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Frankfurt: Wasserstoffbusse in der City

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Von: Florian Leclerc

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Spitzname „Wasserstöffche“: ein Wasserstoffbus, der auf der Linie M36 fahren wird. Monika Müller
Spitzname „Wasserstöffche“: ein Wasserstoffbus, der auf der Linie M36 fahren wird. Monika Müller © Monika Müller

Auf der Linie M36 fahren von Oktober an 13 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb. Der Bus hat auch schon einen Spitznamen.

Der Wasserstoffbus rauscht, als er vom Willy-Brandt-Platz abfährt. Es sind keine Motorengeräusche. Die gibt es bei dem Solaris Hydrogen nU12 nicht. Es ist die Klimaanlage, die rauscht und faucht. „Das ist ein kleines Problem, das wir mittlerweile identifiziert haben“, sagt ICB-Geschäftsführerin Stephanie Schramm. Dafür sei der Testbetrieb da.

Elektrobusse gibt es in Frankfurt schon auf sechs Linien. Nun kommt die Brennstoffzellentechnik hinzu. Zunächst fahren die Busse im Testbetrieb. Die Fahrerinnen und Fahrer sollen die Fahrzeuge kennenlernen. Dann, von Oktober an, werden nach Angaben der lokalen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq und der In-der-City-Bus GmbH (ICB) 13 Wasserstoffbusse auf der Linie M36 zwischen Westbahnhof und Hainer Weg unterwegs sein.

Der Wasserstoffbus hat auch schon einen Spitznamen: „Wasserstöffche“. Weil aus Wasserstoff und Sauerstoff eben Energie und Wasserdampf, also Wasserstöffche, entsteht. Die Energie treibt den Elektromotor an. Das Wasserstöffche kommt hinten oben am Bus heraus. Im Sommer sieht man davon nichts. „Aber im Winter rieselt das Stöffche“, witzelt einer, der bei der Testfahrt dabei ist. Die Flanken des türkis-grünen Busses sind mit Bembel, Geripptem und Frankfurt-Adler bedruckt. Das spezifisch Frankforderische ist unübersehbar. Auch in Wiesbaden sind nach Lieferschwierigkeiten mittlerweile die ersten Wasserstoffbusse unterwegs. Der hessische Staatssekretär für Verkehr, Jens Teutschendorf (Grüne), ruft weitere Städte und Gemeinden in Hessen zum Umrüsten auf. „Die Fördermittel sind da“, sagt er. Rund acht Millionen Euro haben die 13 Busse in Frankfurt gekostet. Das Land gibt 2,4 Millionen Euro dazu. Pro Jahr werden den Angaben zufolge 832 Tonnen CO2 und knapp elf Tonnen Stickoxide gespart.

Hessen will bis 2045 klimaneutral sein. Frankfurt im Nahverkehr bis 2032. „Wir streben das Ziel 2030 weiterhin an, aber teilweise laufen die Ausschreibungen für die Busse bis 2032“, sagt Wolfgang Siefert, Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Tom Reinhold, Geschäftsführer von Traffiq, kündigt an, dass 2023 zehn weitere Wasserstoffbusse zum Einsatz kommen sollen.

Nach etwa 20 Minuten Fahrt beruhigt sich die Klimaanlage. Der Bus rollt sanft und leise die Straße entlang. „Er fährt sich ruhig und linear“, meint der Fahrer. Dass die Klimaanlage auf voller Leistung lief, war kein Wunder. Der Bus stand seit morgens in der prallen Sonne.

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