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Rund um die Zeil, wie hier an der Schäfergasse, ist der Leerstand gewachsen. Einige Läden im Frankfurter Zentrum haben die Pandemie und die Lockdowns nicht überlebt.
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Rund um die Zeil, wie hier an der Schäfergasse, ist der Leerstand gewachsen. Einige Läden im Frankfurter Zentrum haben die Pandemie und die Lockdowns nicht überlebt.

Einzelhandel

Frankfurt: Vielen Geschäften droht wegen der Corona-Krise das Aus

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Eine Commerzbank-Umfrage zeigt, wie die Corona-Krise den Einzelhandel in Frankfurt getroffen hat. Ein Fünftel der Betriebe sieht sich in der Existenz bedroht.

Frankfurt - Die Corona-Pandemie und die Lockdowns haben dem Einzelhandel im Rhein-Main-Gebiet noch stärker zugesetzt als in anderen Regionen. Das legt das Ergebnis einer Unternehmenkundenstudie nahe, für das die Commerzbank bis Ende August bundesweit 3500 Einzelhandelsbetriebe befragen ließ, darunter 100 in der Region Frankfurt.

21 Prozent der befragten Einzelhändlerinnen und Einzelhändler im Rhein-Main-Gebiet gaben dabei an, ihr Unternehmen sei durch die Krise in der Existenz bedroht gewesen oder noch bedroht. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt. Dabei sind zahlreiche Geschäfte längst auf der Strecke geblieben.

Dominik Prinz, der bei der Bank das Geschäft mit Unternehmerkunden in den Niederlassungen Frankfurt, Gießen und Bad Homburg leitet, vermutet, dass die in Frankfurt vergleichsweise große Abhängigkeit des Einzelhandels von Messen und Tourismus die höhere Zahl von Betrieben in Not erkläre. Zudem könne das Arbeiten von zu Hause statt im Büro einigen Geschäften viel Umsatz gekostet haben.

Frankfurt: Einzelhandel wegen Corona hier stärker bedroht

Bei Affan Aruci war genau das der Fall. In seinem Schuhgeschäft im Frankfurter Nordend verkauft der Einzelhändler in erster Linie Businessschuhe, wie sie Menschen im Büro zum Anzug tragen. Doch der Umsatz brach regelrecht ein, als immer mehr Unternehmen ihre Beschäftigen ins Homeoffice schickten. „Wenn man zu Hause ist, braucht man die Schuhe nicht“, sagt Aruci. „Auch Reparaturen entfallen.“

In der Not hat der Geschäftsmann das Sortiment etwas angepasst, bietet nun mehr sportliche Schuhe, mehr Sneakers an. Doch erst seit sechs bis acht Wochen sieht er eine echte Verbesserung. Die Kunden seien wieder entspannter, fröhlicher, hätten mehr Lust, sich etwas zu gönnen. Noch immer mache der Aruci-Schuhsalon aber nur knapp die Hälfte des Umsatzes wie vor der Krise, berichtete er bei der Vorstellung der Unternehmerkundenstudie im Commerzbank-Tower.

Nachhaltige Folgen für die Branche in Frankfurt wegen Corona befürchtet

Arucis Erfahrungen sind durchaus typisch. 39 Prozent der Unternehmen verzeichneten nach Zahlen der Umfrage starke Umsatzeinbußen. Zwei von fünf mussten auf ihr Eigenkapital zurückgreifen. 27 Prozent erhielten staatliche Hilfe. Neun Prozent liehen sich Geld bei Banken, immerhin fünf Prozent der befragten Händler:innen borgten sich etwas bei ihrer Familie oder Freunden.

Die Branche befürchtet nachhaltige Folgen der Pandemie. Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet rechnet mit einer Verödung der Innenstädte durch die Schließung von kleineren Läden, Bars, Restaurants und Kultureinrichtungen. Gleichzeitig äußern sich mehr als 80 Prozent sehr oder eher optimistisch zur Zukunft ihres Unternehmens in drei Jahren.

Wenig überraschend würden sich 69 Prozent der befragten Unternehmen der Branche im Rhein-Main-Gebiet über ein besseres Parkplatzangebot vor den Geschäften freuen. Etwas erstaunlicher ist, dass immerhin 59 Prozent einen Ausbau der Infrastruktur für Radfahrer:innen, also etwa neue und bessere Radwege, für nötig halten. (Christoph Manus)

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