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Das Stadttaubenprojekt gibt Tauben auch ein Zuhause.

Vogelhilfe in Not

Taube aktuell Spitzenreiter bei „Vogel des Jahres 2021“ - Hilfsprojekt dennoch in Not

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Tauben sorgen nur für Ärger, heißt es oft. Freunde finden sich in Oberrad, beim Stadttaubenprojekt. Das bangt nun um seine Existenz, weil Geld fehlt.

  • Nicht jeder freut sich über die Tauben in Frankfurt.
  • Ein Vogelschutzprojekt nimmt sich ihrer an.
  • Das Projekt in Oberrad plagt jetzt Geldsorgen.

Wer hätte das gedacht? Noch immer liegt die Stadttaube bei der Wahl zum „Vogel des Jahres 2021“ an der Tabellenspitze. Dabei heißt es doch immer, sie sorge nur für Ärger, Krankheit und kacke allen auf den Kopf, wenn nicht sogar – fast noch schlimmer – aufs Auto. Freunde der Tauben waren schon immer die Leute vom Frankfurter Stadttaubenprojekt. In diesem Jahr feiern sie das zehnjährige Bestehen ihres Gnadenhofs in Oberrad. Die Jubiläumsbroschüre macht klar, warum man Tauben auch liebhaben kann.

Tauben in Frankfurt: 900 Tiere leben im Stadttauben-Gelände

Darin ist beispielsweise ein Foto von Frido, einer weißen Taube, die mit einem Magier zusammenarbeitete. Als er zu alt und zu krank wurde, brachte der Zauberer Frido auf den Gnadenhof, und Frido wartete jeden Tag bis zu seinem Tod auf den Freund. Oder die flugunfähige Taube, die ein zehnjähriger Junge vor dem Supermarkt aufgelesen hatte und die er jahrelang besuchte, immer mit einem Mitbringsel. Oder Ex-Brieftaube Gerhard und seine Partnerin Krönchen, die gemeinsam nach schweren Zeiten noch gute Jahre in Oberrad hatten.

900 Tauben leben heute auf dem Gelände am Speckweg, aber nicht nur für sie hat die Vereinsvorsitzende Gudrun Stürmer Platz. Katzen, Kaninchen und Mauereidechsen lebten und leben auf dem Gelände, Krähen wie die Dohle Jack, die immer „Jack, komm her, Frühstück“ rief, Goldfasane, Hühner.

Stadttaubenprojekt benötigt Spenden

Klingt nach einer heilen Welt. Das mag manche Taube auch denken – Gudrun Stürmer dagegen plagen Sorgen. Finanzieller Art, versteht sich. Erst vor zwei Monaten hat sie sich damit wieder einmal an die Öffentlichkeit gewandt. Besser geworden sei danach nichts. Die 20 000 Euro, die der Verein jährlich von der Stadt erhält, reichten nicht einmal, um die Müllcontainer zu bezahlen, mit denen das Stadttaubenprojekt für Ordnung sorgt. Es unterhält Taubenhäuser, macht auch unter Brücken sauber und nimmt jährlich bis zu 3000 in Not geratene Tiere vorübergehend auf.

„Wir haben schon einen Mitarbeiter entlassen müssen, ein zweiter geht in diesem Monat“, sagt Stürmer. Corona habe die Probleme noch verschärft, weil Sommerfest, Jubiläums- und Weihnachtsfeier ausfielen – in normalen Jahren stets Anlässe, zu denen etwas Geld in die Kasse kommt. „Ich will alles tun, um den Hof zu retten, für die Tiere und für die Menschen“, sagt die Vorsitzende. Wer sie kennt, glaubt ihr aufs Wort. (Thomas Stillbauer)

Informationen zum Verein, zum Gnadenhof und zu Spendenmöglichkeiten: stadttaubenprojekt.de.

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