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Auch Ulli Nissen (zweiter v. l.) unterstützte die SPD im Nordend.
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Auch Ulli Nissen (zweiter v. l.) unterstützte die SPD im Nordend.

Kommunalwahl

Wahlkampf während der Corona-Pandemie in Frankfurt – Kreatives Umwerben in der Fußgängerzone

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Auch während der Corona-Pandemie versuchen die Parteien in Frankfurt kurz vor der Kommunalwahl noch Stimmen zu gewinnen. Nicht alle haben dabei ein offenes Ohr.

  • Am 14.03. findet die Kommunalwahl in Hessen und damit auch in Frankfurt statt.
  • Während des Wahlkampfs in Frankfurt finden aufgrund von Corona nicht nur digitale Veranstaltungen statt, auch in der Frankfurter Fußgängerzone sind die Parteien präsent.
  • Kommunalwahl-News: Alles wichtige zur Wahl in Hessen.

Frankfurt – Die Vertreterin der Grünen möchte einer Passantin eine kleine Windmühle schenken. Die Frau guckt nur skeptisch und geht weiter. Bei der CDU versucht eine Politikerin es mit selbst gepackten Tüten samt Kugelschreiber. Doch auch hier lehnen viele das Geschenk ab. Es ist nicht leicht, in der Fußgängerzone Stimmen für seine Partei zu gewinnen. In der heißen Phase des Kommunalwahlkampfs zeigen die meisten Frankfurter Parteien noch mal etwas Präsenz auf der Straße und buhlen um die letzten Stimmen. In Maßen zwar, aber durchaus sichtbar.

Am Samstag gegen 10 Uhr baut die CDU vorm Haus Dornbusch ihren Stand auf. „Wir verteilen Tüten mit Informationsmaterial an die Leute und stehen für Fragen zur Verfügung“, sagt Verena David, die auf Platz 18 der Liste 1 steht. Die Tüten habe sie mit ihrer Parteikollegin selbst gepackt. Das sei durchaus ein großer Mehraufwand, doch die Idee habe sich bewährt: In der vergangenen Woche gingen alle Tüten weg.

Verena David (l.) verteilte selbst gepackte CDU-Tüten.

Kommunalwahl Frankfurt: Wahlkampf im Zeichen der Corona-Pandemie

Verena David trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung und Handschuhe – größtmögliche Sicherheit für alle Beteiligten, aber der Kontakt zu den Menschen fehle in diesem Wahlkampf schon sehr, sagt sie. Corona hat auch diesen Bereich des Lebens grundlegend verändert. Die Parteien seien nun häufiger in Onlineformaten unterwegs.

Sie selbst nimmt am Nachmittag noch an einer digitalen Diskussion über Frauenpolitik teil. Auch in der kommenden Woche werde sie mit neuen Flyern, Aufklebern auf ihren Plakaten und Diskussionsveranstaltungen weiter Präsenz zeigen.

Hat der Wahlkampf durch die Pandemie seinen Reiz verloren? Die CDU-Kandidatin sieht das nicht so. Man müsse eben kreativer sein und Dinge anders angehen. „Ich bin aber immer noch aufgeregt, wie beim ersten Wahlkampf“, sagt David.

Kommunalwahl Frankfurt: Kreativer Wahlkampf mit Aufklärungscharakter

Mit der U-Bahn geht es vom Dornbusch zum Merianplatz. Dort im Nordend sind an diesem Samstagvormittag drei Parteien mit Ständen vertreten: Grüne, Linke und SPD. Die Linken haben kleine Häuser mitgebracht, die sich zusammenstecken lassen. Damit fordern sie mehr beziehungsweise ausschließlich sozialen Wohnungsbau in Frankfurt. Die Sozialdemokraten haben neben ihrem Stand eine Wäscheleine gespannt, an der einige Flyer hängen. Die Grünen versuchen, über die kleinen Windmühlen ins Gespräch zu kommen.

Am Stand der Grünen gab es Infos und Windmühlen.

Sebastian Dittrich und Gökhan Özmemis stehen am SPD-Stand und sind zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Tages. „Die Leute sind interessiert und suchen das Gespräch“, sagt Dittrich, der gern in den Ortsbeirat 3 einziehen möchte. Oft kämen die Menschen mit eigenen Themen an die „Ansprechbar“, so nennt die SPD ihren Stand. Dabei werde auch Aufklärungsarbeit betrieben. Einige wüssten gar nicht, dass sie als Bürgerinnen und Bürger den Ortsbeirat besuchen und auch Vorschläge einbringen könnten. „Manchmal müssen wir auch erklären, dass es Dinge gibt, die das Stadtparlament nicht entscheiden kann“, sagt Özmemis.

Kommunalwahl Frankfurt: Nicht alle sind von Wahlkampfständen begeistert

Seit Januar ist die SPD mit ihrem Stand im Nordend vertreten. „Anfangs waren wir sehr zurückhaltend“, sagt Dittrich. Keiner wusste, wie die Menschen so direkten Wahlkampf aufnehmen. Bestimmt auch deswegen war der SPD-Stand lange Zeit der einzige am Merianplatz. Doch das Interesse der Menschen war da. Auch wenn die Vorsicht bei vielen zu spüren war und ist. „Sie verweilen nicht mehr so lange wie früher am Stand“, sagt Dittrich.

Unvermittelt kommt ein Mann vorbei und pöbelt gegen die anwesenden Parteien. Dann spuckt er in Richtung der SPD. „So was hat man leider auch immer mal wieder dabei. Obwohl ich spucken auch noch nie hatte“, sagt Dittrich.

In der kommenden Woche gehe es in den Endspurt. Zunächst mit Onlineveranstaltungen und schließlich am Freitag und Samstag wieder mit Präsenz vor Ort.* Dadurch gebe man der Wahlliste ein persönliches Gesicht. Und man treffe trotz hoher Briefwahlbeteiligung immer noch Menschen, die am 14. März ins Wahllokal gehen würden. Und um die wirbt man. (Steven Micksch)

Alle wichtigen Informationen der Stadt Frankfurt zu den Kommunalwahlen und der Wahl zur Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung am 14. März 2021.

* fuldaerzeitung.de ist Teil von IPPEN-Media.de

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