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Frankfurt: Vorsorgevollmacht rechtzeitig erteilen

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Von: Steven Micksch

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Ein Vortrag im Haus am Dom in Frankfurt informiert über die große Bedeutung von Vorsorgedokumenten. Ein Ordner hilft alles an einem Platz zu haben.

Es ist ein Thema, mit dem sich viele nicht beschäftigen wollen und es lange vor sich herschieben: Wer trifft für mich Entscheidungen, wenn ich es selbst nicht mehr kann? Wer bestimmt, welche Behandlung noch sinnvoll ist, wenn man selbst nicht ansprechbar ist? Wenn der Ernstfall dann aber eintritt und es keine Festlegungen gibt, ist die Überforderung groß.

Um die Bedeutung der Vorsorge hervorzuheben, hatte die FR am Montagabend zu einem Vortrag in das Haus am Dom eingeladen. Günther Keune, Geschäftsführer vom Verein zur Betreuung Volljähriger sprach über seine langjährige Erfahrung im Bereich der Vorsorge.

Um das langwierige Betreuungsverfahren vor Gericht zu vermeiden, könne eine Vorsorgevollmacht für die Angehörigen aufgesetzt werden. Diese sollte alle nötigen und möglichen Vertretungsfälle beinhalten und beglaubigt worden sein. Die preislich günstigste Beglaubigung gebe es beim Ortsgericht, so Keune.

Eine rechtliche Neuerung gibt es ab 1. Januar 2023. Dann dürfen sich laut Ehegattenvertretungsrecht, der Ehemann oder die Ehefrau in gesundheitlichen Angelegenheiten ohne Vollmacht oder Verfügung gegenseitig vertreten. Dies ist auf eine Dauer von drei Monaten begrenzt.

In einer Betreuungsverfügung kann man festlegen, wer die Betreuung übernehmen will und – bei ungeliebter oder zartbesaiteter Verwandtschaft – wer die Betreuung auf keinen Fall übernehmen darf. Diese Verfügung kann kostenlos bei Gericht hinterlegt werden.

Bei einigen Menschen kann es auch vorkommen, dass keine Angehörigen zur Betreuung vorhanden sind. Für diese Fälle stellte Keune das Angebot „ViaPlus“ seines Vereins zur Betreuung Volljähriger vor. Dabei übernehmen ehren- oder hauptamtliche Mitarbeiter des Vereins im Ernstfall die Betreuung. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft im Bad Homburger Verein.

Ein weiteres Thema, das der Geschäftsführer anriss, war die Patientenverfügung. „Man kann über das Thema viel diskutieren, wenn’s ernst wird, wird’s hart.“ Eine Verfügung helfe einer betreuenden oder bevollmächtigten Person bei schwierigen Entscheidungen im Sinne der betroffenen Person zu handeln, wenn diese einwilligungsunfähig sei. In der Verfügung geht es etwa darum, ob lebenserhaltende Maßnahmen und in welchem Umfang gewünscht sind. Bei der Formulierung der Patientenverfügung kann und sollte man sich beraten lassen, so Keune. Wichtig: Eine Patientenverfügung kann jederzeit formlos widerrufen werden.

Alle Dokumente sollten in einem gesonderten Ordner aufbewahrt werden. Seinen Angehörigen sollte man zeigen, wo er aufbewahrt wird. Seit kurzem bietet die FR einen Vorsorgeordner an. Dieser umfasst 80 Seiten mit vorgefertigten Dokumenten zum Ausfüllen, Infos und Telefonnummern zu den Themen Finanzen, Vollmachten, Patientenverfügung, Testament und mehr.

Der Ordner ist im Internet bestellbar unter: www.bit.ly/vorsorgeordner
Er kostet 27,90 Euro, wer ein FR-Abo besitzt, bekommt ihn für 22,90 Euro.

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