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Bei ihrer Ankunft würden die Passagiere untersucht, anschließend „zentral betreut und versorgt“. (Symbolbild)

Rückkehr

Frankfurt wartet auf die Rückkehrer aus Wuhan

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Rund 100 Menschen sollen in Quarantäne.

Der Frankfurter Flughafen wird das Ziel der rund 100 Deutschen sein, die die Bundesregierung wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus aus China ausfliegen wird. Das habe Berlin so entschieden, sagte die Staatssekretärin im hessischen Sozialministerium Anne Janz am Mittwoch in Frankfurt. Die Behörden gingen davon aus, dass es sich um Personen handelt, die nicht erkrankt sind - zumindest bis zum Einstieg. Mediziner begleiten die Reisenden aus Wuhan.

Bei ihrer Ankunft würden die Passagiere untersucht, anschließend „zentral betreut und versorgt“. Konkret bedeutet das, sie werden wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr „unter Quarantänebedingungen“ untergebracht. Wo genau, das steht noch nicht fest. Details würden noch mit Berlin geklärt, sagte Janz. Wahrscheinlich sei, dass die Landung am Donnerstag stattfindet.

Bis die Ausgeflogenen aus der Quarantäne entlassen werden, könnten zwei Wochen vergehen. So lange ist die Inkubationszeit des Virus.

Frankfurt, sagte Gesundheitsamtsleiter René Gottschalk, habe in der Vergangenheit bereits Erfahrung mit Sars, Ebola oder Lassa gesammelt. Also mit Krankheiten, die wesentlich gefährlicher seien als das neue Coronavirus. „Ich hätte vor den Masern mehr Angst.“ Sollte eine Person sich infiziert haben, müsse sie auch nicht auf die Sonderisolierstation der Frankfurter Uniklinik. Die getrennte Unterbringung in einem Einzelzimmer sei ausreichend, sagte der dort tätige Infektiologe Timo Wolf.

Das hessische Gesundheitsministerium und das Gesundheitsamt in Frankfurt warnten vor unbegründeter Panik. Hessen und die Bundesrepublik seien „sehr gut aufgestellt“: „Wir werden alles tun, damit sich das Virus in der Bundesrepublik nicht weiter ausbreitet.“ Wie viele Verdachtsfälle es bislang in Hessen gab, ist unklar. In Frankfurt gab es laut Gesundheitsamt bis Mittwochmittag neun sogenannte „Abklärungsfälle“ – alle Patienten hatten aber andere Infektionskrankheiten. Ein Nachweis dauert laut Uni-Klinik nur vier bis fünf Stunden.

Lufthansa, die größte europäische Fluggesellschaft folgte am Nachmittag dem Beispiel der britischen Fluggesellschaft British Airways und strich sämtliche Flüge nach China – vorerst bis zum 9. Februar.

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