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Schulwahl

Viele Wege führen in den Beruf

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Eine Veranstaltungsreihe klärt Viertklässlerfamilien über die vielen Wege in den Beruf auf. Denn es muss nicht immer das Abitur sein.

Das Schuljahr hat begonnen – und damit steigt der Druck auf Viertklässlerfamilien. Denn – Pandemie hin oder her – sie müssen entscheiden, wie es für ihr Kind nach der vierten Klasse weitergeht, welchen Bildungsweg es eingeschlagen soll. Da wollen Eltern keine falsche Entscheidung treffen, es geht um die Zukunft des Kindes. „Es ist aber keine Entscheidung, die unausweichlich fürs weitere Leben ist“, sagt Evelin Spyra, Leiterin des Staatlichen Schulamtes Frankfurt. Schließlich stünden viele Wege offen. Es brauche dabei mehr Gelassenheit bei den Eltern – und dafür mehr Informationen.

Die bietet der Verein Eltern für Schule mit seiner Veranstaltungsreihe „Was soll mein Kind mal werden?“. Dabei werden Eltern über Bildungsgänge und Berufsperspektiven, über berufliche Ausbildung und Aufstiegsmöglichkeiten aufgeklärt. Im vergangenen Jahr wurden so 1300 Eltern erreicht. So viele Menschen werden es dieses Jahr bei den zwölf Veranstaltungen nicht werden. Wegen Corona ist die Teilnehmerzahl begrenzt. „Aber wir haben uns schon auf den Weg gemacht, Webinare durchführen zu können“, sagte Vereinsvorsitzender Wilfried Volkmann bei der Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend im Stadtraum Frankfurt.

An dem Abend wurde viel über die Rolle der Eltern bei der Wahl des Bildungsweges und des Berufes gesprochen. Denn sie beeinflussen dabei am meisten. „Oft sind sie sich ihrer Rolle als Helfer zu wenig bewusst“, sagte Petra Lölkes, Geschäftsführer der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung. Es sei wichtig, sie an die Hand zu nehmen und zu informieren. Denn „sie greifen oft auf einen Beruf zurück, den sie kennen oder selber gerne ergriffen hätten“. Zu wenig werde dabei auf die Stärken des Kindes geschaut.

Eine Stellschraube für den weiteren schulischen und beruflichen Weg ist der Übergang auf die weiterführende Schule. Oft wird das Gymnasium gewählt, doch jedes Jahr werden rund zehn Prozent der Schüler von den Eltern entgegen der Empfehlung der Grundschule auf diese Schulform geschickt. Ein großer Teil bekommt Probleme, muss auf die Realschule wechseln. „Ein Scheitern in frühen Jahren beim Lernen kann frustrieren, sogar ein Trauma auslösen“, sagte Brigitte Scheuerle von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. „Dabei müssen wir lebensbegleitend lernen können.“

Auch für Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ist Druck bei der Entscheidung für einen Bildungsweg unnötig. „Es gibt keine Sackgasse in Hessen.“ Man könne auch Umwege nehmen und immer noch den akademischen Bildungsweg einschlagen. Zudem gebe es weiterhin einen Fachkräftemangel. „Wir haben großen Bedarf und daran wird sich nichts ändern.“ Eine berufliche Ausbildung sei eine gute Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.

Die Veranstaltungen gibt es seit 2014 und sie sind für Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) erfolgreich. „Sie wollen Alternative aufzeigen und das zeigt Wirkung.“ Die Tendenz zum Gymnasium sinke beim Übergang auf die weiterführende Schule, die zur integrierten Gesamtschule steige. „Nur ein halbes bis ein Prozent im Jahr, aber stetig.“

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