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Frankfurt Fashion Week: Viele Pläne für die Fashion Week im Juni

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Von: Kathrin Rosendorff

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Die Frankfurterin Sevinc Yerli hat selbst ein Modelabel die Veranstaltung Frankfurt Fashion Lounge in der Stadt während der ersten beiden Ausgaben der Frankfurt Fashion Week etabliert. Dabei konnten vorallem lokale Modemenschen ihre Kollektionen an der Alten Oper präsentieren. Bei der Frankfurt Fashion Week im Juni will sie diesmal enger mit der Stadt zusammenarbeiten.
Die Frankfurterin Sevinc Yerli hat selbst ein Modelabel die Veranstaltung Frankfurt Fashion Lounge in der Stadt während der ersten beiden Ausgaben der Frankfurt Fashion Week etabliert. Dabei konnten vorallem lokale Modemenschen ihre Kollektionen an der Alten Oper präsentieren. Bei der Frankfurt Fashion Week im Juni will sie diesmal enger mit der Stadt zusammenarbeiten. © Renate Hoyer

Die Modewoche in Frankfurt soll diesmal mehr das Publikum in der Stadt erreichen.

Die Frankfurt Fashion Week wird in diesem Sommer etwas früher als ursprünglich geplant stattfinden. Die Woche vom 20. bis 26. Juni solle ein Neustart sein, teilte die Stadt diese Woche mit. Ende Januar hatte die Premium Group überraschend verkündet, dass sie mit ihren Modemessen nach Berlin zurückgeht – obwohl die Premium in Frankfurt wegen der Pandemie niemals stattfinden konnte. Die Veranstaltungen der ersten beiden Fashion Weeks liefen meist nur digital. Jetzt soll es aber richtig losgehen. Auch ohne die Premium Group.

Eigentlich sollte die Fashion Week vom 4. bis 8. Juli ausgerichtet werden. Dann aber hätte sie sich mit den Veranstaltungen der Premium Group in Berlin vom 7. bis 9. Juli und der Pariser Modewoche vom 4. bis 7. Juli überschnitten. „Das ist super cool, dass die Frankfurt Fashion Week nicht zur gleichen Zeit wie die beiden anderen Modewochen stattfindet“, sagt Designerin Sevinc Yerli am Freitag. Sie ist die Initiatorin und Organisatorin der Frankfurt Fashion Lounge, die pandemiebedingt eine der wenigen Präsenzveranstaltungen im Rahmen der beiden Fashion Weeks in der Stadt war. Es gab Laufstegshows und Panels im Sofitel an der Alten Oper und auf dem Opernplatz.

Diesmal wird Yerli enger mit der Stadt zusammenarbeiten und sich vergrößern. „Ich will mehrere Locations bespielen. Altstadt, Opernplatz, aber auch im neuen Club von Ardi Goldman auf der Hanauer Landstraße möchte ich etwas machen.“ Überhaupt sind viele Modeveranstaltungen in der Stadt – Ausstellungen, Shows, Talks – geplant. Sie sollen die „Fashionkultur“ und die Themen Mode und Nachhaltigkeit für alle Menschen erlebbar machen. Neu ist, dass die Wirtschaftsförderung diese Events koordinieren soll.

„Gemeinsam mit der lokalen Mode- und Designwirtschaft arbeiten wir an Formaten, die den Standort nachhaltig aufbauen sollen“, sagt Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP).

Was konkret geplant ist, soll in den nächsten Wochen verkündet werden. „Es wird auf jeden Fall mehr Programm sein als bei den vergangenen beiden Fashion Shows“, verspricht Oliver Schwebel, der Chef der städtischen Wirtschaftsförderung. Die kreativen Akteur:innen in der Stadt sollen diesmal deutlich stärker finanziell unterstützt werden. Designer:innen und andere Kreative, die etwas zur Frankfurt Fashion Week beitragen wollten, könnten sich gerne mit ihren Ideen an die Wirtschaftsförderung wenden. Der Frankfurter Jungdesigner Samuel Gärtner kritisiert, die Stadt gehe nicht direkt auf die Kreativen zu. „Ich habe das Gefühl, dass keiner von ihnen je auf einer Fashion Show in New York oder Paris war und sie so keinen Plan haben, was das Kreative angeht. Ich mache lieber mein eigenes Ding“, sagt Gärtner, der bereits Schauen im Senckenberg-Museum und dem Palmengarten hatte. Zur Fashion Week will er eine Show im Stil der 60er Jahre veranstalten.

Die elf Frankfurter Kreativagenturen, die sich zur Aaarea GmbH vereint hatten, um Veranstaltungen in der Stadt zu bespielen, haben von der Messe keinen Auftrag mehr erhalten. „Wir freuen uns aber, wenn die Stadt auf uns zukommt und das Kreativpotential von elf Kreativagenturen ausschöpft“, sagt eine Sprecherin. Wie viel Budget es für die städtischen Events gibt, stehe noch nicht fest, sagte Schwebel.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der auch Aufsichtsratschef der Messe ist, betont erneut: „Frankfurt kann Mode.“ Zehn Millionen Euro wollten Stadt, Land, Messe in den ersten drei Jahren in die Ausrichtung der gesamten Fashion Week investieren. Etwa ein Drittel ist laut Wirtschaftsdezernent ausgegeben worden. Die Abrechnung der Messe liege aber noch nicht vor.

Die Messe selbst bündelt bei der Fashion Week die Veranstaltungen der Textil- und Modeindustrie fürs Fachpublikum. Dies sind die Textil-Leitmessen: Techtextil, Texprocess und das Heimtextil Summer Special.

Ergänzend soll es in der Stadt dann auch Business- und Erlebnisformate der Modemesse Neonyt, die den Fokus auf Nachhaltigkeit richtet, geben. Endverbraucher:innen sollen zudem direkt die Möglichkeit haben, bei der Neonyt Kleidung zu kaufen. Außerdem soll mit dem „Neonyt Lab“ mit Events wie Fashion Shows mehr Menschen in der Stadt erreichen werden.

Designerin Sevinc Yerli sagt, wichtig sei, dass Frankfurt sich nicht mit Paris, Mailand oder New York vergleiche. „Wir brauchen keine Promis, die in die Kameras lächeln. Im Fokus sollten die Designer stehen. Wir wollen ein authentisches Fashionsegment in Frankfurt aufbauen.“

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