Eine Sensation in Bornheim: Zuschauer bei einem Fußballspiel.
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Eine Sensation in Bornheim: Zuschauer bei einem Fußballspiel.

Sport

FSV Frankfurt als Vorreiter in Sachen Hygienekonzept

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Der Viertligist FSV Frankfurt spielt als erster im Rhein-Main-Gebiet wieder vor Zuschauern. 95 Fans fungieren als Versuchskaninchen.

Samstagnachmittag, Fußballzeit, 95 Zuschauer, der Bornheimer Hang vermeldet: ausverkauft. Als erster Fußballverein probt der FSV Frankfurt das Fußballspielen vor Zuschauern. Zum Testspiel gegen Viktoria Aschaffenburg dürfen 95 Fans endlich wieder den Geruch von grünem Rasen inhalieren. Die Tickets waren innerhalb von wenigen Stunden ausverkauft.

Zu den Glücklichen, die Karten ergattern konnten, gehören auch Vater und Sohn Stich. „Die Freude ist groß, ich spiele gerne das Versuchskaninchen“, sagt Vater Volker, während er sich am ersten Kontrollpunkt vorschriftsmäßig die Hände desinfiziert. Nie waren Fußballfans im Stadion sauberer als dieser Tage. Für seinen Sohn Pascal war es Ehrensache, bei dem Spiel dabei zu sein. Schließlich sei er auch beim bis dato letzten Spiel des FSV vor Zuschauern dabei gewesen. Am 11. März, auswärts im Pokal sei das gewesen, Pascal erinnert sich genau. Zum Glück hatte er über seine FSV-App rechtzeitig von dem Vorverkauf für das Testspiel gegen Aschaffenburg erfahren. Wie sie jetzt gerade auf 95 Zuschauer kommen, wisse er allerdings nicht, wundert sich Vater Stich

Da kann FSV-Geschäftsführer Patrick Spengler helfen. Es sei genau die Zahl an Zuschauern, die bei den geltenden Abstandsregeln in die beiden Testblöcke auf der Haupttribüne passten. Um den Zuschauern anzuzeigen, wo sie sitzen dürfen, hat sich der FSV etwas Schlaues ausgedacht. Im Block A, wo sonst nur schwarze Sitzschalen sind, wurden an den zugelassenen Plätzen die Sitzschalen gegen blaue getauscht. Im benachbarten Block B wurden entsprechend blaue gegen schwarze Sitzschalen getauscht. „So sehen wir sofort, ob jeder auf einem vorgesehenen Platz sitzt“, erläutert Spengler. Der Einfachheit halber müssen in dem bisherigen Konzept auch Menschen aus demselben Hausstand oder Familienangehörige getrennt voneinander Platz nehmen. Vater und Sohn Stich sitzen etwa durch eine Reihe getrennt übereinander.

Hygienekonzept vorgelegt

Für weitere Spiele habe der FSV dem Gesundheitsamt der Stadt ein Hygienekonzept vorgelegt, das dort derzeit geprüft werde, so Spengler. Für das Hessenpokal-Endspiel am 22. August etwa plant der Viertligist, 1280 Zuschauer zuzulassen. Dann wird es am Bornheimer Hang auch erstmals nummerierte Stehplätze geben. Auch 180 Gästefans sollen dann im Stehplatzbereich zugelassen sein. Mit dem Verkauf der Dauerkarten will der Viertligist aber erst beginnen, wenn klar sei, wie viele Zuschauer ins Stadion dürften. Geschäftsführer Spengler räumt ein, dass der FSV mit seinem großen Stadion in einer relativ komfortablen Situation sei. Bei einem Zuschauerschnitt von 1500 sind 1280 Plätze schon eine Größenordnung, mit der man arbeiten kann.

Ein Bundesligist wie Eintracht Frankfurt muss bei alleine 30 000 Dauerkartenbesitzern eine ganz andere Nachfrage bedienen. Der Verein ist zwar ebenfalls im Austausch mit dem Gesundheitsamt und hofft, im September wieder Zuschauer ins Stadion lassen zu können, das in dieser Woche beginnende Training zur neuen Saison werde aber ohne Zuschauer über die Bühne gehen, teilte der Verein am Sonntag mit.

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