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Frankfurt lässt wieder Trinkwasser aus sieben historischen Brunnen sprudeln

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Von: Steven Micksch

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Am Hirschbrunnen gibt es jetzt auch ganz offiziell trinkbares Wasser aus dem Hahn.
Am Hirschbrunnen gibt es jetzt auch ganz offiziell trinkbares Wasser aus dem Hahn. © Peter Jülich

Die Stadt Frankfurt revitalisiert sieben historische Trinkwasserbrunnen. Sie sprudeln aber nicht durchgängig. Der Wasserverbrauch birgt auch Skepsis.

Frankfurt – Stetig plätschert das Wasser des Hirschbrunnens in der Großen Ritterstraße in Frankfurt-Sachsenhausen in das steinerne Becken. Zwei Liter pro Minute sind es und eigentlich macht es das schon seit langem. Doch erst seit kurzem ist es ausgewiesenes Trinkwasser, das aus dem Hahn in Fischform sprudelt. Der Hirschbrunnen ist einer von sieben historischen Trinkwasserspendern, welche die Stadt wieder offiziell in Betrieb genommen hat.

Im Grunde hatte jeder der Brunnen bereits Trinkwasserqualität, aber gebürgt hat die Stadt Frankfurt dafür nie. Nur wenn ein Schild „Trinkwasser“ daran befestigt sei, könne man sich sicher sein, dass die Qualität mit Wasserproben regelmäßig sichergestellt werde, erklärt Hans-Georg Dannert beim Pressetermin in Sachsenhausen.

Der Leiter des Bereichs Stadtklima und Klimawandel im Umweltamt weiß um die Bedeutung der Trinkbrunnen in der Stadt. „Wir werden immer häufiger heiße Tage wie an diesem Wochenende erleben.“ Besonders an solchen Tagen sei das Trinken enorm wichtig. An den zahlreichen öffentlichen Wasserspendern in der Stadt könne man direkt aus der Hand trinken oder sich seine Flasche auffüllen.

Die Brunnen

In Frankfurt gibt es mehrere Edelstahlzapfsäulen der Mainova, aus denen trinkbares Wasser kommt.

Auch sieben historische Brunnen spenden Trinkwasser: Paradies-, Bäcker- und Hirschbrunnen in Sachsenhausen, Oberräder Gärtnerpumpe, Löwenbrunnen in der Fahrgasse, Bornheimer Brunnen am Uhrtürmchen sowie Hoher Brunnen in der Berger Straße (Bornheim). mic

Verwaltet werden die historischen Brunnen vom Kulturamt. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) freut sich, dass die einstige Tradition, den Bürger:innen freies Wasser zur Verfügung zu stellen, nun auch mit den traditionellen Brunnen weiter gestärkt werden kann. Die sieben ausgewiesenen Trinkbrunnen eigneten sich im besonderen Maße für eine Revitalisierung. „Sie sind noch in gutem Zustand, haben teils erneuerte Brunnenkammern und liegen zentral“, erklärt Dezernentin Hartwig.

Frankfurt: Alle vier Wasserproben am Hirschbrunnen

Der Hirschbrunnen stammt aus dem Jahr 1796 und wurde 1962 von dem Frankfurter Bildhauer Georg Krämer erneuert. Oben thront ein Dammhirsch, ein Huf ist fast lässig anmutend auf einen Stein gelegt. Der Brunnen soll an die Sage von der Hirschkuh erinnern, die dem Frankenkönig Karl dem Großen die Furt durch den Main zeigte.

Alle vier Wochen werden vom Wasser Proben genommen, um die Trinkwasserqualität zu kontrollieren. Das Wasser sprudelt zwischen 10 und 22 Uhr – und auch nur von April bis Oktober. Götz Elsässer, Inhaber des nahegelegenen Lokals „Zum Grauen Bock“, wird ebenfalls einen Blick auf den Brunnen haben und damit quasi die Brunnenschultheiß-Tradition seiner Familie fortsetzen.

Frankfurt: Von 1440 Litern Wasser wird nur ein Teil genutzt

Dass die historischen Brunnen ohne Knopf oder Ähnliches durchweg laufen, wird von manchen auch kritisch gesehen. So rinnt doch einiges an Wasser aus dem roten Mainsandsteinbrunnen in der Großen Rittergasse ungenutzt in das Becken. Laut Rechnung sind es bei zwei Litern pro Minute täglich (von 10 bis 22 Uhr) 1440 Liter, von denen nur ein Teil genutzt wird. (Steven Micksch)

„Wasser marsch!“ in der Mainmetropole: Seit kurzem laufen in Frankfurt seit Kurzem die Wasserspiele wieder. Außerdem erwarten die Frankfurter Schwimmbäder einen großen Andrang.

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