Noch ist unklar, wie es mit der gesperrten nördlichen Uferstraße weitergeht. Rolf Oeser
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Noch ist unklar, wie es mit der gesperrten nördlichen Uferstraße weitergeht. Rolf Oeser

Frankfurt

Frankfurt: Warten auf die Fakten zum Mainkai

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Viele Stadtverordnete sprachen sich im Verkehrsausschuss für eine Verlängerung des Verkehrsversuchs aus, bis belastbare Zahlen ermittelt werden können. Entscheidungen zum Thema wurden vertagt.

Obwohl die Anträge zum gesperrten Mainkai im Verkehrsausschuss am Dienstagabend zurückgestellt wurden, gab es erneut eine lange Diskussion zum Thema. Bürger forderten die Stadtverordneten auf, die Sperrung der nördlichen Uferstraße weiterbestehen zu lassen. Immerhin eine Neuigkeit konnte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD )mitteilen. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Sachsenhausen wehrt sich“, Herbert Schmoll, sei vor dem Regierungspräsidium gescheitert. Er hatte erwirken wollen, dass der Verkehrsversuch sofort abgebrochen wird. Doch die Sperrung sei gesetzeskonform, habe es aus dem Präsidium geheißen. Während die Petition der Initiative „Mainkai für alle“ schon 10 000 Unterschriften für eine Öffnung gesammelt habe, sitze die Petition von Schmoll bei 1200 fest, so Oesterling. Offensichtlich erkennen immer mehr Bürger die Chance der Regelung.

Wenn die Sperrung zum Dauerzustand würde, müssten einige Punkte geändert werden. Der Mainkai neu gestaltet, das breite Asphaltband ersetzt durch Bäume und Grünflächen, erklärte der Verkehrsdezernent. Der Autoverkehr in Sachsenhausen und der ganzen erweiterten Innenstadt müsse reduziert werden, durch Geschwindigkeitsbegrenzungen, Zuflussbeschränkungen etwa in der Kennedyallee und Babenhäuser Landstraße. Die Sperrung des Mainkais sei zu einem Symbol der Verkehrswende geworden. Falls man scheitere, werde es keine weiteren Schritte mehr geben. Bei einem Erfolg wäre es bestimmt nicht die letzte Straße, die in der City gesperrt werden würde.

Von den Linken stand ein Antrag auf der Tagesordnung, den Test fortzuführen. Die Zählung sei leider wegen Corona nicht repräsentativ, deswegen müsse man eben verlängern, sagte Martin Kliehm. „Wir wollen belastbare Zahlen haben.“ Die Koalition solle sich zusammenraufen. „Wir sollten nicht auf Fakten verzichten, nur um Meinungen und Ideologien durchzusetzen“, sagte Eugen Emmerling (SPD). Er appellierte an die CDU, einer Verlängerung zuzustimmen. „Denken Sie an den Klimawandel und versetzen sie sich in die Situation der Kinder und Enkel.“ Wenn die Zahlen dagegen sprächen, werde sich die SPD nicht dagegen stellen.

Die Grünen forderten ein übergreifendes Konzept, das habe der Versuch nicht hergegeben, sagte Wolfgang Siefert. Aber: „Wenn die Mehrheit der Bürger das so will, dann manchen wir da mit.“ Und man habe nicht ein Jahr umsonst die Sachsenhäuser gequält. „Denkt nochmal drüber nach CDU, lasst uns den Versuch verlängern.“

Falls das Mainufer geöffnet werde, werde es keine weiteren verkehrsberuhigten Projekte mehr geben, ist sich Nico Wehnemann (Die Partei) sicher. Dann werde man jeden Tag Mahnwache halten, zwischen 16 und 19.30 Uhr.

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