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Endlich wieder tanzen ohne Maske.
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Endlich wieder tanzen ohne Maske.

Mittendrin

Frankfurt: Volle Tanzfläche im Festsaal

Beim siebten Palmengartenball wurde zum ersten Mal der „Grüne Fußabdruck“ verliehen und Geld für den Spielplatz im Palmengarten gesammelt.

Das waren sehr lange 90 Sekunden“, sagt Bernd Ochs, Verwaltungsleiter des Palmengartens, nachdem er gemeinsam mit Direktorin Katja Heubach den ersten Walzer des Abends hingelegt hat. Dass die beiden den Tanz nur fünf Minuten lang vorher im Büro geübt haben, sieht man ihnen allerdings nicht an. Nun ist er offiziell eröffnet – der siebte Palmengartenball oder wie er bisher hieß: Frühlingsball.

Im 150 Jahre alten Festsaal des Gesellschaftshauses im Palmengarten füllt sich jetzt langsam die Tanzfläche. Im rötlichen Licht der Scheinwerfer sorgt die englische Band Muzika mit jazzigen Versionen bekannter Hits für ausgelassene Stimmung. Wegen der 2G-Regelung können die Gäste hier dicht an dicht ohne Maske stehen und es werden hemmungslos Umarmungen verteilt und Hände geschüttelt. Würde man den Abend mit Bildern vom letzten Frühlingsball 2019 vergleichen, könnte man das Coronavirus glatt vergessen.

Aufgrund der Pandemie musste der Ball ganze drei Mal verschoben werden. Erst optimistisch auf Oktober 2020, dann April 2021 und im Januar dieses Jahres kündigte Robert Mangold, Geschäftsführer der Ballsaal GmbH, das Datum 23. Oktober 2021 an.

„Der Palmengartenball ist einer der schönsten Bälle in Frankfurt am Main und fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Frankfurter Gesellschaft“, sagt der Veranstalter über das Ereignis. Zur „Frankfurter Gesellschaft“ gehört vor allem, wer sich die Eintrittspreise leisten kann. Für Plätze auf der Empore zahlt man 298 Euro, Tickets für einen Tisch im Parkett kosten bis zu 624 Euro. Vor Corona konnte man noch vergleichsweise „günstige“ Tickets für 148 Euro erstehen.

Auch die Mindestgebote der Auktionspreise, die an diesem Abend versteigert werden, verraten, dass sich hauptsächlich Topverdienende auf dem Ball befinden. Limitierte Fotografien von Nelson Mandela ab 3800 Euro, ein von Jürgen Klopp signiertes Liverpool-Trikot ab 850 Euro oder VIP-Zutritt zum Wimbledon-Halbfinale ab 12 000 Euro, das ist nur eine Auswahl der wertvollen Preise, die die Ballgäste hier ersteigern können.

Damit das Ganze möglichst diskret vonstatten geht, handelt es sich um eine „stille Auktion“, bei der die Gebote verdeckt abgegeben werden können. Allerdings kann auch jeder Gast nur ein Gebot pro Auktionspreis abgeben. Am Ende kommen satte 40 850 Euro zusammen. Der Erlös der Versteigerung wird in den Ausbau des großen Spielplatzes im Palmengarten fließen. Anlass dafür ist das 150-jährige Jubiläum des Palmengartens.

Im August wurde bereits das Blüten- und Schmetterlingshaus eröffnet, das kindergerecht verschiedene Aspekte der Blütenökologie vermittelt. Etwa warum wir eigentlich Bienen brauchen und wie die Bestäubung der Blüten funktioniert. Passend zu diesem Thema plant die Leitung des Palmengartens, auf dem Spielplatz ein überlebensgroßes Bestäubungsmodell zu bauen, das von den kleinen Gästen als Spielgerät genutzt werden kann.

Doch nicht nur der Palmengarten kann sich an diesem Abend über finanzielle Unterstützung freuen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Balls wird der „Grüne Fußabdruck“ präsentiert, von der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH verliehen. Der mit 5000 Euro dotierte Preis zeichnet eine Frankfurter Persönlichkeit oder Institution aus, die besonderes gesellschaftliches Engagement zum Thema Nachhaltigkeit bewiesen hat. Der Preis geht in diesem Jahr an den Dottenfelderhof in Bad Vilbel und sein Projekt Schulbauernhof.

„Unser Hof zählt zu einem der Pionierbetriebe der biologischen Landwirtschaft in Deutschland. Aber wir sind auch ein gemeinnütziger Verein mit vielen Bildungsangeboten“, sagt Landwirtin Margarethe Hinterlang, die den Preis entgegennimmt. Beim Schulbauernhof etwa dürfen Schulkinder den Landwirt:innen tatkräftig zur Hand gehen und lernen dabei viel über den Umgang mit Pflanzen und Tieren, aber auch über die naturwissenschaftlichen Aspekte dieser Arbeit. „Das Preisgeld werden wir in eine Bauhütte investieren. Bei uns kommt es vor allem darauf an, dass die Kinder Spaß am Handwerk haben.“

Auch an Unterhaltung soll es beim Palmengartenball nicht mangeln. Die Gäste kommen in den Genuss eines Auszugs der diesjährigen Herbstrevue des Frankfurter Varietétheaters Tigerpalast. So können sie etwa die humorvolle Akrobatik des argentinischen Duos Laos bestaunen oder das atemberaubende Ballett am Luftring von Alyona Pavlova. Direktorin Margareta Dillinger stellt die Akteure persönlich vor. „Während der Pandemie habe ich die Türen für unsere Künstler offen gehalten. Sie arbeiten auf so hohem Niveau, dass sie sich keine Trainingspause erlauben dürfen.“

Nach den Darbietungen des Tigerpalasts führt Stargast Adel Tawil weiter durch den Abend und wer möchte, kann noch bis weit nach Mitternacht zur Discomusik von DJane Simoné weitertanzen. (Kiki Bruder)

Hoch die Gläser.
Der Erlös der Versteigerung beläuft sich auf immerhin 40 850 Euro.
Adel Tawil, der musikalische Stargast des Abends.

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