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Frankfurt: Vogelfänger geht straffrei aus

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Von: Thomas Stillbauer

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Ein gefangener Stieglitz soll Artgenossen anlocken, um sie einzufangen. (Foto: Peta Deutschland e.V.)
Ein gefangener Stieglitz soll Artgenossen anlocken, um sie einzufangen. (Foto: Peta Deutschland e.V.) © Peta Deutschland e.V.

Peta kritisiert Naturschutzbehörde. Nur eine Verwarnung nach der Tat in Sachsenhausen.

Weil ein Mann ohne Geldbuße davonkommt, der im vorigen Jahr geschützte Singvögel einfing, kritisiert die Tierrechtsorganisation Peta die Frankfurter Behörden. „Dass Frankfurt es nicht für nötig hält, wenigstens ein paar Euro Bußgeld gegen die Plünderung der Natur zu verhängen, ist beschämend und gefährlich“, sagte Peta-Fachreferent Peter Höffken.

Die Tierschützer hatten im Juni 2021 Strafanzeige gegen den Mann erstattet, der in einer Kleingartenanlage an den Mainwasen in Sachsenhausen regelmäßig Stieglitze eingefangen haben soll, um sie zu verkaufen. „Singvögel einzufangen und mit ihnen zu handeln, ist ein Straftatbestand“, bestätigte seinerzeit prinzipiell ein Sprecher des Umweltamts im Gespräch mit der FR, ohne freilich auf den konkreten Fall einzugehen.

Da nur der Fang eines einzigen Vogels anhand von Bildmaterial nachgewiesen worden sei, habe die Staatsanwaltschaft das Verfahren im Februar eingestellt und den Fall zur Prüfung an die zuständige Behörde der Stadt Frankfurt abgegeben, berichtet Peta. Die Untere Naturschutzbehörde beim Umweltamt habe das Vergehen schließlich als geringfügige Ordnungswidrigkeit eingestuft und nur eine Verwarnung ohne Verwarngeld ausgesprochen.

Damit sei der Tat „weniger Gewicht als dem Falschparken“ beigemessen worden, so Höffken:

„Die Verwarnung ohne Verwarngeld hat keinerlei abschreckende Wirkung.“

Das Umweltamt war am Donnerstag wegen einer Veranstaltung nicht für eine Stellungnahme zu erreichen; die Behörde wollte sich an diesem Freitag äußern. ill

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