Vor dem Hauptbahnhof werden künftig die Straßenbahnen mehr Platz bekommen.
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Vor dem Hauptbahnhof werden künftig die Straßenbahnen mehr Platz bekommen.

Mobilität

Hauptbahnhof Frankfurt wird umgebaut: Das ist geplant

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Traffiq hat die Leistungen für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes ab 2025 ausgeschrieben. Die Verkehrssituation wird sich entscheidend ändern.

  • Vor dem Frankfurter Hauptbahnhof wird die Straßenbahn erweitert.
  • Umbau soll nach der Erweiterung des Hauptbahnhofs beginnen.
  • Es wird zu massiven Veränderungen kommen.

Am Frankfurter Hauptbahnhof sollen die Straßenbahnen künftig auf vier statt auf zwei Gleisen fahren. Die Haltestelle bekommt zwei Bahnsteige, wird länger und kann verlegt werden, nicht aber direkt vors Eingangsportal des Bahnhofs. Die Busse, die bislang an der Südseite des Hauptbahnhofs halten, sollen die neue Haltestelle gemeinsam mit den Straßenbahnen anfahren.

Dies sind nur einige Details, die aus einer öffentlichen Leistungsvergabe hervorgehen, welche die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq veröffentlicht hat. Traffiq plant im Auftrag der Stadt den Umbau des Bahnhofsvorplatzes inklusive der Verkehrssituation und lobt nun Firmenentwürfe aus.

Die Stadt kann den Vorplatz erst 2025 umbauen, wenn die Deutsche Bahn mit den Arbeiten für die neue Verteilerebene im Hauptbahnhof fertig ist. Diese beginnen am 12. Oktober und sollen im Dezember 2024 enden. So lange wird der Vorplatz als Materiallager genutzt.

Es wird zu massiven Veränderungen kommen, wie aus der Leistungsbeschreibung hervorgeht. So sollen Autos am Hauptbahnhof künftig nur noch auf zwei Spuren pro Richtung fahren dürfen. Die Einfädelspuren für Taxis fallen weg, ebenso die zentralen Taxi-Stellplätze auf dem Vorplatz. Diese sollen auf die Nord- und Südseite des Bahnhofs verlegt werden, wo auch Stellplätze für Mietwagen und Car-Sharing-Fahrzeuge geplant sind. Auf der Nordseite ist eine Anlieferungszone mit Lastenaufzug für die Belieferung der Geschäfte geplant. Möglich ist auch ein Parkhaus für Fahrräder und Autos an der Nordseite.

Bahnhof Frankfurt: Überlastetete Infrastruktur

Vorhandene Pläne des Frankfurt Büros Schneider + Schumacher, das 2008/2009 den Architekturwettbewerb zur Umgestaltung des Vorplatzes gewonnen hatte, können aufgegriffen werden. Die viergleisige Straßenbahnhaltestelle wird 70 bis 80 Meter lang sein. Die Buslinien 33, 37 und 64 sollen an der neuen Haltestelle halten. Für die 18 Meter langen Gelenkbusse werden drei Wartepositionen im direkten Umfeld gesucht.

Der Ausbau der Straßenbahngleise wird damit begründet, dass es bei den bislang sechs Linien aufgrund der überlasteteten Infrastruktur schon jetzt zu Verspätungen im Betrieb komme.

Bahnhof Frankfurt: Auch ein Denkmal für Gastarbeiter ist geplant

Für Fahrradfahrer sind baulich getrennte Radwege mit einer Mindestbreite von 2,30 Meter auf beiden Seiten der Straße am Hauptbahnhof vorgesehen. Geprüft werden soll, ob ein Zweirichtungsradweg zwischen Mannheimer Straße und Poststraße gebaut werden kann, um den Bahnhof zu umfahren.

Der Vorplatz soll ein „städtebaulich erlebbarer Platz“ und „Eingangstor zur Stadt“ werden. Geplant sind Außengastronomie, Aufenthalts- und Ruhezonen, eine Eventfläche zur Vermarktung durch die DB Station & Service, aber kein Einzelhandel.

Die Stadt wünscht eine Erinnerung an die Zuwanderung von ausländischen Gastarbeitern in Form eines Gastarbeiterdenkmals. Bike- und E-Scooter-Sharing soll es nahe am Hauptportal und weiteren Eingängen geben; außerdem Kurzzeitparkplätze für Kiss & Ride. Die Baumreihe östlich der Straße am Hauptbahnhof soll erhalten bleiben.

Die Firmen können bis 23. Oktober die Anträge zur Teilnahme einreichen. Für die Entwürfe erhalten sie je 20 000 Euro.

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