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Frankfurt: Viele Früchte, aber keine gute Qualität

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Von: Levin Horst

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Schmecken nicht nur im Ebbelwei sondern auch so.
Schmecken nicht nur im Ebbelwei sondern auch so. © Renate Hoyer

Das Mainäppelhaus am Frankfurter Lohrberg beginnt mit der Ernte. Die Äpfel fallen allerdings zu früh vom Ast.

Die extremen Auswirkungen von Dürre und Hitze schlagen sich auch in der Apfelernte nieder. Wegen der trockenen Tage geben die Apfelbäume nach und verlieren ihre Früchte. Die Apfelernte wird deshalb in diesem Jahr zeitiger erwartet als gewohnt. Laut einer Prognose des landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg beginnt sie elf Tage früher als im vorigen Jahr.

„Einen solchen Apfelfall haben wir seit Jahren nicht mehr erlebt“, sagt Gerhard Weinrich, Vorsitzender des Streuobstzentrums „Mainäppelhaus“ am Lohrberg. „Die Situation ist katastrophal, die Äpfel fallen von den Ästen herunter, weil sie sich nicht mehr halten können. Die müssen wir dann in unserer mobilen Kelterei zu einem Süßen verarbeiten. Für einen Apfelwein fehlen einfach der Saft und das Aroma.“ Zu mehlig seien die Äpfel, die von den Bäumen abgestoßen werden, sagt Weinrich. Um dem frühzeitigen Apfelfall entgegenzuwirken, müssten die Bauern alle Tage mit dem Traktor rausfahren und die Bäume bewässern. Das sei nicht nur ein großer Aufwand, sondern mit einem weiteren Problem verbunden: „Wir wissen nicht, wie viel Grundwasser noch vorhanden ist.“

Auf den fürs Wochenende vorhergesagten Starkregen können Weinrich und seine Kolleg:innen nicht hoffen. „Starkregen sickert nicht ein, er läuft über die Felder drüber“, erläutert er. „Für die Bäume braucht es einen sanften Regen.“ Das Frankfurter Mainäppelhaus versucht, die Bäume zu schützen, indem es sie mit Schafswolle umwickelt. „So wollen wir verhindern, dass die Baumscheiben austrocknen“, sagt Weinrich.

Trotz des frühzeitigen Apfelfalls sehe es nach einer guten Ernte aus. „Die Bäume hängen voll, die ersten wurden auch schon geerntet“, sagt er. Darüber könne man nicht klagen. Doch die vorzeitig fallenden Früchte seien noch nicht reif.

Der Auftakt der Keltersaison wird am 18. September mit dem Äpfelfest gefeiert, das mit Schaukeltern und frisch gepresstem Süßen lockt. Das Mainäppelhaus Lohrberg bietet darüber hinaus in ein umfangreiches Programm an. Wer mehr über die Herstellung des Apfelweins erfahren möchte, hat am Wochenende 27./28. August die Gelegenheit, an einem Äpfelweinseminar ab 55 Euro pro Person teilzunehmen. An jenem Samstag zeigt das Mainäppelhaus zudem in einem Kurs ab 15 Euro pro Person, wie man mit Blüten und Wildkräutern Seife herstellen kann. Wer teilnehmen möchte, kann sich telefonisch unter 069/28 60 61 03 anmelden.

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