroffen

Auch im Straßen- und Schiffsverkehr werde es zu Sperrungen kommen. Der öffentliche Nahverkehr soll ebenfalls betroffen sein.

Die US-amerikanische 250-Kilo-Bombe war am Dienstagmittag bei einem Übungstauchen der Frankfurter Feuerwehr entdeckt worden. Die Untersuchung des Sprengkörpers gestaltete sich wegen der Strömung schwierig, die Schifffahrt musste zweimal eingestellt werden. Die Fahrrinne blockiert die Bombe jedoch nicht. Wie lange die Entschärfung am Sonntag dauern wird, ist noch unklar.

In Wiesbaden wurde am Donnerstagabend eine ebenfalls 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft. Der Sprengkörper wurde damals auch von den US-Amerikanern abgeworfen und am Dienstag bei Vorarbeiten auf einem Neubaugebiet entdeckt. Von der Evakuierung der Sicherheitszone waren mehr als 2800 Menschen betroffen. Ein Alten- und Pflegeheim musste geräumt werden.

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