Initiative Heimatboden aus dem Taunus übergibt Unterschriften gegen den neuen Stadtteil.
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Initiative Heimatboden aus dem Taunus übergibt Unterschriften gegen den neuen Stadtteil.

Stadtplanung

Viel Widerstand gegen neuen Stadtteil

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Das Gewinnerkonzept für den neuen Stadtteil im Nordwesten wurde ausgewählt, doch seit Beginn der Planungen gibt es zahlreiche Vorbehalte. Wir sagen Ihnen, wer gegen was Kritik übt und wer dem Projekt positiv gesinnt ist.

Gibt es viel Widerstand gegen den Plan, dass auf dem Gebiet beidseits der A5 zwischen Praunheim und Niederursel und den Nachbarkommunen Eschborn, Steinbach und Oberursel ein neuer Stadtteil entstehen soll?

Ja, verschiedene Initiativen lehnen das Projekt ab. CDU, SPD und Grüne hatten sich in der Regionalversammlung gegen die Pläne gestellt und wollen nur eine Bebauung östlich der Autobahn erlauben.

Wer ist noch gegen die Besiedlung der westlichen Fläche?

Besonders kritisch sieht man diese im Vordertaunus, vor allem in Steinbach und Oberursel. Landwirte fürchten um ihre Flächen, andere warnen vor dem Bau einer „Trabantenstadt“.

Bürger pflanzen einen Baum - als Zeichen des Protests.

Wer spricht sich gegen die Bebauung östlich der Autobahn aus?

Mitglieder verschiedener Frankfurter Ortsbeiräte, die sich zur Arbeitsgemeinschaft (AG) A5 zusammengeschlossen haben und der Verein Brücke 71 aus der Nordweststadt kritisieren die Pläne. Etwa, dass ein Naherholungsraum, der zudem mit die wertvollsten Böden habe, die es in Europa für die Landwirtschaft gebe, verloren gehe. Das Baurecht im Regionalen Flächennutzungsplan fehle, zudem liege die Fläche zum größten Teil im Wasserschutzgebiet Praunheim 2.

Schon seit Jahren warnen auch Umweltschutzgruppen vor den Plänen, warum?

Sie befürchten etwa, dass der neue Stadtteil den Bewohner:innen der angrenzenden Viertel die frische Luft nimmt, sich aber auch negativ auf das Stadtklima auswirkt. Wenn die Ackerflächen im Areal bebaut würden, könne dort keine Kaltluft mehr entstehen. Ein für den Lärmschutz nötiger hoher Wall an der A5 werde zudem verhindern, dass Taunuswinde nach Frankfurt gelangen. Der Abstand zu den Stromtrassen müsse eingehalten werden.

Gibt es auch positive Stimmen?

Neben einer Mehrheit im Frankfurter Stadtteilparlament sprechen sich auch IHK und DGB für den neuen Stadtteil aus. Die sozialpolitische Offensive Frankfurt, ein Netzwerk aus Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Kirchen, Wissenschaft und Jugendring, äußerte ebenfalls ihre Unterstützung. Schon jetzt seien die steigenden Mieten für viele Bürger ein existenzielles Problem. In dem Neubaugebiet aber könnten mehrere Tausend geförderte Wohnungen entstehen.

Wann geht es los?

Die Stadtverordneten werden erst Ende 2021 entscheiden, ob eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme durchgeführt werden soll – und wenn ja, wo genau diese innerhalb des Untersuchungsgebiets abgegrenzt wird. Das Urteil der Jury ist nur als Empfehlung zu verstehen.

Gab es schon eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme in Frankfurt, die realisiert wurde?

Ja, der Stadtteil Riedberg.

Zusammengestellt von Judith Köneke

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