Digitales Lernen

Vom Klassenzimmer in die Tiefsee tauchen

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Das Adorno-Gymnasium setzt auf Digitalisierung und wird dafür ausgezeichnet.

Das Adorno-Gymnasium will bald mit seinen Schülerinnen und Schülern in der Tiefsee forschen. „Dazu fahren wir aber nicht mit Booten raus“, sagt Schulleiter Mathias Koepsell. „Müssen wir gar nicht, wir können die Forschungsergebnisse aus der Tiefsee abgreifen.“ Digital. Es gibt einen Fernzugriff mit Hilfe einer Kamera.

Es ist nur eines der Adorno-Projekte, bei denen Digitalisierung eine Rolle spielt. Vor fünf Jahren hat sich die Schule auf den Weg der Digitalisierung gemacht – nun ist sie als erste in Frankfurt als „Digitale Schule“ geehrt worden. Die Auszeichnung vergibt die Initiative „Mint – Zukunft schaffen“. Mit dem Signet soll das Engagement der Schulleitungen und Lehrkräfte ausgezeichnet werden, die sich für eine zeitgemäße Bildung in der digitalen Welt starkmachen. Die Schirmherrschaft hat die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

„Das Thema ist aber nicht: her mit den Laptops, her mit dem Internet“, sagt Koepsell. „Sondern es geht um Bildungsziele.“ So wie in der Tiefseeforschung. „Da ist die Computertechnik einfach das Know-how, das wir brauchen, um ein Ziel anzustreben.“

Die Schule hat in den vergangenen Jahren ein Medien- und Methodencurriculum aufgestellt. Lernplattformen werden genutzt, es gibt digitale Medienportfolios für die Lernenden, alle Fächer sind an Medienbildung beteiligt, alle Jahrgänge haben Informatikkurse. Und: Es gibt Programme zur Fortbildung der Lehrkräfte – auch ein Kriterium, neben etwa Pädagogik und Technik, für die Vergabe der Auszeichnung. „Man muss die Schulgemeinde insgesamt mitnehmen“, sagt Koepsell. „Die Digitalisierung soll die Schule grundsätzlich zukunftsfähig machen und ist ein Teil der Schulentwicklung.“

Wichtig sei auch, dass die Digitalisierung einen Nutzen für den normalen Unterricht habe. „Sie soll kein Ersatz sein“, wie es in Corona-Zeiten schon der Fall sein musste. Aber helfen kann die Digitalisierung auch bei Bildungszielen, die wegen Corona nicht leicht zu erreichen sind. „Schüleraustausch ist jetzt schwierig“, sagt Koepsell. Aber das Adorno bekomme bald VR-Brillen. „Dann können Schülerinnen und Schüler sich in virtuellen Klassenräumen ganz frei aufhalten, kommunizieren, kennenlernen.“ Mit einer Klasse in Schanghai Deutsch sprechen, mit einer in Lyon Französisch. „Dabei bringt uns die Digitalisierung einen enormen Schub nach vorne – ganz ohne nach Lyon oder Schanghai zu reisen.“

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