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Frankfurt: Viele Zeichen gegen den Krieg

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Von: Timur Tinç

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Viel Solidarität mit der Ukraine in Frankfurt. Foto: Monika Müller
Viel Solidarität mit der Ukraine in Frankfurt. © Monika Müller

Die Stadt Frankfurt schaltet eine Hotline für Geflüchtete und Angehörige frei. An der Bahnhofsmission wurden bereits 60 Menschen aus der Ukraine betreut. Die Hilfsbereitschaft in der Stadt ist weiter riesig.

Am Mittwochabend ist der Frankfurter Fernsehturm in den Farben der ukrainischen Nationalflagge blau und gelb beleuchtet worden. Am heutigen Donnerstag werden um 12 Uhr in der Innenstadt die Glocken mehrerer Frankfurter Dotationskirchen läuten. Für Freitag, 12 Uhr, hat das Interreligiöse Forum Bahnhofsviertel zum gemeinsamen Gebet am Willy-Brandt-Platz aufgerufen. „Frankfurt steht an der Seite der Ukraine“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Das Stadtoberhaupt unterzeichnete gestern die Resolution des „Pakts der freien Städte“, der den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verurteilt.

Neben symbolischen und solidarischen Gesten hat die Stadt Frankfurt auch konkrete Hilfe eingerichtet. Am Mittwoch wurde eine Hotline freigeschaltet, an die sich geflüchtete Menschen aus der Ukraine und deren Angehörige und Freunde wenden können (siehe Infobox). Schutzsuchende können auch persönlich zum Besonderen Dienst für Flüchtlinge und Auswärtige kommen. Die Stadt erreichen weiterhin zahlreiche Hilfsangebote von Bürgerinnen und Bürgern. „Wir brauchen aber keine Sachspenden innerhalb Frankfurts“, sagt Miriam Bandar, Sprecherin von Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne). Was konkret benötigt werde, finde sich im Internet unter: www.frankfurt-hilft.de

Auch Stepan Rudzinskyy und seinen Ukrainischen Verein Frankfurt erreicht weiter eine große Welle der Solidarität. „Es gibt unseres Wissens nach keinen Korridor auf den Routen zu den Grenzen für humanitäre Güter“, sagte der Vereinsvorsitzende. Auf dem Weg zur polnischen Grenze gebe es bereits lange Schlangen. Wenn sich private Initiativen auf den Weg machten, jedoch die falschen Sachen dabeihätten oder lange an der Grenze bei Kontrollen aufgehalten würden, blockierte dies die Routen für wirklich benötigte Güter: „Medizinisches Material und paramilitärische Ausrüstungen wie Schutzwesten, Helme oder Thermowäsche.“ Eine humanitäre Katastrophe gebe es außerhalb der Kriegsgebiete nicht. „Es ist genügend Essen vorhanden“, so Rudzinskyy. Das Problem sei, dass die Hilfsgüter nicht so einfach in die bombadierten Städte kämen.

ukraine-hilfe in frankfurt

Schutzsuchende können persönlich zum Besonderen Dienst für Flüchtlinge und Auswärtige in der Mainzer Landstraße 291 kommen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8 bis 11.30 Uhr und montags, dienstags und donnerstags von 13 bis 15 Uhr.

Die Hotline 06921248444 für Geflüchtete und Angehörige ist von 8 bis 18 Uhr geschaltet. Weitere Infos unter: www.frankfurt-hilft.de
Wer Wohnraum anbieten möchte kann sich unter der E-Mail-Adresse: wohnraum@frankfurt-hilft.de registrieren lasen.

Der Ukrainische Verein Frankfurt hat auf seiner Webseite Spendenkonten sowie weitere Hilfsmöglichkeiten aufgelistet: www.ukraine-frankfurt.de

Das ukrainische Konsulat ist erreichbar unter: www.frankfurt.mfa.gov.ua/

In Frankfurt sind bereits die ersten Geflüchteten aus der Ukraine eingetroffen. Wer nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommt, hat Platz in Unterkünften gefunden. Einen Überblick, wie viele Ukrainer:innen bereits vor Ort sind, gibt es nicht, da die Menschen auf unterschiedlichen Wegen die Stadt erreichen. Bis Mittwochabend wurden in der Bahnhofsmission 60 Menschen betreut, die aus der Ukraine kamen. „Das waren nicht nur ukrainische Staatsbürger:innen, sondern auch Studierende, die einen Aufenthaltstitel in der Ukraine hatten und nun hier Asyl beantragen wollen“, sagte Carsten Baumann, Leiter der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof.

Am heutigen Donnerstag werden Alon Meyer und weitere Mitglieder von TuS Makkabi Frankfurt 20 Flüchtlinge aus der Ukraine am Hauptbahnhof in Empfang nehmen. „Das sind Menschen, mit denen wir über Makkabi Ukraine in Kontakt gekommen sind“, berichtete der Frankfurter Vorsitzende, der zugleich Präsident von Makkabi Deutschland ist.

Bereits am Dienstag haben Meyer und Freunde die ersten Geflüchteten aus der Ukraine empfangen, in Hotels einquartiert oder zu Verwandten und Bekannten gebracht. Gestern wurden sie ärztlich versorgt, und man kümmerte sich um die Papiere für den Aufenthalt in Deutschland.

„Die Menschen waren fix und fertig“, sagt Meyer. Er habe Tränen in den Augen gehabt, als er ihre Geschichten hörte. Es gehe darum, solidarisch zu sein, wenn ein freiheitlich-demokratisches Land ohne Grund von einem stärkeren angegriffen werde.

„Im Endeffekt macht man das auch für sich selbst, um mit sich selbst im Reinen zu sein, weil es morgen genauso gut einen selbst treffen kann. Ich wäre froh und glücklich drum, wenn mir einer hilft“, betonte Meyer.

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